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Sport aus Regensburg
Dienstag, 20. Februar 2018 5

Sturm: ?Ich dachte, der spinnt?

Nun also steht bereits der 10. Spieltag an in der Fußball-Bayernliga. Spitzenreiter FC Eintracht Bamberg kann dabei am Freitag (Anstoß: 17.45 Uhr) mit einem Heimsieg die Führung ausbauen. Gegner SSV Jahn Regensburg, der Tabellenvierte, würde dagegen bei einer Niederlage wohl vorläufig aus der Spitzengruppe ausscheiden. Kurzum, Spannung ist garantiert.

Da war doch einmal was?

Das erste Wiedersehen zwischen Bambergs Kickern und denen aus Regensburg seit Mitte der achtziger Jahre verspricht ein ganz besonderes Spiel zu werden. Und immer, wenn ein bisschen Nostalgie und jede Menge Aufbruchstimmung aufeinander treffen, kramt man in den Tiefen der Erinnerung. So auch hier. Bamberg gegen Jahn Regensburg, da war doch einmal was? Richtig. Da ist Fußball-Geschichte geschrieben worden – aber die der ungewöhnlichen Art. Denn ein Jahn-Spieler namens Otto Baumgartner hatte seinerzeit in der Hauptkampfbahn im Volkspark in Bamberg ein so kurioses Eigentor geschossen, dass sich sogar Psychologen damit beschäftigt haben. „Manche begründeten den Fehlschuss mit einer Rechts-Links-Verwechslung, ähnlich wie bei Geisterfahrern auf der Autobahn“, erinnert sich Baumgartner. Sein Treffer sorgte jedenfalls weltweit für Schlagzeilen und der Selbsttorschütze musste damals bei Blacky Fuchsbergers Show „Auf los, geht's los“ vor einem Millionenpublikum berichten, wie das war, mit dem kuriosen Eigentor. Und wie war das?

Rückblende: Am 16. April 1985 trat der SSV Jahn Regensburg im Punktspiel in der Bayernliga beim FC Bamberg an. Bis zur 74. Minute stand es 0:0. Dann wurde Otto Baumgartner eingewechselt. 30 Sekunden war der Jahn-Stürmer erst im Spiel, als er den Ball erhielt. Baumgartner trieb das Leder vom Mittelland Richtung Tor. Die Abwehr sah tatenlos zu, als er aus 18 Metern abzog. Sein Schuss landete genau im Winkel zum 1:0. Erst beim, Jubeln und beim Blick in die Gesichter seiner Mannschaftskameraden bemerkte er, dass er schlicht die Seiten verwechselt und ins eigene Tor getroffen hatte. Die Partie endete mit 2:1 für Bamberg, nicht zuletzt wegen Baumgartners kuriosem Eigentor.

Klaus Sturm, der damalige Jahn-Coach und nunmehr langjähriger Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle der Regensburger erinnert sich heute noch zum Teil belustigt, aber auch mit Grausen an diese Fußball-Geschichte der ungewöhnlichen Art. „Ich hab' mir gedacht, der Otto spinnt.“ Dabei war Otto Baumgartner damals mit besten Fußball-Referenzen zum Jahn gekommen –als ehemaliger Schüler- und Jugendnationalspieler und Stammakteur des Ligakonkurrenten FC Vilshofen.

Keine Zeit mehr für Fußball

In Regensburg blieb er aber nur Ergänzungsspieler. Stürmer wie Hans Melzl oder Michael Hausmann konnte er nicht verdrängen. Was Baumgartner jedoch nicht viel ausmachte. „Ein Kicker aus Leidenschaft war ich nie. Deshalb habe ich mir später auch immer jahrelange Pausen gegönnt.“ Inzwischen hat der mittlerweile 42-Jährige auch schon längst Abstand zum Fußball gewonnen. Sein Beruf als Kfz-Mechaniker in dem Fuhrunternehmen, das er mit seinem Bruder im niederbayerischen Roßbach führt, lässt ihm keine Zeit dazu. Deswegen wird er am Freitag auch wenig Notiz davon nehmen, wenn sich FC Eintracht Bamberg und Jahn Regensburg im Spitzenspiel der Bayernliga messen. Sein spektakuläres Eigentor hat ihn aber bei beiden vereinen unvergesslich gemacht.

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