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Sport aus Regensburg
Montag, 26. Juni 2017 30° 3

Leichtathletik

Vier Medaillen für ein Telis-Läufertrio

Maren Kock holt über 1500 Meter den Titel. Florian Orth wird in Karlsruhe zum Silbermann. Thea Heim schafft eine Bestzeit.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Thea Heim (Bronze), Maren Kock (Gold) und der zweifache Silbermann Florian Orth holten vier Medaillen für Regensburg.Foto: Kiefner

Karlsruhe. Teamchef Kurt Ring liebt die Halle nicht besonders. Doch was soll er machen: Seine Läufer von der LG Telis Finanz aus Regensburg sind bestens in Schuss. Nur Corinna Harrer ließ die Halle schon vor Wochen vorzeitig Halle sein, das Trio Maren Kock/Florian Orth/Thea Heim aber trumpfte bei den deutschen Titelkämpfen in Karlsruhe auf und sicherte sich mit einem Titel, zwei zweiten und einem dritten Platz vier Medaillen. „Das sind 110 Prozent des Möglichen und ein Optimalergebnis für uns“, sagte Ring. „Wieder einmal.“

Maren Kock hatte sich für die 1500 Meter entschieden, es als Vorlaufdritte am Samstag ruhig angehen lassen und verschärfte dann im Schlussviertel des Finales das Tempo so entscheidend, dass die Hallen-Titelträgerin über 3000 Meter von 2014 und aktuelle 1500er-Freiluft-Meisterin in 4:13,72 Minuten souverän auf Platz eins lief. Das bedeutete persönliche Bestzeit wie auch bei Thea Heim, die in 4:16,61 hinter der erst 17-jährigen Konstanze Klostermann (4:15,72) als Dritte ins Ziel kam – und damit auch die eigentlich als Favoritin gehandelte Hanna Klein in Schach hielt (5., 4:20,19).

Es war härter als es aussah

Maren Kock war sich des Tempos gar nicht bewusst – und auch weit mehr angestrengt, als es den Eindruck machte. „Die Zeit hatte ich gar nicht im Blick, sondern habe mich mehr auf die Mädels vorne konzentriert“, sagte die 24-Jährige, die für die EM über 3000 Meter qualifiziert ist. „Hinten raus war es hart. Ich habe 350 Meter vor dem Ziel angezogen – da überlegst du dir schon, das nächste Mal vielleicht 100 Meter später anzugreifen. Aber ich wusste, dass ich 4:15 laufen kann. Jetzt ist es sogar noch ein bisschen schneller geworden.“

Der Silbermann von Karlsruhe war Florian Orth, der sich zweimal im Hundertstel-Entscheid beugen musste: Erst am Samstag über 3000 Meter Richard Ringer um einen Wimpernschlag mit 8:29,61:8:29,57, dann am Sonntag dem deutschen Rekordmann und seit Donnerstag drittschnellstem Europäer aller Zeiten, Homiyu Tesfaye, der dank eines energischen Schlussspurts 17 Hundertstel vor Orth (3:41,85) ins Ziel kam.

Florian Orth hatte sich erst am Samstagmittag entschieden, die 3000 Meter in Angriff zu nehmen, weil über 1500 Meter die Vorläufe ausfielen. „Ich wusste nicht, wie viel ich durch mein Examen im Training verloren hatte“, sagte der 25-Jährige – und war vom Rennverlauf über die längere Distanz überrascht. „Das hatte ich so nicht erwartet, dass sogar auf meine Initiative gewartet wurde“, kommentierte Orth das Bummeltempo der ersten 2000 Meter mit Durchgangszeiten von 3:07 und 6:02. „Erst die letzten 1000 Meter waren in 2:26 schnell – trotz der ebenfalls noch langsamen ersten 200 Meter. Aber mir kam das ja wegen des Doppelstarts ja auch entgegen“, erklärte Orth. „Das war ein besserer Steigerungslauf“ – mit silbernem Ende.

Über 1500 Meter setzte sich Orth an von Beginn an an die Spitze, lag bei 400 (1:01,19 Minuten), 800 (2:02,52) und 1200 Meter (2:59,64) vorne. „Die Flucht nach vorne war die Überraschungstaktik. Da herrschte die beste Stimmung des Tages in der Halle“, sagte Ring und fand schade, dass der Mut wieder so knapp wie tags zuvor „nur“ mit Silber belohnt wurde.

Denn Gold ließ sich Tesfaye nicht nehmen, der nach seinen zwei deutschen Rekorden innerhalb von fünf Tagen (zuletzt 3:34,14) im Vertrauen auf seine Stärke vom Ende des Feldes auf der Zielgeraden auf den ersten Platz lief. „Die Nummer eins in der Welt muss bei deutschen Meisterschaften gewinnen“, meinte der Jahresweltbeste in der Halle lachend.

Zielstrich-Entscheid auch bei Plinke

Dazu war Kurt Ring auch mit der vierten Starterin im Bunde zufrieden: Anna Plinke lief über 3000 Meter beim Sieg von Gesa-Felicitas Krause (9:04,84) mit Saisonbestzeit von 9:44,08 als Siebte ins Ziel. Obwohl: „Auch hier haben wir Platz sechs am Zielstrich vergeben“, sagte Ring. Plinke fehlten drei Hundertstel.

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