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Jahn-Nachrichten
Samstag, 18. November 2017 5

2. Liga

Jahn bejubelt furiosen Derbysieg

Regensburg feiert im dritten Saisonspiel den ersten Sieg. Im zweiten Durchgang gibt es ein Offensivfeuerwerk in Ingolstadt.
Von Felix Kronawitter und Thomas Gottschling, MZ

  • Jann George vom SSV Jahn Regensburg springt über die grätschenden Spieler von Ingolstadt. Gegen Ingolstadt traf er doppelt. Foto: Nickl
  • Jahnspieler Joshua Mees (links) machte das erste Tor des Spiels. Foto: Nickl

Ingolstadt.Hinkend schlich der Mann des Tages vom Feld. „Ich habe einen Schlag in der ersten Halbzeit abbekommen, aber ist halb so wild“, sagte Jann George mit einem Lächeln im Gesicht. Der Offensivmann hatte zuvor Köpfchen bewiesen und den SSV Jahn Regensburg mit seinem Doppelpack beim 4:2 (1:0) im Derby gegen den FC Ingolstadt auf die Siegerstraße gebracht.

„Ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt schon mal ein Kopfballtor in einem Pflichtspiel gemacht habe“, sagte der 25-Jährige. Der Angreifer hatte entscheidenden Anteil am ersten Saisonsieg des Aufsteigers aus der Oberpfalz in der 2. Liga.

Über den freute sich auch Achim Beierlorzer: „Jedes Spiel in der 2. Liga ist eng. Wir hatten heute das bessere Ende auf unserer Seite – und das meiner Meinung nach auch verdient“, sagte der Jahn-Trainer.

Joshua Mees (27.) hatte die Oberpfälzer in Führung gebracht, nach der Pause drehte der Bundesliga-Absteiger durch Treffer von Sonny Kittel (52.) und Marvin Matip (57.) das Spiel. Doch der Jahn meldete sich durch die zwei Kopfballtore von George (73./79.) zurück. Jonas Nietfeld machte in der Nachspielzeit den Deckel drauf.

„Tag der offenen Tür“

„Die zweite Halbzeit war spektakulär und nervenaufreibend. Da herrschte Tag der offenen Tür auf beiden Seiten, wobei die Tür bei Ingolstadt etwas öfter offen war als bei uns“, fasste Jahn-Geschäftsführer Christian Keller das ziemlich treffend zusammen, was den 13 060 Zuschauern im Audi-Sportpark, darunter etwa 2000 Regensburger Fans, von beiden Mannschaften nach der Pause kredenzt wurde.

In den zweiten Durchgang waren die Regensburger verdient mit einer 1:0-Führung gestartet. Während die Ingolstädter Offensivbemühungen in der ersten Halbzeit weitgehend harmlos blieben, setzte der Jahn die ersten Nadelstiche. Beim Warnschuss von Sargis Adamyan, der in der Sturmspitze einmal mehr fleißig wirbelte, war FCI-Schlussmann Martin Hansen noch auf dem Posten (11.). Doch in der 27. Minute war Hansen Teil eines Ingolstädter Kollektivschlafs. Nach einem langen Ball war Regensburgs Mees hellwach, schnappte sich vor dem herauseilenden Ingolstädter Keeper die Kugel und versenkte sie zum 1:0 im Tor.

Ingolstadt fehlte es an Durchschlagskraft. Zehn Minuten vor der Pause hatte der Jahn aber Glück, dass Kittel den Ball knapp am Pfosten vorbeizirkelte.

Etwa 2000 Jahnfans bildeten eine beeindruckende Kulisse in Ingolstadt. Foto: Nickl

Die Zuschauer, die sich bei Wiederanpfiff noch am Bier- oder Essensstand verlustierten, werden es danach bereut haben. Denn in der zweiten Halbzeit zündeten beide Mannschaften ein wahres Offensivfeuerwerk ab. Chancen im Minutentakt auf beiden Seiten. Die Gastgeber eröffneten den Sturmlauf. Erst setzte Tobias Schröck einen Warnschuss ab (47.), Dario Lezcano konnte im letzten Moment gerade noch von Alexander Nandzik gestoppt werden (49.).

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Kittel bringt Ingolstadt wieder ran

Doch der Jahn igelte sich nicht hinten ein und spielte weiter munter nach vorne. Mees (50.) zielte daneben und auch der Schuss von Adamyan schrammte am Ingolstädter Tor vorbei (51.). Gleich im Gegenzug veredelten die Gastgeber ihren ersten sehenswerten Spielzug mit dem Ausgleich. Dario Lezcano passte nach innen, Asger Sörensen konnte nicht mehr richtig klären, Kittel stand bereit und schoss zum 1:1 ein. Dann tauchte Almog Cohen gefährlich vor Jahn-Keeper Philipp Pentke auf, traf den Ball aber nicht richtig. Es ging hoch und runter.

Während Hansen gegen George noch parierte, war Pentke dann ein zweites Mal geschlagen. Nach einem Freistoß von Kittel köpfte FCI-Kapitän Marvin Matip unbedrängt zum 2:1 ein (57.). Doch die Regensburger reagierten umgehend. Adamyan traf aber nur die Latte (59.). Pentke bewahrte den Jahn gegen Lezcano (60.) und Andy Geipl (62.), der den Ball fast ins eigene Tor bugsierte, vor einem weiteren Gegentreffer.

„Nach der Pause haben wir 20 Minuten so gespielt, dass ich den Eindruck hatte, wir sind in der 2. Liga angekommen“, meinte Ingolstadts Trainer Maik Walpurgis nach einem „verrückten Spiel.“ Für den Trainer des FCI wird es nach der dritten Pleite im dritten Spiel langsam eng.

„In dieser Phase hätte das Spiel sowohl in die eine als auch in die andere Richtung kippen können“, sagte Beierlorzer. Seine Mannschaft steckte aber nicht auf – und wurde für ihre Mühen belohnt. Nach einer Flanke von Marco Grüttner war George zur Stelle und traf per Kopf zum 2:2 (73.). Der flinke Jahn-Offensivmann hatte aber noch einen auf Lager: Nach Vorarbeit des eingewechselten Albion Vrenezi markierte er erneut per Kopf das 3:2 (79.). Mustergültig vorbereitet von Grüttner machte der ebenfalls eingewechselte Jonas Nietfeld in der Nachspielzeit alles klar.

So bewertet die MZ die Leistungen der Jahn-Spieler:

jahn vs. ingolstadt einzelkritik

Prominenter Tribünengast

Der Auftritt des Jahn dürfte auch Frank Schmidt beeindruckt haben. Der Trainer des 1. FC Heidenheim nahm die Regensburger am Sonntag etwas genauer unter die Lupe. Denn am 8. September gastieren die Oberpfälzer beim ambitionierten Zweitligisten. Und in der 2. Runde des DFB-Pokals, die am Sonntagabend ausgelost wurde, gibt es gleich am 24. oder 25. Oktober ein Wiedersehen. Dann in Regensburg.

Nach dem Schlusspfiff in Ingolstadt brachen beim Jahn erst mal alle Dämme. Die Regensburger, darunter auch Marvin Koll, der im Pokal gegen Darmstadt einen Schlag auf die Hüfte abbekommen hatte, für das Derby nicht rechtzeitig fit wurde und von Benedikt Gimber vertreten wurde, ließen sich ausgiebig von den mitgereisten Fans feiern.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft und kann nur ein großes Lob aussprechen, dass sie das Spiel nochmal gedreht hat“, sagte Jahn-Coach Beierlorzer, der bald einen weiteren Angreifer in seinen Reihen hat. Denn der Jahn stellte am Samstag mit Sebastian Freis einen bundesligaerfahrenen Offensivspieler vor. Der 32-Jährige absolvierte bislang 304 Bundesliga-Spiele (164 in der 1. und 140 in der 2. Liga) und verbuchte dabei 64 Treffer und 32 Torvorlagen. Freis ging schon für Klubs wie den KSC, den 1. FC Köln und den SC Freiburg auf Torejagd. In den vergangenen beiden Jahren war er in Fürth aktiv. Beim Jahn hat Freis, der zuletzt vereinlos war, einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Der Offensivmann befindet sich nach einer Knie-OP Anfang Mai noch im Aufbautraining und soll erst in den nächsten Wochen ins Mannschaftstraining einsteigen.

In unserem Liveticker können Sie das Spiel nochmals nachlesen:

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