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Fussball

Jahn-Coach lobt Teamgeist der Mannschaft

Achim Beierlorzer schwärmt vom Gemeinschaftssinn der Spieler. Gegen Dresden soll der wieder ein entscheidender Faktor sein.
Von Jürgen Scharf, MZ

Darf ich bitten? Ausgelassen tanzen und hüpfen die Spieler des SSV Jahn nach dem Sieg in Heidenheim umher. Foto: Eibner

Regensburg.Zum Glück haben sie beim SSV Jahn Regensburg nicht die Probleme des FC Bayern München. Beim Weltklub aus der bayerischen Landeshauptstadt tobt derzeit schließlich eine hitzige Debatte über Egoismus, weil Spieler, die auf der Ersatzbank sitzen, beleidigt dreinschauen. Bei seiner Mannschaft hat Jahn-Trainer Achim Beierlorzer eine ganz andere Beobachtung gemacht. Als Marco Grüttner in der Nachspielzeit in Heidenheim zum endgültig entscheidenden 3:1 traf, sei hernach die gesamte Mannschaft zum Torschützen gespurtet – auch alle Spieler von der Ersatzbank: „Da saß keiner mehr“, erinnert sich Beierlorzer: „Und da geht mir das Herz auf, da ich dann weiß, dass wir insgesamt vieles richtig machen.“

Der Einzelne alleine erreicht hier gar nichts, es geht nur über das Kollektiv. Diesen Lehrsatz paukt der studierte Pädagoge Beierlorzer seinen Spielern ein, seit er das Traineramt beim Jahn im Sommer übernommen hat. Und er nutzt auch gerne Pressekonferenzen, wie am Freitag, um seine Mannschaft daran zu erinnern, dass sie eine Gemeinschaft sein muss.

„Da geht mir das Herz auf, da ich dann weiß, dass wir insgesamt vieles richtig machen.“

Trainer Achim Beierlorzer

Noch bevor er über das am Sonntag anstehende Spiel gegen Dynamo Dresden spricht, erzählt er, dass aufgrund der wenigen Verletzungen derzeit erfreulich viele Spieler im Training sind. Die satte Anzahl von 23 Feldspielern habe er betreuen können. Allerdings: Auch am Sonntag gegen Dresden können wie immer nur zehn von Beginn an auflaufen. Dies sei aber kein Problem, sagt Beierlorzer, seine Mannschaft habe schließlich nicht nur diese eine Partie, sondern eine viel längere Reise vor sich: „Am Ende der Saison werden wir sagen, dass wir jeden Spieler gebraucht haben, das ist Fakt.“

Sehr gute Zwischenbilanz

Fünf Spiele hat der Aufsteiger aus Regensburg in der 2. Liga absolviert. Zwei davon hat er gewonnen, damit sechs Punkte geholt – eine unterm Strich sehr gute Zwischenbilanz. Das große Ziel ist es, die Klasse zu halten. Dafür muss der Jahn am Ende der Saison mindestens zwei Mannschaften hinter sich gelassen haben. Derzeit sind es sogar fünf, die hinter dem Jahn stehen.

Beierlorzer wird es sicher freuen, dass seine Mannschaft nicht ewig gebraucht hat, um die ersten Punkte einzufahren. Im Profifußball, daran erinnert er auch am Freitag wieder, gebe es ohnehin keine Schonzeit für Aufsteiger. Die Eingewöhnungsphase in der neuen Spielklasse, wenn es denn überhaupt eine gegeben habe, sei nun auch absolut abgeschlossen. Er berichtet, dass sein Team vom ersten Spiel an bei jeder Partie „auf Augenhöhe“ mit dem Gegner agiert habe.

Grauer Alltag ist beim Jahn freilich noch lange nicht eingekehrt. Eines dürfe Beierlorzer zufolge nie vergessen werden: „Wir müssen uns auf jedes Zweitligaspiel richtig freuen.“ Und auf das Heimspiel am Sonntag gegen Dresden sowieso. 13 500 Karten wurden für diese Partie bis Freitag bereits verkauft. Die Arena, in die knapp 15 000 Zuschauer passen, wird richtig gut gefüllt sein. Er hoffe auf ein echtes Fußball-Fest, sagt der Coach.

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer Foto: Eibner

Damit es beim Jahn am Sonntag nicht nur in den Kassen klingelt, sondern auch das Punktekonto anwächst, braucht es wohl eine Top-Leistung der Mannschaft. Dynamo Dresden schloss die vergangene Saison in der 2. Liga auf einem überragenden fünften Platz ab. Die SG hat etliche tolle Einzelkönner in ihren Reihen, etwa den feinen Techniker Aias Aosman, der einst auch für den SSV Jahn zauberte.

In dieser Spielzeit sind die Sachsen zwar bislang noch nicht so richtig ins Rollen gekommen, unterschätzen dürfe man die Dresdner aber keinesfalls, sagt Beierlorzer: „Die spielen tollen Fußball, die haben sensationelle Fans, das wird ein richtig schwerer Gegner.“ Die Partie gegen Dresden ist für den Jahn zudem der Einstieg in eine ereignisreiche Woche. Bereits am Mittwoch geht es in der Liga auswärts in Düsseldorf weiter, am Samstag folgt dann das nächste Heimspiel gegen Braunschweig. An Training sei in der kommenden Woche deswegen kaum zu denken, sagt der Coach. Reisen und regenerieren, das werde die Hauptbeschäftigung sein.

Gut, dass der Trainer angesichts der vielen Spiele viele Spieler zur Verfügung hat. Einzig Oliver Hein und Markus Palionis fallen derzeit aus. Hein leidet immer noch unter Kniebeschwerden. Wann er wieder fit ist, ist noch unklar. Palionis wird wegen einer Muskelverletzung ein bis zwei Wochen fehlen.

„Jeder möchte in die erste Elf“

Aus dem knapp zwei Dutzend Spieler großen Rest wird Beierlorzer die Formation auswählen, die am Sonntag gegen Dresden aufläuft. Trotz des Teamgeists, den er spüre, gebe es hier unter den Spielern einen harten, sportlichen Konkurrenzkampf, erzählt der Coach: „Jeder möchte unbedingt in die erste Elf.“ Dass es nur erfreute Gesichter gebe, wenn er die Aufstellung verliest, sei deswegen unmöglich. Und dass ein Spieler kurzfristig enttäuscht ist, wenn er nicht dabei ist, sei normal, findet der Trainer. Spätestens ab dem Anpfiff müssten seine Jungs aber nur noch das große Ganze, den gemeinsamen Erfolg, im Blick haben. Das fordert er unbedingt ein.

Dass er sich deswegen aber derzeit keine großen Sorgen zu machen braucht, haben die Jubelszenen in Heidenheim gezeigt. Beierlorzer klingt richtig stolz auf seine Jungs, wenn er sagt: „Die Mannschaft freut sich enorm füreinander. Wir wissen, was unser Kollektiv wert ist.“

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