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Sport aus Schwandorf
Sonntag, 29. März 2015 11° 1

Handball

Vergeblich auf das Handballwunder gehofft

TSV Schwandorf liefert im zweiten Finale dem Bayerischen Meister TSV Altenerding beim 27:27 ein Spiel auf Augenhöhe.

  • Vor 300 Zuschauern in der Oberpfalzhalle boten die C-Jugendlichen ein tolles Spiel..

SCHWANDORF. Ein tolles und vor allem hochklassiges Handballspiel sahen die ca. 300 Fans in der Oberpfalzhalle beim Final-Rückspiel um die Bayerische Meisterschaft der C-Jugend. Beim 27:27 lieferten die Jungs des TSV 1880 Schwandorf dem neuen Titelträger SpVgg Altenerding ein Spiel auf Augenhöhe.

Dass es schier unmöglich sein würde, den Rückstand von zehn Toren aus dem Hinspiel aufzuholen, war den Jungs von Trainer Martin Streit bewusst. Dennoch nahmen sie sich vor, alles zu versuchen, und legten einen Traumstart hin. Nach furiosen sieben Minuten und einer tollen Leistung des TSV-Antreibers Lars Baldauf, der von Christoph Deml ein ums andere Mal in aussichtsreiche Wurfposition gebracht wurde, stand es 5:1 für den Gastgeber. Kurzzeitig schien ein Handballwunder möglich. Die Gäste fingen sich aber schnell und verkürzten, angetrieben durch ihren Spielmacher und Vollstrecker in Personalunion, Simon Lang, gekonnt auf 6:3.

Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Erst gingen die Gäste mit 10:8 in Führung, dann drehten die „Turner“ den Spieß um und führten ihrerseits mit 12:10. Zwei Sekunden vor der Halbzeitsirene hielt der Schwandorfer Torhüter Florian Nößner einen Wurf der Altenerdinger und warf direkt aufs gegnerische Tor. Der Ball donnerte ins rechte obere Eck; allerdings ertönte während der Flugzeit des Balls die Sirene, sodass der Treffer von den gut leitenden fränkischen Unparteiischen nicht anerkannt werden konnte. So blieb es zur Pause bei einem verdienten Zwei-Tore-Vorsprung für den TSV Schwandorf.

Auch in der zweiten Hälfte spielten beide Mannschaften auf sehr hohem Niveau weiter. Die Erdinger gingen erstmals wieder bei 15:16 in Führung. Die Gastgeber gaben aber nie auf und gingen u. a. durch schöne Einzelaktionen von Linksaußen Valentin Deml sieben Minuten vor Schluss mit 24:21 in Front. Die SpVgg konnte sich aber anscheinend eine Meisterfeier nach einer Niederlage nicht vorstellen und kämpfte sich mit viel Können wieder auf 26:26 heran. Als Schwandorf 20 Sekunden vor Schluss mit 27:26 führte, lag ein Sieg zum Greifen nahe, allerdings hatte der „man of the match“, Simon Lang, etwas dagegen und warf drei Sekunden vor Abpfiff zum umjubelten Ausgleich für Altenerding ein.

Der TSV Schwandorf hat in dieser Partie gezeigt, dass er – abgesehen von den ersten 13 grottenschlechten Minuten in Altenerding – auf Augenhöhe mit dem Bayerischen Meister spielen kann; ein Sieg wäre im Rückspiel nicht unverdient gewesen. Schwandorfs Trainer Martin Streit war nach dem Spiel voll des Lobes für seine Mannschaft. Sie habe gekämpft und alles gegeben, musste sich aber in der Gesamtabrechnung der reiferen und körperbetonteren Spielweise der Gäste aus Oberbayern beugen. Dennoch sei man im Schwandorfer Lager stolz auf diese Mannschaft, die nach dem Gewinn des Nordbayerntitels nun Bayerischer Vizemeister ist – einer der größten Erfolge in der 75-jährigen Handballgeschichte in Schwandorf. Nun gelte es, die Talente behutsam weiter zu fördern und zu fordern. Das Gros der Mannschaft ist Jahrgang 1997, wechselt in die B-Jugend und versucht, sich ab 28. April im fränkischen Nüdlingen erneut für die dann eingleisige Bayernliga zu qualifizieren. Für den Jahrgang 1998, der in der C-Jugend bleibt, wird es am 29. April beim ersten Qualifikations-Turnier zur Bayernliga in Weiden ernst.

Es spielten: Lars Baldauf 11/3, Valentin Deml 6, Christoph Deml 5, Tobias Nössner 4/2, Christoph Harrieder 1, Fabian Müller, Tim Ruß, Moritz Streit, Julian Burggraf, Lars Gruber und Florian Nößner im Tor.

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