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Sport aus Regensburg
Sonntag, 19. November 2017 7

Normen

Liebeserklärungen der deutschen Sprinter an eine „geile“ Bahn

DLV-Quartett der Männer lässt Briten-Staffel keine Chance und läuft europäische Jahresbestzeit. Verena Sailer bleibt zweimal unter der EM-Norm.
Von Felix Jung, mz

  • Die Briten ließen die Muskeln nicht wie gedacht spielen. Foto: Jung
  • Letzter Wechsel der deutschen Staffel von Alexander Kosenko auf Martin Keller zu einer Europa-JahresbestzeitFoto: Brüssel

Regensburg. Martin Keller konnte sich die geballte Faust Zentimeter vor der Ziellinie einfach nicht verkneifen. Der Schlussläufer der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel brachte den Sieg über das hoch gehandelte britische Quartett souverän über die Ziellinie. Dass es eine europäische Jahresbestzeit mit 38,62 Sekunden geben könnte, hatte der 23-Jährige vor seinem Schlussspurt vielleicht sogar geahnt.

„Was für eine geile Bahn. Im vergangenen Jahr war das auch schon so. Heuer lief es ähnlich gut – und das bei nicht so ganz idealen Windverhältnissen“, jubelte der Chemnitzer. Den Grundstein für den Sieg legte Tobias Unger, der bei seinem Saisondebüt beim Einzelstart über 100 Meter eine anständige Zeit von 10,36 verbuchte. Zwar war noch durchaus Luft beim Wechsel zu Till Hellmke, umso besser klappte anschließend die Stabübergabe an Alexander Kosenko.

Das DLV-Quartett war rund eine halbe Sekunde schneller als noch vor zwei Wochen in Weinheim. Medaillen-Träume für die EM in Barcelona dürfte es (noch) nicht geben. Bei den Briten war Staffel-Olympiasieger Marlon Devonish mit dabei, aber nicht ganz in Bestbesetzung angetreten. Nur so war die überraschend schwache Zeit von 38,80 erklärbar. Dass die Frauen-Staffel nicht über eine Zeit von 43,95 Sekunden hinauskam, lag auch an der schwachen Vorstellung der französischen Konkurrentinnen (44,18). Sprintstar Muriel Hurtis war erst am verpatzten Wechsel beteiligt, dann im Einzelrennen über ihre Spezialdistanz im Ziel sogar abgeschlagen gestrauchelt. Schuld daran war wohl eine erneut aufgebrochene Oberschenkelverletzung. Dennoch waren Hurtis und Kolleginnen durchaus angetan vom Regensburger Umfeld: „Hervorragende Organisation, tolle Bahnverhältnisse und ein faires Publikum“.

Das deutsche Sprinter-Aushängeschild, Verena Sailer, präsentierte sich indes prächtig. Bereits im Vorlauf unterbot die Hallen-EM-Dritte die deutsche EM-Norm mit 11,33. Im Finale war sie dann noch eine Hundertstel schneller unterwegs. Die nur vom Papier her starke britische Konkurrenz, darunter Laura Turner (11,51) ließ sie deutlich hinter sich. In der Staffel zog Sailer als Schlussläuferin „vorsichtshalber“ nicht ganz durch. Am Ende hakte die Mannheimerin den Auftritt in Regensburg schnell ab: „Es ist gut gelaufen. Ich bin mit mir auf jedem Fall zufrieden. Es lohnt sich, hierher zukommen.“

Yasmin Kwadwo musste bei der Staffel wegen Oberschenkelbeschwerden passen. Dabei hatte die Gala für die Wattenscheiderin so glänzend begonnen. Mit 11,41 Sekunden kratzte die Deutsche Hallenmeisterin im Vorlauf über 100 Meter an ihrer Bestleistung (11,38). Ausgerechnet heute beginnt für sie die praktische Abiturprüfung in Sport. „Ich weiß noch nicht, wie das gehen soll“, zeigte sie sich besorgt. Im Vorfeld war bereits Cathleen Tschirch ausgefallen. Zumindest Anne Möllinger konnte ihre Bestzeit auf den 200 Metern um 14Hundertstel auf 23,50 Sekunden verbessern.

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