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Sport aus Schwandorf
Samstag, 23. September 2017 20° 3

Fußball Landesliga

Der erste Sieg war in greifbarer Nähe

Der FC Schwarzenfeld geht gegen den SC Ettmannsdorf spät in Führung – muss aber noch den Ausgleich per Elfmeter hinnehmen.

Der FC Schwarzenfeld (in Weiß) war in der Offensive agiler und vor allem in der zweiten Halbzeit mutiger als die Gäste aus Ettmannsdorf.Foto: sca

Schwarzenfeld. Schwarzenfeld. Eine Überraschung stellt das Unentschieden zwischen dem 1. FC Schwarzenfeld und dem SC Ettmannsdorf nicht dar. Angesichts der Ergebnisse der zwei Mannschaften in den vorangegangenen Spielen war von einer Punkteteilung auszugehen. Am Ende jedoch fehlten dem heimischen Aufsteiger nur wenige Minuten zum ersten Dreier. Jaroslav Filinger hatte in der 86. Minute das 1:0 erzielt, dann bekamen die Gäste in der 89. Minute einen Handelfmeter zugesprochen, den Ludwig Hofer zum insgesamt gerechten 1:1 verwandelte. Negativer Höhepunkt in einer emotionalen Schlussphase dieses Landesliga-Derbys war die Rote Karte für Erkan Kara nach einer vermeintlichen Tätlichkeit in einer unübersichtlichen Situation. Damit holte sich der Aufsteiger den ersten Punkt in der neuen Umgebung. Für den Gegner aus Schwandorf bleibt die Lage trotz inzwischen fünf Punkten unverändert kritisch.

FC fehlte die Cleverness

„Es ist sehr schade, dass wir es nicht geschafft haben, den Vorsprung über die verbleibenden Minuten zu bringen. Meine Mannschaft hätte sich in dieser Phase cleverer verhalten müssen“, sagte der Schwarzenfelder Trainer nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft hatte in der 86. Minute durch Jaroslav Filinger den Führungstreffer erzielt. Vorausgegangen war ein schöner Angriff auf der linken Seite über Tomas Glazer, der von der Grundlinie den Ball in den Strafraum passte. Ettmannsdorf konnte zunächst abwehren, doch am Sechzehnmeterraum stand der heimische Offensivmann völlig frei und traf per Flachschuss ins Netz. Bemerkenswert war, dass die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl waren, nachdem Philipp Fischer in der 82. Minute Gelb-Rot gesehen hatte. Eine der vielen diskussionswürdigen Entscheidungen des Unparteiischen Stefan Dorfner (SV Falkenfels).

In der Schlussviertelstunde wirkte der FC Schwarzenfeld wesentlich präsenter und entschlossener als der SC Ettmannsdorf, der während der gesamten Spielzeit verunsichert auftrat, sich immer wieder in Einzelaktionen verzettelte und kein Risiko einging. Offensichtlich war ein Unentschieden bereits im Vorfeld des Derbys das Ziel der Gäste. Erst nach dem Rückstand wachte die Baierlein-Elf auf, sie wollte in den letzten Minuten noch zum Ausgleich gelangen.

Weil Schwarzenfeld weiter mitspielte, anstatt hinten dicht zu machen und die Bälle wegzuschlagen, fiel noch der Ausgleich. Es lief die 89. Minute, als nach einem Gästeangriff ein Schwarzenfelder Akteur den Ball mit der Hand gespielt haben soll. Der Schiedsrichter erkannte nach einem kurzen Zögern auf Elfmeter, den der Ettmannsdorfer Ludwig Hofer zum 1:1 verwandelte.

Bei diesem Resultat blieb es schließlich, wobei beide Trainer alles andere als zufrieden wirkten. Auch der SC Ettmannsdorf hatte sich mehr erhofft aus diesem Derby, doch um den Tabellenletzten besiegen zu können, wäre eine ganz andere Leistung nötig gewesen. Unübersehbar waren die Schwächen im Spielaufbau und in der Offensive. Insgesamt war es eine Begegnung auf niedrigem Niveau, jedoch vor einer sehr großen Zuschauerkulisse.

Deutlich war in der ersten Halbzeit die Zurückhaltung auf beiden Seiten zu erkennen. Keine der Mannschaften riskierte zu viel, um dem Gegner nicht einen Vorteil zu verschaffen. Klare Torchancen waren deshalb nur selten zu sehen. So verfehlte ein Schuss von Jeremy Schmidt nur knapp das Schwarzenfelder Tor, auf der anderen Seite brachte ein Angriff über Felix Peter nur eine Ecke ein. Weitere Möglichkeiten besaßen Ludwig Hofer und Florian Tausendpfund für den Gast sowie Tomas Glazer für die Heimelf. Zehn Minuten vor der Pause musste Thorsten Baierlein die Ettmannsdorfer Elf umstellen, weil Philipp Peter verletzungsbedingt ausschied.

Die zweite Halbzeit verlief ähnlich, wobei sich der 1. FC Schwarzenfeld jetzt mutiger präsentierte. So musste sich SCE-Torwart Tim Ebner nach einem Fernschuss von Jaroslav Filinger mächtig strecken, um den Ball aus dem Winkel zu holen. Ettmannsdorf verlegte sich auf Konter, die wenig einbrachten. In der Folgezeit liefen bei den Gastgebern viele Vorstöße über die linke Seite, wo Jaroslav Filinger viel Platz hatte. In der Mitte lauerte Felix Peter, der immer wieder für Unruhe sorgte. Glück hatten die Gäste in der 77. Minute, dass der Schiedsrichter einen Schwarzenfelder Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannte. Während sich die Gäste offensichtlich mit einem Remis angefreundet hatten, drängte die Elf von Wolfgang Stier auf den Sieg. Selbst die Hinausstellung von Philipp Fischer änderte nichts an dieser Taktik.

FC darf sich als Sieger fühlen

Mit dem späten Treffer von Jaroslav Filinger schien das Konzept aufzugehen. Doch dann gelang dem SCE glücklich per Elfmeter der Ausgleich. In der Nachspielzeit bekam der Gast nochmals einen Freistoß zugesprochen, vor dessen Ausführung sich Erkan Kara mit der Schwarzenfelder Abwehr anlegte und mit Rot vom Platz geschickt wurde.

Trotz des Ausgleichstors in letzter Minute darf sich der 1. FC Schwarzenfeld als Sieger in diesem Derby fühlen, denn die Mannschaft hatte phasenweise in der ersten Halbzeit und dann in den Schlussminuten mehr zu bieten als der SCE und war entschlossener als der Gegner. (sho)

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