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Sport aus Regensburg
Samstag, 16. Dezember 2017 5

Kickboxen

Santl holt WM-Titel in Königsdisziplin

Das 17-jährige Talent des Regensburger Thaiboxstudios „Galaxy Gym“ siegt bei der Junioren-WM der Kickboxer.
Von Alex Huber, MZ

Dominik Santl ging aus allen Kämpfen bei der Junioren-Weltmeisterschaft als Sieger hervor. Fotos: Sportpixel

Regensburg.Vom Underdog zum Weltmeister – so lässt sich Dominik Santls Werdegang wohl am besten beschreiben. Wochenlang hatte der 17-jährige Kickboxer vom Regensburger Thaiboxstudio „Galaxy Gym“ für sein bisher größtes Turnier trainiert, geschwitzt und gerackert. Nun erntete Santl die verdienten Lorbeeren seines Engagements: Bei der Junioren-WM der „World Association of Kickboxing Organizations“ (WAKO) in Dublin setzte sich das Nachwuchstalent gegen die vermeintlich haushohen Favoriten aus Russland durch und holte am Ende in der Königsdisziplin „K-1“ die Goldmedaille für Deutschland. Für Galaxy Gym-Leiter und Trainer Cai Waldenberger war das allerdings keine große Überraschung: „Wir sind nach Dublin gereist, um das Turnier zu gewinnen. Das ist sein bisher größter Erfolg. Wir sehen das als nächsten Schritt, denn er hat seinen Bekanntheitsgrad nun auch international gesteigert.“

Rund 40 deutsche Kämpfer

Für Santl und Waldenberger ging es mit dem Flugzeug von München in die irische Hauptstadt. Begleitet wurden die beiden auch von einigen weiteren Athleten des „Galaxy Gym“. „Die haben derweil im bekanntesten Gym Dublins trainiert“, verrät Waldenberger. Auf der Insel angekommen, bezogen die beiden Regensburger gemeinsam mit dem rund 40 Mann starken Bundeskader ihr Quartier. „Das war das größte Hotel, das ich je gesehen habe. Es hatte 5800 Zimmer. Da waren auch alle anderen Nationen wie die USA, Neuseeland oder Südafrika untergebracht“, erzählt Santl. Die favorisierten Kämpfer aus Russland hätten dagegen ein eigenes Hotel bezogen, wie Waldenberger hinzufügt.

Bevor der erste Kampf für den Regensburger anstand, ging es noch zum Gewichts- und Dopingtest. Nach dem wochenlangen Training reduzierte Waldenberger im Vorfeld des Turniers auch die Trainingsintensität seines Schützlings. „Wir haben das System hochgezogen und kurz vor dem Wettkampf total runtergefahren. Da gab es dann nur noch leichtes Training, da es zu diesem Zeitpunkt überwiegend auf die Ernährung und die Muskulatur ankommt“, offenbart der Coach. Gerade deshalb habe er seinen Athleten nicht bis 81 Kilogramm, sondern in der nächst höheren Kategorie bis 86 Kilogramm angemeldet. „Während eines Turniers das Gewicht so zu halten, ist schwierig. So konnte Dominik futtern, was er wollte“, erklärt Waldenberger schmunzelnd.

Ein Interview mit Dominik Santl und seinem Trainer:

Dominik Santl ist Kickbox-Junioren-Weltmeister

Der erste Gegner trat nicht an

Gerade als Santl jedoch vor seinem ersten Kampf stand, zog sein Gegner zurück. „Vielleicht hat er sein Gewicht nicht gehalten oder war gedopt. Wir haben erst gar nicht nachgefragt“, blickt Waldenberger zurück. Santl erhielt in Folge dessen ein Freilos. Somit stand er im Halbfinale gegen den amtierenden Vizeweltmeister Luca Carnevali aus Italien. „Die Kämpfe gingen jeweils über drei Runden von je zwei Minuten“, erklärt der Trainer. Dominik Santl bezwang seinen Gegner nach Punkten.

Im Finale stand das Nachwuchstalent vom „Galaxy Gym“ Samat Beteev aus Russland gegenüber. „Er hatte schon einige Titel geholt“, sagt Waldenberger. Rund 3000 interessierte Zuschauer füllten dabei die Halle. „Ein Kamerateam des BBC hat unseren Kampf außerdem gefilmt“, fügt der Trainer Hinzu. Von Nervosität zeigte Santl dabei trotz der beeindruckenden Kulisse keine Spur: „Natürlich steht man vor dem Kampf unter Druck, aber ich habe mich im Vorfeld zurückgezogen und viel meditiert. Nervös war ich weniger.“

„Die haben mich am Flughafen gefeiert.“

Dominik Santl

Seine intensive Vorbereitung sollte schließlich Früchte tragen: Bereits in der zweiten Runde siegte Santl durch einen Knockout. Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr. „Wir haben bis 5 Uhr morgens im Hotel gefeiert“, verrät Santl schmunzelnd. Zurück am Münchner Flughafen erwartete ihn eine besondere Überraschung, denn seine Freunde und Familie boten ihm einen gebührenden Empfang: „Die haben mich am Flughafen gefeiert.“

Waldenberger sieht den Erfolg seines Schützlings als Sprungbrett für seine weitere Karriere. „Gegen einen Russen im Finale zu gewinnen, hat noch niemand geschafft. Titel sind wichtig für die weiteren Kämpfe und Turniere. Dominik hat jetzt neue Erfahrungen gesammelt.“

Nach seinem Titegewinn wurde Santl zudem in die „Hall of Fame“ der WAKO aufgenommen. Genug hat er aber noch lange nicht: „Ich will mit dem Boxen so weit kommen, wie es nur möglich ist.“

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