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Sport aus Schwandorf
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Tanz

Nach dem Sieg läuten Hochzeitsglocken

Kerstin Engel und Johannes Hien sind Deutsche Meister im Boogie Woogie. Nach der Siegerehrung machte „Jojo“ ihr einen Antrag.
Von Renate Ahrens

  • Die neuen Deutschen Meister; Kerstin Engel und Johannes Hien; freuen sich über ihren Erfolg.Fotos: Ahrens
  • Petra Gleixner (links) hat viel Turniererfahrung und freut sich mit den Paaren.

BODENWÖHR.Die Freude bei den „Boogie-Babies“ Bruck/Bodenwöhr e.V.“ ist groß – und das gleich aus doppeltem Grund: Kerstin Engel und Johannes Hien sind vor heimischem Publikum in der Hauptklasse nicht nur souverän Deutscher Meister geworden – das war erwartet worden. Eine Überraschung gab es trotzdem. Gleich nach der Siegerehrung hielt nämlich „Jojo“ vor gesamtem Publikum um die Hand seiner Kerstin an, was diese natürlich glückstrahlend mit „Ja“ beantwortete.

Das Publikum in der Hammerseehalle verfolgte begeistert die Darbietungen der Tanzpaare..

So manche Freudenträne wurde auch bei den Besuchern vergossen. „Sehr aufgeregt“ sei er, hatte Johannes Hien noch vor dem Auftritt gestanden – nicht nur des Tanzens wegen also. Der Verein ist sehr stolz, in diesem Jahr Austragungsort der Deutschen Meisterschaft und gleichzeitig der Süddeutschen Meisterschaft der B-Klasse sein zu dürfen. Schließlich stellen die Bodenwöhrer mit Michael Gleixner, der mit seiner Frau Petra Gleixner schon viele Turniere gewonnen hat, auch den Bundestrainer.

Es herrscht bester Teamgeist

Die Boogie-Babies, die seit dem Jahr 2002 bestehen, sind mit viel Herzblut bei der Sache. Einen „Teamgeist, wie er besser nicht sein kann“ bescheinigte ihnen auch Katrin Kerber, Präsidentin des Deutschen Rock’n’Roll- und Boogie Woogie-Verbands. Insgesamt 32 Paare aus ganz Deutschland traten am Samstagabend zum Wettkampf an. Die Deutsche Meisterschaft als Saisonhöhepunkt aller Turnierpaare wird nach einem Qualifikationsverfahren ausgetragen.

Mit viel Schwung tanzten sich Kerstin Engel und Johannes Hien zum Sieg.

Rund 500 Gäste hatten sich in der Hammerseehalle eingefunden, die passend zur Musik im Stil der 1950er Jahre geschmückt war. Die Wertungsrichter, so erklärte Peter Pötzinger vom Bodenwöhrer Verein, müssen auf verschiedene Kriterien achten, wie Tanztechnik, Ausdruck, Paarharmonie oder Zusammenspiel. In jeder Runde werden jeweils ein langsamer und ein schneller Tanz vorgeführt – zu welchem Lied, ist dem Paar allerdings nicht bekannt. „Aus rund 200 Liedern werden welche gewählt“, hatte Kerstin Engel in der Umkleidekabine noch erklärt.

„Man muss kreativ diese Musik vertanzen.“ Immer wieder hätte sie mit Johannes jedes geübt, sagt sie, zum Glück hatte er als Lehrer kürzlich Herbstferien und mehr Zeit. Seit dem Jahr 2012 tanzt das Paar in der Hauptklasse und gehört seit 2013 dem deutschen Bundeskader an. Mit dem Gewinn des „Großen Preises von Deutschland“ im Oktober in Dortmund hatten sich Beide bereits den ersten Platz in der deutschen Rangliste geholt. International rangieren sie derzeit auf Rang 15.

Mitglieder der Boogie-Babies sorgten für die Organisation.

Ihre Vorführung am Samstagabend beeindruckte nicht nur die Richter: Elegant und sicher tanzten sie sich auf den ersten Platz. In den Wettkampfpausen hatten immer wieder auch die Gäste Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen. Die meisten Besucher und natürlich die Turnierpaare waren passend im Stil der 1950er und 1960er gekleidet, mit Petticoat, Schlaghosen, bunten Krawatten und Blumen im Haar.

Tanzen ist mehr als ein Sport

Die Siegerpaare der Hauptklasse der Süddeutschen Meisterschaft B beeindruckten die Zuschauer.

Boogie Woogie hat ihren Ursprung bereits in den 1920er Jahren in Amerika und ist eigentlich die Bezeichnung für einen Klavierstil mit rollendem Bass. Erst verschiedene Einflüsse aus dem Swing oder dem Jazz, verbunden mit dem aufkommenden Rock’n’Roll, machte den Boogie Woogie salonfähig. Beim modernen Boogie-Woogie wird sehr großer Wert auf eine saubere Fußarbeit gelegt, bei der nicht selten mehr als 200 Schritte getanzt werden. „Tanzen ist mehr als ein Sport – es eine Kunst“, betonte zweiter Bürgermeister Albert Krieger, der auch die Preisverleihung vornahm.

Boogie Woogie ist durchaus ein Leistungssport.

Martina und Heinz Barth von den Boogie-Babies kamen auf den siebten Platz bei den Süddeutschen Meisterschaften Klasse B. Das dritte Paar aus dem Bodenwöhrer Verein hatte leider kein Glück: Einen für sie enttäuschenden letzten Platz erreichten Martina und Thomas Wilhelm, ebenfalls bei den Süddeutschen Meisterschaften Klasse B. Die Fuchsberger trainieren sehr intensiv, wie sie gestanden, allerdings hatte sie eine Verletzungspause zum Pausieren gezwungen. „Boogie Woogie macht Spaß und hält jung“, versichern sie tapfer, der Enttäuschung zum Trotz. Schließlich, so hatte auch schon Schirmherr und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch erklärt, sei eines bei diesem Tanz besonders schön: „Man hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Das ist ansteckend und macht Freude.“

Süddeutsche Meisterschaften:

Senior B: 1. Birgit Labadie und Wolfgang Fischer, TSC dancepoint e. V., 2. Claudia Siepen und Peter Hofmann, Jukebox Angels TSZ-Hürth e. V., 3. Irmi Englmaier und Enrico Ansorge, RRC Studio München e. V.
Main B: 1. Maria Spanowski und Lukas Koll, TSC Boogie-Bären München e. V., 2. Elisa Schütz und Davide Pigarelli, Boogie Magic’s TZ TSV Hohenbrunn-Riemerling e. V., 3. Stefanie Meyer und Jens Broos, TSC Boogie-Bären München e. V.

Deutsche Meisterschaften:

Senior A: 1. Cornelia Versteegen und Stephan Eichhorn, Boogie Magic’s TZ TSV Hohenbrunn-Riemerling e. V., 2. Angela Lex und Christian Wagner, Dancin’Shoes im TSV Trostberg e. V., 3. Sabine Rissmann und Marco Rissmann, TSC Boogie-Bären München e. V.
Main A: 1. Kerstin Engel und Johannes Hien, Boogie-Babies“ Bruck/Bodenwöhr, 2. Simone Wanninger und Matthias Bergmann, Boogieschmiede Kirchdorf e. V., 3. Christine Guggenberger und Nino Haydl, Dancin’Shoes im TSV Trostberg e. V.
Junior: 1. Theresa Sommerkamp und Elian Preuhs, Boogie Magic’s TZ TSV Hohenbrunn-Riemerling e. V., 2. Nicola Götzner und Paul Siegl, Boogie Magic’s TZ TSV Hohenbrunn-Riemerling e. V., 3. Magdalena Schmid und Anton Graßl, Boogieschmiede Kirchdorf e.V.

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