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Sport aus Regensburg
Mittwoch, 21. Februar 2018 3

Eiskunstlauf

Marold schafft es aufs oberste Treppchen

Die Eiskunstläuferinnen des EC Regensburg überzeugen auch auf deutscher Ebene. Jana Schwegler ist die Senkrechtstarterin.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Die Nummer eins: Ann-Christin Marold unterstrich in Berlin ihr Talent mit dem Titel bei der deutschen Nachwuchsmeisterschaft. Fotos: ECR (2)

Berlin. Die Eiskunstläuferinnen des EC Regensburg können auch auf deutscher Ebene bestens mithalten: Acht Talente der Trainer Nicole Brünner und Ferdinand Dedovich hatten sich für die deutsche Nachwuchsmeisterschaft in Berlin qualifiziert. Sechs davon platzierten sich im Vorderfeld, zwei schnupperten am Treppchen und Ann-Christin Marold bestätigte mit ihren fast hundert Punkten und dem Titel im Nachwuchs A ein weiteres Mal, dass sie eine der großen deutschen Hoffnungen ist.

„Es war zwar schon ihre dritte deutsche Meisterschaft, aber sie ist immer noch eine der Jüngsten“, sagt Nicole Brünner über ihr nach einer Erkältung und Trainingspause nicht im Vollbesitz der Kräfte angereiste Aushängeschild, das mit der Mannheimerin Dora Hus eine Klasse für sich ist. Das Duo liefert sich stets harte Kämpfe. „Die beiden waren froh, dass sie nicht gegeneinander antreten mussten“, berichtet Brünner nach der Einteilung nach Alter in die beiden gleichwertigen Klassen Nachwuchs A (jüngerer Jahrgang mit Marold) und Nachwuchs B (mit der ein Jahr älteren Hus).

Fernduell mit Mini-Unterschied

Das Fernduell gewann die Mannheimerin hauchdünn. „Sie war noch ein My näher an den 100 Punkten, die beide haben wollten“, schaut Brünner auf das 99,41:98,52 in Berlin, wo die organisatorischen Bedingungen die Teilnehmer bedingt begeisterten. „Zum Shoppen und Sightseeing war es schön für die Kinder, klar“, sagt Brünner, klagte aber wie viele über einen unnötigen Stressfaktor. „Trainings- und Wettkampfhalle lagen so weit auseinander, dass es schwer für die Trainer und Sportler war. Ich musste mir eine Kollegin aus Berlin zur Unterstützung holen, die die Kinder in der Osthalle betreut hat. Oberstdorf oder Dortmund sind in Sachen Logistik viel besser, denn dort sind beide Hallen unter einem Dach.“

Zwei Leidtragende der Bewertung

Auch die Bewertungen sorgten ein weiteres Mal für Fragezeichen. Die leidtragenden Läuferinnen auf ECR-Seiten waren diesmal Lea Schwamberger und vor allem Katharina Kurz, die im Nachwuchs B auf den Plätzen neun und fünf unter 22 Teilnehmerinnen (Brünner: „Die Teilnehmerzahlen sinken. Das macht Sorgen.“) landeten. „Kathi hat sich hervorragend präsentiert. Aber sie gehört eben nicht zu denen, die auf der Prioritätenliste stehen“, sagt Brünner und hat ein vereinsinternes Beispiel. „Jana Schwegler zeigte die identischen Sprünge und Pirouetten und bekam 3,5 Punkte mehr. Das kannst du selbst als Trainer nicht erklären. Da kann man nur sagen: Halt durch, stabilisiere deine Dreifachsprünge, irgendwann wirst du belohnt.“ Auch Schwamberger, die als Dreizehnte der Qualifikation auf Bayernebene ins Feld gerutscht, durfte trotzdem zufrieden sein – mit Blick auf eine einjährige Verletzungspause.

Jana Schwegler, die ECR-Senkrechtstarterin, die in der vergangenen Saison noch bei den Neulingen gestartet war und eine Klasse übersprang, fehlten zu Bronze 1,5 Pünktchen. „Es war ihr zweiter Start auf deutscher Ebene – und beim Berliner Bär lief sich nach Platz zehn im Kurzprogramm mit der zweitbesten Kür auf Rang drei. Sonst ist sie cool, diesmal flatterten ein bisschen die Nerven – auch wenn das ein Außenstehender vielleicht nicht sieht.“ Schlegel schaffte mit über 80 Punkten dennoch erstmals die Kadernorm: Folgt Ende Februar bei den Bavarian Open die internationale Bestätigung, hat der ECR seine nächste Läuferin im Bundeskader.

In der Jugendklasse sorgte eine Neuheit dafür, dass die beiden ECR-Läuferinnen Anne-Sophie Schlegel (17) und Sabrina Denk (16) unter den 33 Starterinnen nicht noch weiter vorne im ersten Drittel landeten als auf den Rängen neun und elf. „Früher war das eine Hobbyklasse, jetzt werten ehemalige Kaderläuferinnen die Klasse extrem auf“, verwies Nicole Brünner auf die beiden erstplatzierten Meike Römpler und Vanessa Grallert. „Über 100 Punkte wie diesmal gab es noch nie.“

Dass Schlegel vor Denk landete, war eine Überraschung, aber erklärbar. „Sabrina war im Kurzprogramm nervös“, erklärt Brünner Rang 18, der sich nach der siebten Kür aber immerhin noch um sieben Ränge verbessern ließ. „Anne-Sophie hat sich sehr gut entwickelt. Sie hat einst in unserer Gruppe mit Nelma Hede oder Annabelle Prölß begonnen, war dann in Australien, hat Ballett gemacht und ist von der Bewegung her sehr gut“, erzählt Brünner. „An ihr sieht man, wohin man mit Willen kommen kann. Außerdem hat sie den american style: Sie freut sich, wenn sie sich präsentieren kann, und geht strahlend aufs Eis.“

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