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Sport aus Schwandorf
Montag, 26. Juni 2017 24° 3

Poolbillard

Rollstuhlfahrer versenken schwarze Kugel

„AlternativSport Städtedreieck“ veranstaltete internationalen Wettkampf für Rollstuhlfahrer erstmals in Burglengenfeld.
Von Josef Schaller

Das Team der deutschen Poolbillard-Spieler setzte sich auch im dritten Vergleich mit Österreich durch. Foto: bjs

Burglengenfeld.„AlternativSport Städtedreieck“ richtete am vergangenen Samstag erstmals einen Ländervergleichskampf zwischen Deutschland und Österreich im Poolbillard für Rollstuhlfahrer aus. Das deutsche Team gewann diesen Wettbewerb mit 13:8. Es war bereits das dritte Aufeinandertreffen der beiden Teams. Bei den Wettkämpfen 2015 in Passau und 2016 in Wien hatte die deutsche Mannschaft auch jeweils die Nase vorn.

Die Initiative zu dieser Veranstaltung in Burglengenfeld ging von Harvey „Joey“ Bruch aus Regenstauf aus. Selbst Mitglied beim „AlternativSport Städtedreieck“, sei er vor einigen Jahren auf der Suche nach gleichwertigen Gegnern auf diesen Wettbewerb gestoßen, wie er im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung sagte.

Umbauten im Vereinsheim

Harvey „Joey“ Bruch freute sich, dass der Ländervergleich in Burglengenfeld ausgetragen wurde. Foto: bjs

Bereits in den ersten beiden Wettkämpfen hatte „Joey“, wie er von seinen Vereinskameraden genannt wird, der deutschen Mannschaft mit zum Sieg verholfen. Er habe sich schließlich dafür eingesetzt, den Ländervergleichskampf nach Burglengenfeld zu holen. Um Sponsoren hat sich der Deutsch-Amerikaner auch gekümmert, da der Wettkampf, an dem nur Behinderte teilnehmen, von der Deutschen Billard Union (DBU) nicht unterstützt wird.

Einige Umbauten im Vereinsheim – unter anderem musste eine Wand entfernt werden – waren notwendig, um Platz für Zuschauer zu schaffen, wie Andreas Duschinger, Geschäftsführer des „AlternativSport Städtedreieck“ sagte. Behindertengerecht war das Vereinsheim schon vor einigen Jahren hergerichtet worden – wegen „Joey“, so der Geschäftsführer.

Beide Teams bestanden aus sechs Spielern. Die Spieler des deutschen Teams kamen unter anderem aus Ulm, Passau und Asperg. Einer war sogar extra für diesen Wettkampf aus Thailand angereist.

„Wer Zeit hat, darf mitspielen“

Deutschlands Teamleiter Michael Moyses Foto: bjs

„Die Zusammensetzung der deutschen Mannschaft ergibt sich fast automatisch“, sagte Teamleiter Michael Moyses aus Passau. In Deutschland seien behinderte Poolplayer kaum organisiert. „Wer Zeit hat, darf mitspielen.“ Besondere Vorbereitungen für dieses Turnier habe es nicht gegeben, auch kein Mannschaftstraining. „Als Teamleiter bin ich nur der organisatorische Part der deutschen Spieler“, so Moyses.

Eine offizielle Nationalmannschaft für behinderte Pool-Billard-Spieler gibt es nicht. Aber immerhin durften die deutschen Spieler das offizielle Trikot der Nationalmannschaft tragen.

Ein Interview mit Poolbillardspieler Peter Rupprecht lesen Sie hier!

Ganz anders beim österreichischen Team, das von Michael Neumann aus Klagenfurt gecoacht wird. „Wir in Österreich haben eine sehr aktive Rollstuhl-Szene“, sagte er. Die Spieler müssten sich erst für diesen Wettkampf qualifizieren. Außerdem gebe es regelmäßige Kadertrainings. Geholfen hat es den Österreichern bisher nicht, wie man an den Ergebnissen der bisherigen Ländervergleichskämpfe entnehmen kann.

„Es wäre toll, wenn dadurch weitere Rollstuhlfahrer im Umkreis auf uns aufmerksam und sich für diesen Sport begeistern würden.“

Harvey „Joey“ Bruch

Gespielt wurde am Wochenende in Burglengenfeld auf fünf Tischen in den Modi „8-Ball“ und „9-Ball“ drei Runden mit jeweils vier Einzel und einem Doppel sowie in der vierten Runde mit sechs Einzel. Für die Turnierleitung war Jürgen Gau vom „AlternativSport Städtedreieck“ verantwortlich. Zum Abschluss der beiden Wettkampftage fand am Sonntag ein Kräftemessen der Spieler, unabhängig von der Länderzugehörigkeit, statt.

Bürgermeister Thomas Gesche eröffnete am Samstagvormittag das Turnier. Er sagte: „Haut rein und habt Spaß.“ Er wünschte den österreichischen Gästen einen schönen Aufenthalt „in unserem schönen Burglengenfeld“. Hier beim „AlternativSport Städtedreieck“ werde Inklusion gelebt, lobte er den Verein.

Für den Sport begeistern

Bürgermeister Thomas Gesche eröffnete den Ländervergleich zwischen Deutschland und Österreich. Foto: bjs

Harvey „Joey“ Bruch freute es sehr, dass dieser Ländervergleich in Burglengenfeld ausgetragen werden konnte: „Es ist super, dass dieser Wettkampf beim AlternativSport Städtedreieck realisiert werden konnte. Dadurch wird auch die Stadt Burglengenfeld positiv dargestellt. Es wäre toll, wenn dadurch weitere Rollstuhlfahrer im Umkreis auf uns aufmerksam und sich für diesen Sport begeistern würden.“

Der Verein „AlternativSport Städtedreieck“ wurde im November 1996 als „1. Naabtal-Pool-Players e.V.“ gegründet. Mit dem Umzug in das neue Vereinsheim in der Hauptstraße 15 in Burglengenfeld, wurde das sportliche Angebot mit Kickern und Dart erweitert und der Vereinsname in „AlternativSport Städtedreieck“ geändert. Der Verein hat etwa 100 Mitglieder, der Monatsbeitrag beläuft sich auf 15 Euro.

Ergebnisse im Einzel am Sonntag: 1. Gattinger Manfred (Deutschland), 2. Klitzsch Andreas (Deutschland), 3. Weiß Volker (Deutschland), 4. Schranz Emil (Österreich), 5. Schuler Joachim (Deutschland), 6. Fink Harald (Österreich), 7. Bruch Harvey (Deutschland), 8. Schwaiger Alfred (Österreich), 9. Buchen Marc (Deutschland), 10. Rupprecht Peter (Deutschland)

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