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Sport aus Schwandorf
Samstag, 23. September 2017 20° 3

Ausdauersport

DM: Helena Pretzl ist Vizemeisterin

Stürze bei extremen Bodenverhältnissen kosten Burglengenfeldern Zeit. Schaller erreicht Rang fünf und Kellner Platz zehn.

  • Trotz zahlreicher Missgeschicke kämpfte sich Helena Pretzl bis ins Ziel und wurde dafür mit der Vizemeisterschaft belohnt. Foto: bpf
  • Tobias Zeller finishte auf Rang acht seiner Altersklasse. Foto bpf
  • Michael Schaller preschte mit Volldampf auf die kräftezehrende MTB-Runde. Foto: bpf
  • Sascha Kellner erkämpfte sich den zehnten Platz. Foto: bpf

Burglengenfeld.Alles andere als leicht war die Outdoorveranstaltung Xterra Germany, zugleich die deutsche Meisterschaft im Crosstriathlon. Die Ausdauerdreikämpfer des TV Burglengenfeld bissen nach Stürzen mit dem Mountainbike die Zähne zusammen und traten weiter kräftig in die Pedale, was vor allem der mitgereiste TV-Fanclub mit viel Applaus würdigte.

Für eine großartige Überraschung sorgte die Prembergerin Helena Pretzl, die sich trotz vieler Missgeschicke aufs Siegerpodest kämpfte und die deutsche Vizemeisterschaft mit nach Hause brachte. Michael Schaller zeigte mit Rang fünf Kampfgeist, ebenso wie Sascha Kellner auf Platz zehn.

Schlammschlacht auf Crosskurs

Das Unwetter in der Nacht vor dem Start der deutschen Meisterschaft machte aus dem Crosskurs eine Schlammschlacht und forderte Mensch und Material bis zum Äußersten. So sah man von den Athleten oft nur noch eine Dreckkruste anstatt die Beine. Dies machte sich auch an den Zeiten bemerkbar, so dass im Schnitt alle gut zehn Prozent länger benötigten als normal.

Helena Pretzl merkte man von Beginn an ihre Nervosität an, was aber nicht verwunderlich war, waren es doch ihre ersten deutschen Meisterschaften, nachdem sie erst dieses Jahr in den Triathlonzirkus eingestiegen war. Zu allem Unglück musste sie auf einem geliehenen Mountainbike antreten, da ein Rahmenbruch kurz vorher ihr Rad unbrauchbar gemacht hatte. Drei Minuten nach den Herren hechtete sie beim Le-Mans-Start in den O-See, und mit der sechstbesten Schwimmzeit bei den Frauen war ihr der Auftakt geglückt.

Nach vier Kilometer gestürzt

Das Leihbike brachte Pretzl allerdings kein Glück, bereits nach vier Kilometern lag sie beim Überqueren einer Holzbrücke auf dem Boden. Mit einem aufgeschlagenen Knie preschte sie dann weiter, ehe sie ein Platten erneut stoppte. Das Pannenspray wirkte schnell, doch in den nächsten drei steilen Anstiegen musste sie erneut vom Rad. Jedes Mal sprang die Kette vom größten hinteren Ritzel – vermutlich wegen des Sturzes – und verklemmte sich. Ihre Motivation sank dabei in den Keller, doch zeigte sie großen Kampfgeist und nahm jedes Mal die Verfolgung ihrer enteilten Konkurrentinnen wieder auf.

Nach der harten MTB-Prüfung zeigte Pretzl große Moral und kämpfte auf dem rutschigen Lauftrail um jede Sekunde. Mit letzter Kraft und einem kleinen Lächeln auf dem Gesicht erreichte sie mit der achtbesten Laufzeit das Ziel.

Ihr Einsatz, trotz der vielen Missgeschicke mit gut zehn Minuten Zeitverlust, hatte sich gelohnt. Im Frauengesamtfeld kam sie auf Rang zehn. Bei der Siegerehrung kam jedoch die große Überraschung und sorgte beim TV-Fanclub wie auch bei ihren TV-Mitstartern für Freudentränen. In ihrer Altersklasse holte sie sich die Silbermedaille.

Entspannt nahm Michael Schaller nach dem Gewinn der Duathloncrosseuropameisterschaft die Deutschen Meisterschaften in Angriff. So sprang er in die Fluten und verließ nach für ihn guten 28.20 Minuten das nasse Element.

Kräftezehrende MTB-Runde

Mit Volldampf preschte er, einen nach dem anderen überholend, auf die MTB-Runde der Zittauer Berge, die mit 100 Höhenmetern sehr kräftezehrend war. Doch sein starker Auftritt beim zweiten steinigen Downhill nahm ein jähes Ende. Nach einem Sprung rutschte sein Vorderrad weg und er überschlug sich. Obwohl noch voll Adrenalin spürte er bereits beim Aufrappeln starke Schmerzen im rechten Knie. Hinkend schob er zu einem etwa 400 Meter entfernt postierten Sanitäter, der ihm zur Aufgabe riet.

Doch Schaller biss die Zähne zusammen und kurbelte nach einigen Minuten vorsichtig los. Zu allem Übel, als es trotz Schmerzen wieder gut lief, rollte er plötzlich auf der Felge dahin. Doch das Pannenspray wirkte, und so biss er noch mal die Zähne zusammen und brauste blutend und dreckverkrustet bis in die Wechselzone.

Flugs in seine Laufschuhe gerutscht, sammelte er im Turbomodus bis zum Ziel noch gut 20 Kontrahenten ein und lief trotz der vielen Missgeschicke freudestrahlend als Fünfter der Deutschen Meisterschaften ins Ziel. Die Zwangspausen kosteten ihn circa 15 Minuten und somit auch einen Podestplatz.

Erste große Meisterschaften

Sascha Kellner meisterte trotz zweier kleiner Stürze die Meisterschaftsstrecke ohne körperlichen Schaden. Für ihn waren es auch die ersten großen Meisterschaften, und so stand er erwartungsvoll an der Startlinie des O-Sees. Im Gewühl der knapp 800 Arme und Beine und nach einige Tritten und Schlägen seiner Mitstreiter kam er dennoch einigermaßen in einen guten Rhythmus.

Nur 28 Sekunden hinter Schaller verließ er so stark verbessert das nasse Element und suchte in den schier endlosen Reihen der Bikes nach seinem neuen 29-Zöller. Es rollte hervorragend und so überholte er mit großem Pedaldruck gleich einige Gegner, bis er zum fünf Kilometer langen Anstieg kam.

Nach nur zwei kleinen Ausrutschern sprang er vom MTB und schlüpfte in seine Laufschuhe. Sein vermehrtes Training zahlte sich hier aus, und er spulte die harten knapp zehn Kilometer in ausgezeichneten 44 Minuten herunter. Ausgelaugt lag er im Ziel auf dem Boden, schnappte nach Sauerstoff, war aber dennoch zufrieden mit seinem Kampf gegen die Elemente.

Etwas einfachere Aufgabe

Für Tobias Zeller war die Aufgabe auf der verkürzten Xterra-Strecke etwas einfacher als die seiner Vereinskollegen. Nach dem Sprung in den O-See kraulte er im Mittelfeld der 750-Meter-Runde und stürmte zwar außer Atem, aber dennoch zufrieden in die Wechselzone.

Mit gutem Pedaldruck kam er als einziger TV-ler ohne Sturz gut durch den MTB-Kurs und nahm die sechs Kilometer lange Trailrunde mit noch viel Energie in Angriff. Auf der matschigen und immer wieder mit kleinen Hügeln gespickten Strecke kämpfte er bravourös gegen die immer müder werdenden Oberschenkel.

Die Laufstrecke bewältigte er in 37.29 Minuten und so finishte er erschöpft, aber noch zufrieden nach harten zweieinhalb Stunden auf Rang acht in seiner Altersklasse.

Ergebnisse:

Xterrra Germany, Deutsche Meisterschaft: 1,5 km Schwimmen, 36.73 km mit 1100 Höhenmeter Biken, 9.639 km mit 140 Höhenmeter Laufen

Michael Schaller: AK 20 Rang 5 DM, Gesamt Rang 25, Zeit 3.18.10 Std, Schwimmen: 28.20 min., 1. Wechsel:, Bike: 2.07.07 Std., 2. Wechsel 52 sec., Lauf 40.57 min.

Helena Pretzl: AK 25 Deutsche Vizemeisterin, Gesamt Rang 10, Zeit 3.42.56 Std., Schwimmen 25.06 min., 1. Wechsel 51 sec., Rad 2.23.58 Std., 2. Wechsel 1.27 min., Lauf 51.34 min.

Sascha Kellner: AK 25 Rang 10 DM, Gesamt Rang 43, Zeit 3.34.37 Std., Schwimmen 28.49 min., 1. Wechsel 57 sec., Rad 2.16.38 Std., 2. Wechsel 1.16 min., Lauf 44.00 min.

Reduced Xterra: 750 m , 25 km, 6 km:

Tobias Zeller: Rang 8 AK, Gesamt Rang 28, Zeit 2.21.59 Std., Schwimmen 14.29 min., 1. Wechsel 1.13 min., Rad 1.27.26 Std., 2. Wechsel 1.22 min., Lauf 37.29 min. (bpf)

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