mz_logo

Sport aus Regensburg
Mittwoch, 21. Februar 2018 3

Eiskunstlauf

Jetzt ist die WM Marolds großes Ziel

Die ersten Grand-Prix-Auftritte zeigen, wie gut das 14-jährige Talent des EC Regensburg international mithalten kann.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

  • Schon bei ihrem Grand-Prix-Debüt in Weißrussland hatten Ann-Christin Marold und Trainerin Nicole Brünner Grund zur Freude. Fotos: Brünner/Marold

Regensburg. Neue Saison, neue Stufe: Früh in der Saison stellt der Eiskunstlauf-Nachwuchs seine Weichen. Vor allem international. Und mit Ann-Christin Marold ist eine Läuferin des EC Regensburg in der internationalen Welt angekommen. Und wie! „Für russische Verhältnisse mag es nichts Besonderes sein, aber für eine Deutsche war das extrem früh“, sagt Nicole Brünner, die die erste 14-Jährige zusammen mit ihrem Mann Ferdinand Dedovich betreut.

Nach den ersten Grand-Prix-Stationen in Minsk/Weißrussland und Gdansk/Polen (Danzig) wissen nun nämlich alle: Die Junioren-Weltmeisterschaft in Sofia im März 2018 ist mehr als realistisch. Sinnigerweise also wieder Sofia: In Bulgarien hatte vor drei Jahren zum selben Anlass mit Maria Herceg, die damals nach dem Kurzprogramm verletzt aussteigen musste, zuletzt nach München gewechselt war und ihre Karriere im Sommer beendete, schon einmal eine ECR-Läuferin jenes ganz große und alles andere als alltägliche Ziel erreicht.

Nicole Brünner begleitete ihren Schützling nach Weißrussland und überließ in Polen Bundestrainerin Ilona Schindler die Betreuung von Ann-Christin Marold. Brünners Urteil nach den beiden Stationen fällt eindeutig aus: „Ann-Christin kann locker mit den ersten acht der Welt mithalten, wenn sie ihre Nerven unter Kontrolle hat. Denn irgendwas ging hier wie da eben immer daneben.“

„Die Welt sieht Ann-Christin“

Schon in Minsk stand Ann-Christin Marold als Kurzprogramm-Zwölfte auf dem Sprung zu einem Platz unter den besten zehn. „Da war das Kurzprogramm optimal.“ Am Ende war es Rang 14. „Das war auf alle Fälle eine gute Leistung für sie.“ In Gdansk war es genau andersherum: Nach einem verpatzten Kurzprogramm folgte eine starke Kür und der Sprung von Rang 21 auf Platz zwölf. „Die Welt sieht sie“, sagt Nicole Brünner. „Aber sie kann mit 14 ja auch schon alle dreifachen Sprünge und springt auch Dreifach-Dreifach-Kombinationen. Sie ist auch in diesem Feld eine der Kleinsten. Ihr steht die Tür für zu den ersten Zehn offen.“

Auch im Eiskunstlauf gilt die alte Weisheit, dass im Sommer die entscheidenden Grundlagen gelegt werden. So folgte auf zwei Aufenthalte in Oberstdorf auch ein Trainingslager mit einem bekannten russischen Trainer, der Ann-Christin Marold bei bayerischen Lehrgängen gesehen und für fördernswert befunden hatte. Viktor Kudriavtsev ist ein Mann, der Weltmeister und Olympiasieger unter seinen Fittichen hatte und zuletzt 2014 mit Michael Christian Martinez sogar einen Läufer von den Philippinen zu den Olympischen Spielen gebracht hatte.

Lesen Sie hier:Ann-Christin Marold im Samstagsinterview

„Ann-Christin braucht die Strenge und eine harte Hand“, erklärt Nicole Brünner. „Deswegen kommt sie auch mit meinem Mann so gut zurecht. Sie sucht Haltepunkte und schwört auf die Erfahrung.“ Sowohl Ferdinand Dedovich, der einstige Olympia-Paarläufer für Österreich, als auch Kudriavtsev sind mit ihren 70 bzw. 79 Jahren nicht mehr die Jüngsten im Geschäft. „Sie ist ja auch wie eine kleine Russin und in ihr liegt ein Riesentalent“, sagt Nicole Brünner.

Bundeskader-Status gesichert

„Wenn sie ihre nächsten Sachen so sauber und ruhig macht wie bisher, dann wird das mit der Junioren-Weltmeisterschaft in Sofia auch etwas“, steckt Nicole Brünner das Saisonziel nach den Startpunkten der Saison höchstmöglich ab. „Die Bundestrainerin sieht das Potenzial auch. Und ihren Bundeskader-Status hat Ann-Christin mit den beiden Grand-Prix-Wettbewerben ja auch schon abgeliefert.“

Nach dem Alpenpokal noch im Oktober in Bozen in bayerischen Diensten steht für Brünner und Marold gemeinsam mit „vier, fünf anderen“ ECR-Talenten ein Challenge-Wettbewerb in Graz, international eine Stufe unter dem Grand Prix angesiedelt, im November an.

Für das Gros im EC Regensburg rufen Ende November die bayerischen Nachwuchsmeisterschaften, bei denen Ann-Christin Marold nicht mehr auf dem Eis zu sehen sein wird. Das größte ECR-Talent, das gleichzeitig eines der derzeit größten Talente in Deutschland ist, hat schon eine neue, internationale Stufe erreicht.

Weitere Meldungen aus dem Sport lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht