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Sport aus Regensburg
Donnerstag, 29. Juni 2017 27° 4

Leichathletik

Volles Feld verdient volle Ränge


Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Seit 2006 gibt es die Sparkassen-Gala: Dr. Rudolf Gingele, Kurt Ring, Otto Prinzing und Corinna Harrer freuen sich darauf. Foto: Wotruba

Ganz nah dran an Spitzensportlern sein: Das geht nirgend besser als bei der Sparkassen-Gala. Und doch: Herumgesprochen hat sich das noch nicht so, wie es sein könnte. Zu Dr. Rudolf Gingele aber sehr wohl: „Die Gala wird noch nicht so wahrgenommen und vor allem von den Zuschauern genutzt“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. „Dabei haben die Athleten in der fast familiären Atmosphäre etwas zu bieten.“

Wieviel, das ist am Samstag im Unistadion zum achten Mal seit 2006 zu sehen. „13 Stunden Leichtathletik“, kündigt Meeting-Direktor Kurt Ring an. „In vielen der 21 Disziplinen haben wir internationale Konkurrenz am Start“, sagt er über rund 1050 Teilnehmer aus 18 Nationen, die über 1200 Nennungen abgegeben haben. „Die nationale Spitze ist auch da.“ Während in Deutschland immer mehr Meetings sterben, blüht die Sparkassen-Gala und platzt aus allen Nähten.

„Wir sind rappelzappelvoll“, sagt Ring mit Blick auf 280 Sprinter, 250 800-Meter-Läufer, 160 Teilnehmer über 1500 Meter und 100 5000er-Starter, die in dem Vorprogramm ab 9.30 und dem Hauptprogramm ab 16 Uhr ihren Platz suchen und finden. „Es wird eng. Wir mussten sogar einem WM-Dritten absagen“, sagt Ring. „Alle geplanten Pausen haben wir sowieso schon gestrichen. Es geht voll durch.“

Gekämpft wird um Normen für deutsche Meisterschaften und internationale Nachwuchs-Meisterschaften – und das auf bestem Niveau. Von den Startern der gastgebenden LG Telis Finanz können auch nicht alle mitmischen: Philipp Pflieger läuft gleichzeitig für Deutschland beim Team-Europacup der Langstreckler, Maren Kock sucht den internationalen Vergleich in Hengelo. Und beinahe hätte obendrein noch die Telis-Vorzeigefrau gefehlt: Corinna Harrer hat eine einwöchige Pause nach einer Lebensmittelvergiftung hinter sich. Dennoch hat sich die 22-Jährige entschlossen, sowohl am Donnerstag beim Diamond-League-Meeting in Rom über 1500 Meter gegen Konkurrenz mit der Qualität eines WM-Endlaufs als auch am Samstag in Regensburg anzutreten, wo Harrer die 800 Meter läuft. „Vor so viel Mut kann ich nur den Hut ziehen“, sagt Kurt Ring, der die Olympia-Halbfinalistin auch trainiert. Einzig das Vorhaben, über die zwei Stadienrunden erstmals eine Zeit unter zwei Minuten anzupeilen, ist jetzt wohl nicht mehr realistisch. „Ich hoffe, dass mich die Regensburger trotzdem unterstützen“, sagt Harrer und erinnert sich mit Wohlgefühl daran, wie sie im Vorjahr nach dem gelösten Olympia-Ticket für London „fast schon gefeiert“ wurde.

Leichtathletik pur, mit Spitzenathleten auf Du und Du – das ist das Rezept der Organisatoren seit Jahren. „Wir schwimmen öfter gegen den Strom“, sagt Kurt Ring. Damit haben es die Regensburger unter die Top-50-Meetings der Welt geschafft. Und bringen eine fast sechsstellige Summe dafür auf: „Die Hälfte davon sind technische Kosten für den Livestream im Internet, die Videowand oder den Ergebnisdienst“, sagt Ring. „Es wäre falsch, die Technik zurückzufahren und mehr in Athleten zu investieren. Einige kommen auch ohne Antrittsgelder.“ Müssten also nur noch die Ränge so gefüllt sein wie das Teilnehmerfeld.

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