mz_logo

Sport aus Schwandorf
Donnerstag, 23. November 2017 3

Schiesssport

Fehlstart in letzter Sekunde abgewendet

Nach der Niederlage gegen Mitfavorit Bund München gelingt den Saltendorfern gegen SV Pfeil Vöhringen im Stechen der Sieg.
Von Werner Artmann

Die Saltendorfer Schützin Julia Simon holte zwei Punkte für ihre Mannschaft. Foto: Artmann

Saltendorf.Einen sehr schweren Start in die neue Bundesliga-Saison hatte die Saltendorfer Luftgewehrmannschaft, denn sie musste gleich gegen den Mitfavoriten Bund München antreten. Und trotz sehr guter Leistungen hatten die Saltendorfer gegen die Münchner an diesem Tag keine Chance.

Alexander Schmirl, auf Position eins bei Saltendorf, hatte einen starken Tag und konnte mit 398 Ringen abschließen. Dieses herausragende Ergebnis reichte jedoch nicht zum Sieg, denn seine Gegnerin, die Olympia-Medaillengewinnerin Barbara Engleder, bewies enorme Frühform. Nur einmal leuchtete bei ihr die „9“ auf dem Bildschirm auf. 399 Ringe waren auch das Top-Ergebnis des Tages und die Grundlage für den Sieg der Münchner.

Kein guter Tag für Helgert

Auch die zwei starken Ergebnisse für Neuzugang Helmut Kächele und Benjamin Moser mit jeweils 393 Ringen reichten nicht, um die Münchner in Gefahr zu bringen. Lisa Haensch mit 396 Ringen und Michaela Walo mit 394 Ringen hielten die Punkte für München fest.

Die Paarung fünf war allerdings lange Zeit offen. Julia Helgert erwischte keinen guten Tag, aber auch die Münchnerin Denise Erber hatte zu kämpfen und ließ viele Ringe liegen. Erst kurz vor dem Ende konnte die Münchnerin einen kleinen Vorsprung herausschießen, der bis zum Schluss Bestand hatte. Mit 389:387 Ringen holte sie schließlich den Punkt für die Münchner Mannschaft. Den einzigen Punkt in diesem Kampf holte für die Saltendorfer Julia Simon. Mit hervorragenden 397 Ringen ließ sie dem Franzosen Pierre-Edmond Piasecki mit 395 Ringen keine Chance.

Enttäuschte Gesichter

Trotz der eingeplanten Niederlage gegen die Münchner sah man beim Abendessen viele enttäuschte Gesichter bei den Saltendorfern. Die Betreuer Ines und Uwe Wachter hatten alle Hände voll zu tun, die Mannschaft wieder aufzurichten und auf den Wettkampf am nächsten Tag einzustellen. „Ich bin mit dem Gesamtergebnis von 1968 Ringen sehr zufrieden, denn nur drei Mannschaften in der ganzen Bundesliga konnten mehr Ringe erzielen. Leider hatte man mit dem Bund München die Mannschaft erwischt, die mit 1973 das höchste Ergebnis aller Mannschaften erreichte“, stellte Trainer Robert Senft nach dem ersten Wettkampf fest.

Am zweiten Wettkampftag hatte man mit dem Aufsteiger SV Pfeil Vöhringen einen vermeintlich leichteren Gegner. Der Aufsteiger präsentierte sich zur Eröffnung aber bärenstark. Mit einer Super-Leistung besiegten sie am Vortag das Bundesliga-Urgestein SV Petersaurach überraschend klar mit 3:2 Einzelpunkten.

Bedauerlich war für die Saltendorfer, das Alexander Schmirl am zweiten Wettkampftag nicht zur Verfügung stand. Er musste einen Termin bei der österreichischen Nationalmannschaft wahrnehmen. Nikolaus Blamauer rückte dafür in die Mannschaft. Auch Julia Helgert gab man wieder das Vertrauen, nachdem sie sich in der Vorbereitung und bei den Vergleichskämpfen mit exzellenten Leistungen für die Mannschaft qualifiziert hatte.

Julia Simon war in toller Form

Julia Simon rückte auf die Position 1 auf, sie musste sich gegen den Ukrainer Oleh Tsarkov beweisen. Doch beim Probeschießen sah man schon, dass Tsarkov an diesem Tag Probleme hatte. Julia präsentierte sich von Anfang an in einer tollen Form und legte mit 397 Ringen eine richtige Packung vor. Der Ukrainer war an diesem Tag nicht in der Lage, das Ergebnis zu toppen, er kam nur auf 389 Ringe.

Auf Position zwei startete Helmut Kächele. Auch er lieferte eine gute Leistung ab. Gegen Michaela Kögel war die Partie lange Zeit ausgeglichen, doch in der dritten Serie verlor Helmut den Anschluss und konnte diese Partie nicht mehr drehen. Michaela Kögel konnte für Pfeil Vöhringen mit 396:393 ausgleichen.

Auf Position drei zeigte der zweite Österreicher in den Saltendorfer Reihen, Nikolaus Blamauer, eine Super-Vorstellung. Mit 397 Ringen war sein Sieg gegen Florian Krumm zu keiner Zeit in Gefahr, und es wurde ein sicherer Punkt für Saltendorf.

Benjamin Moser hatte es erneut sehr schwer. Er musste gegen Hannah Steffen antreten, eine sehr junge Schützin, die auch bei der Junioren-Europameisterschaft schon mit erstklassigen Ergebnissen für Aufsehen sorgte. Sie legte gleich zweimal 100 Ringe vor und mit einem Gesamtergebnis von 396 Ringen war sie an diesem Tag von Benjamin Moser mit 390 Ringen nicht zu überwinden.

Große Probleme mit Wettkampf

Die Entscheidung über Sieg und Niederlage musste in der Paarung fünf fallen. Die beiden Schützen, Daniel Schamel und Julia Helgert (Saltendorf), hatten sehr große Probleme, um in den Wettkampf zu finden.

Die Saltendorferin hatte nach 20 Schuss einen Rückstand gegen Daniel Schamel. In der zweiten Hälfte konnte Julia Helgert Ring für Ring gut machen und hatte sogar die große Chance, mit einem letzten Zehner die Partie zu gewinnen. Doch das gelang ihr nicht, Julia erreichte neun Ringe. Damit hatten beide Schützen 386 Ringe und das Stechen musste über Sieg und Niederlage entscheiden.

Nachdem beim ersten Stechschuss beide Schützen eine „10“ erreicht hatten, ließ Daniel Schamel eine 9,9 folgen, die Julia mit einer 10,1 kontern konnte und somit den so wichtigen Sieg für die Saltendorfer Mannschaft sicher stellte. Die Freude war natürlich übergroß und man war froh, dass man einen Fehlstart in letzter Sekunde noch abwenden konnte.

Psychologisch war der Sieg für die Saltendorfer Mannschaften enorm wichtig, weil man am 28. und 29. Oktober in Coburg auf die Mannschaften von Fürth und Niederlauterbach trifft. „Da wird es bestimmt nicht leichter. Bei Niederlauterbach sind zahlreiche Nationalkaderschützen unter Vertrag, unter anderem auch die österreichische Spitzenschützin Olivia Hofmann“, so Trainer Senft.

Und keinesfalls schlechter aufgestellt ist der zweite Gegner an diesem Wettkampftag, Dynamit Fürth. Denn mit Sonja Pfeilschifter haben sie die Schützin in ihren Reihen, die das Luftgewehrschießen in den letzten 15 Jahren dominiert hat. Darüber hinaus steht mit der Italienerin Elania Nardelli eine absolute Weltklasseschützin in den Reihen der Fürther.

Mehr vom Schwandorfer Sport finden Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht