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Baseball

Petr Cech verlässt die Legionäre

Der Tscheche kehrt in seine Heimat zurück – und schwächt den Regensburger Kader. Coach Helmig warnt: „Titelverteidigung wird schwierig.“
Von Matthias Ondracek, MZ

Petr Cech trug in den vergangenen drei Jahren entscheidend zu den Meistertiteln der Regensburger bei. Foto: Eisenhuth

REGENSBURG. Herber Verlust für die Buchbinder Legionäre: Die Regensburger Baseballer müssen in der kommenden Saison auf eine ihrer tragenden Säulen der letzten Jahre verzichten. Catcher Petr Cech wird den Deutschen Meister verlassen und aus beruflichen Gründen in seine Heimat Tschechien zurückkehren.

„Petr wird in diesem Jahr in Ostrava bleiben und Bergbau zu Ende studieren. Er hat seine Prioritäten einfach erstmal anders gelegt. Das kann man auch verstehen“, erklärt Legionäre-Trainer Martin Helmig. Der ehemalige Minor-League-Profi der Cincinnati Reds wird in der kommenden Saison für seinen Heimatklub Arrows Ostrava auflaufen.

Drei Meistertitel in drei Jahren

„Ich bin in Ostrava aufgewachsen, aber das Studium ist wirklich der einzige Grund, warum ich gehe“, versichert Cech. „Nach je drei Jahren in den USA und in Regensburg war ich insgesamt sechs Jahre weg von zu Hause. Ich wusste, dass ich irgendwann zum Studieren zurückgehen werde. Ich dachte, jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, beschreibt der Wahl-Regensburger seine Beweggründe. Der Tscheche schloss sich vor drei Jahren den Legionären an und errang mit dem Team von Coach Helmig dreimal den Meistertitel. Der 25-Jährige schwang sich schnell zum Leistungsträger auf. In seinem ersten Jahr führte der Ex-Profi die Bundesliga mit einem Schlagdurchschnitt von .456 sowie 52 Hits an. Zudem wurde der tschechische Nationalspieler zum besten Schlagmann der Finalserie 2010 gekürt.

„Petr war einer unserer Hauptleistungsträger. Da brauchen wir nicht drüber reden. Uns geht ein Top-Schlagmann und ein sehr guter Catcher verloren“, trauert Helmig dem Tschechen hinterher. „Für mich ist Petr einer der Top fünf Catcher in Europa“, fügt der Coach an.

Insgesamt absolvierte Cech 108 Bundesliga-Spiele für die Legionäre. Der Publikumsliebling brachte es in drei Jahren auf einen herausragenden Schlagdurchschnitt von .394, verbuchte 173 Hits und 95 Runs Batted In, 115 Punkte und neun Homeruns. „Ich habe die besten drei Baseball-Jahre in meinem Leben in Regensburg verbracht. Ich hatte sehr viel Spaß“, so Cech wehmütig, der sich noch ein Hintertürchen offen lässt: „Ich würde es lieben, eines Tages zurückzukehren. Aber nicht in dieser Saison.“

Helmig: „Abgang schmerzt“

Wenngleich ein Comeback Cechs zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen ist, wiegt der Abgang zunächst schwer. „Petr Cech ist ein super Typ, dessen Abgang auch menschlich sehr schmerzt“, weiß Helmig. „Wir haben natürlich mit dem Pummel (Christopher Howard, d. Red.) noch einen super Catcher. Aber es kann immer etwas passieren. Da sind wir jetzt sehr dünn besetzt“, mahnt der Coach. Hinter Howard wird vorerst der junge Elias van Garßen als Backup agieren.

Nach Rodney Gessmann verlässt mit Cech somit ein weiterer Stammspieler aus beruflichen Gründen den vierfachen Champion. Auch hinter Philipp Hoffschild steht für die kommende Saison noch ein Fragezeichen. Eine erneute Titelverteidigung scheint damit kein leichtes Unterfangen. „Es stellt sich schon die Frage, wie viele Topspieler eine Mannschaft ersetzen kann. Auch Klaus Hopfensperger vom Vorjahr zähle ich da noch dazu. Es wird auf jeden Fall schwierig“, dämpft Coach Helmig die Erwartungen.

Die Suche nach Ersatz läuft daher auf Hochtouren. „Wir sind auf jeden Fall bemüht, die Verluste aufzufangen. Wir sind schon an einigen Spielern dran und hoffen schon bald die ein oder andere Neuverpflichtung präsentieren zu können“, kündigt Helmig an.

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