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Sport aus Regensburg
Dienstag, 26. September 2017 21° 2

Heimspiel

Vorteil oder Nachteil? Es kann gut beides sein!

Ansporn oder Angst: So sehen die Telis-Asse Susi Lutz, Corinna Harrer und Michelle Weitzel den Auftritt im Uni-Stadion.
Von Claus-Dieter wotruba, MZ

REGENSBURG. Flügel oder Lähmung? Euphorie oder Angst? Heimspiele sind quer durch alle Sportarten ein Phänomen. Was zum Beispiel der SSV Jahn in der 3. Fußball-Liga heuer mit einer imposanten Auswärtsbilanz bei magerer Statistik an der Prüfeninger Straße bot, das gibt es auch in der Leichtathletik. Susi Lutz, die deutsche Meisterin über 3000Meter Hindernis, kann das Lied von all den Athleten der LG Telis Finanz am treffendsten singen. Lange plagte sich die zweimalige Gewinnerin von EM-Bronze bei der U20 und U23 mit den Auftritten bei der Sparkassen-Gala im Universitätsstadion. Lange tat sie sich schwer – bis sie hier vor einem Jahr in 9:58,48 Minuten ihre Spezialstrecke erstmals unter zehn Minuten zurücklegte.

„Von der Aufregung her hat die Gala den Stellenwert einer Meisterschaft für mich“, sagt die 24-Jährige. „Alle, die einem sonst immer helfen, fiebern da mit.“ Das erzeugt in der Mentalität einer Susi Lutz eine Bringschuld. „Dann ist natürlich auch eine Erwartungshaltung da, die man erfüllen will.“ In diesem Jahr wird es für Lutz besonders schwer: Nach der Trennung von ihrem Läuferkollegen Philipp Pflieger geht sie mit ihrem neuen Freund und Teamkollegen Felix Hentschel nun seit ein paar Wochen eigene Wege ohne ihren Trainer Kurt Ring: Eine Situation, mit der sie zu kämpfen hat. „Wir hatten ja ein wahnsinnig enges Verhältnis“, sagt Lutz, für die es bei ihrem ersten Auftritt in Koblenz vergangene Woche schlecht lief.

„Ich kann mich aktuell schlecht einschätzen“, sagt Lutz, die ihren Blick voll und ganz auf die deutschen Meisterschaften am 23./24. Juli in Kassel richtet. „Regensburg ist für mich diesmal ein Einstiegsrennen, dann sehen wir weiter“, sagt sie und hofft auf die Duplizität der Ereignisse. „Auch 2010 ging es mir ja in Koblenz schlecht.“

Schlecht lief es auch für Corinna Harrer bei der Sparkassen-Gala vor einem Jahr: Dort wollte sie die 1500Meter anpacken – und es ging schief. „Die 800 waren nur ein Notpaket“, sagt Harrer. Doch wohl dem, der so ein „Notpaket“ hat: Dieses endete in Platz sechs bei der Junioren-WM im kanadischen Moncton. Dieses Mal verspürt die 20-Jährige große Vorfreude auf ihren Start über 800 Meter. „Vor zwei Jahren sind alle aufgestanden, als ich auf die Zielgerade kam“, erinnert sie sich. „Das war ein Gänsehaut-Moment.“ Die 2:04,14 Minuten sind über die zwei Stadionrunden bis heute Corinna Harrers Topwert. „In Richtung Bestzeit soll es auf alle Fälle gehen.“

Den hat Weitspringerin Michelle Weitzel am Wochenende schon pulverisiert: Die 6,64 Meter von Weinheim am vergangenen Wochenende bedeuteten eine Verbesserung der Freiluft-Bestleistung von 15 Zentimetern und erstaunten selbst Weitzel. Und das Telis-Ass ist ein Heimsprung-Fan: „Da kommen viele Leute, die mich privat kennen. Das ist ein schönes Gefühl.“ Steigert sie sich noch, könnte sich Weitzel zum 24. Geburtstag selbst beschenken und am 18. Juni zur Team-EM nach Stockholm fahren.

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