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Sport aus Schwandorf
Montag, 11. Dezember 2017 4

Ausdauersport

Mike Weber gewinnt härtesten Marathon

Burglengenfelder dominiert die größte Herausforderung. Der Leichtathlet muss dafür einhundert Hindernisse bewältigen.

Mike Weber Foto: bpf

Burglengenfeld.Einmal etwas anderes ausprobieren wollte dieses Jahr der Ausdauerhaudegen Mike Weber von der Leichtathletikabteilung des TV Burglengenfeld und nahm sehr erfolgreich die Hindernisrennen ins Visier. Beim härtesten Marathon in Deutschland holte er sich den Gesamtsieg und bewältigte 100 Hindernisse. Einen großen Sprung über den Teich machte er, um an den Spartan Race Weltmeisterschaften teilzunehmen. Hier fehlte ihm aber leider doch das Quäntchen Glück für eine Top-Platzierung.

In Wächtersbach in der Nähe von Frankfurt nahm Mike Weber den Iron Strong Viking in Angriff. Das hört sich herausfordernd an – der Wettkampf hatte es für die 4500 Starter in sich. Auf der Marathonstrecke von 42,2 Kilometern galt es, 100 Hindernisse zu bewältigten. Um 10 Uhr startete Weber in der Eliteklasse und ging die extreme Herausforderung recht verhalten an, was sich als goldrichtig erwies.

Nochmals starker Motivationsschub

Vom Wassergraben und Sandsäcketragen, Baumstämmeziehen bis hin zu Hindernissen, wie man sie auch vom „Ninja Warrior“ (TV-Wettkampfshow) kennt. Viele Obsticals (wie Obstacles, also Hindernisse) waren für ihn neu, doch er bewältigte alle aufs erste Mal, was ihm einen großen Motivationsschub gab. Einmal musste er Straf-„Burpees“ (Liegestützen mit Hechtsprung) machen, weil er beim Robe Climb ( Seilklettern) abrutschte.

Nach sieben Kilometern führte er, verpasste dann eine Abzweigung und musste so zwei Hindernisse zusätzlich und einen Kilometer mehr bewältigen. Webers Ehrgeiz war geweckt, er kämpfte sich bis zur Hälfte zurück an die Spitze. Die zweite Hälfte lief er kontrolliert durch den von 4500 Sportlern völlig vermatschten Boden an. Da der Spaß bei so einem Rennen im Vordergrund steht, genoss er in Führung den Rest der beinharten Strecke. Völlig verdreckt, aber glücklich finishte der Burglengenfelder nach anstrengenden 4:35 Stunden als Tagessieger aller – etwas verrückten – 4500 Sportler.

Den Verpflegungsgurt vergessen

Zuvor war Mike Weber bei der WM der Hindernisserie Spartan Race in Kalifornien im Squaw Valley am Lake Tahoe. Qualifiziert hatte er sich zweimal in diesem Jahr, er beschloss so die Reise über den großen Teich. Der frühere Stützpunkt der Olympischen Winterspiele war der perfekte Austragungsort. Gestartet wurde frühmorgens um 8.30 Uhr auf 1900 Meereshöhe bei frostigen 3 Grad Celsius. Nach dem Aufwärmen kam er in die Startzone, doch kurz vorm Startschuss sah er, dass er den Verpflegungsgurt vergessen hatte. So sprang nochmals raus dem Startbereich, musste aber dann als Letzter der 350 Elitestarter das Rennen beginnen. Der Fehler kostete die Chance auf einen Topplatz. Mühevoll arbeitete sich Mike Weber, einen nach dem anderen überholend, nach vorne, war auf dem Sprung zur Spitze. Dann kam der Kilometer 5 mit dem schwersten Hindernis, dem „Bucket Carry“. Hier galt es, einen 20-Liter-Eimer ohne Henkel mit Steinen zu befüllen und damit einen 150-Meter-Parcours zu absolvieren.

Ohne Biss das Rennen fortgesetzt

Als Weber nach getaner Arbeit und total außer Kräften den Eimer abstellen wollte, schickte ihn der Streckenposten erneut auf den Parcours, da der Eimer angeblich zu wenig gefüllt war. Völlig genervt, demotiviert, erschöpft bewältigte er erneut das Hindernis. Damit waren alle Aussichten auf eine gute Platzierung verflogen, und er setzte ohne jeden Biss das Rennen fort.

Tausend Höhenmeter standen nach den ersten zehn Kilometern zu Buche, die Luft auf fast 3000 Metern Höhe wurde merklich dünn. Es machte Weber zwar Schwierigkeiten, aber im Vergleich zu einigen anderen Europäern, ging es ihm relativ gut. Er konnte im Traillauf bergab richtig Gas geben.

Zwischendurch musste er durch acht Grad kaltes Wasser schwimmen, bevor er fröstelnd den nächsten Anstieg in Angriff nahm. Kurz vor dem Ziel kamen dann noch einige schwere Hindernisse, die Weber – bereits völlig entkräftet – nicht schaffte. So absolvierte er zusätzlich 60 „Burpees“, stürzte nach beinharten 3:45 Stunden auf etwa Rang 100 ins Ziel. „Dieser Wettkampf brachte mich an meine Grenzen“, so Weber in seinem Fazit. (bpf)

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