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SSV Jahn

Jahn: Guter Start mit bitterem Ende

Stark gespielt, dennoch verloren: Marvin Knoll ist untröstlich und nimmt die Pleite in Bielefeld auf seine Kappe.
Von Jürgen Scharf, MZ

Bielefeld.Marvin Knoll war nach der Partie untröstlich. Eigentlich hatte der Innenverteidiger des SSV Jahn Regensburg eine bärenstarke Partie abgeliefert. Kurz vor Schluss unterlief ihm jedoch der folgenschwere Fehler, der zum Siegtor der Bielefelder führte. Knoll setzte einen Kopfball, der als Rückgabe für Torwart Philipp Pentke gedacht war, zu kurz an. Andraz Sporar spurtete dazwischen rein, schnappte sich den Ball und traf zum 2:1 für die Arminia.

„Ich nehme es auf meine Kappe, dass wir hier leer ausgegangen sind“, meinte Knoll. Er gab auch Pentke keinerlei Mitschuld an dem Lapsus. „Das war klar mein Fehler.“ Er selbst komme damit schon irgendwie klar, meinte der 27-Jährige, für die Mannschaft tue es ihm aber sehr leid. Denn die habe alles gegeben, gut gespielt und fahre nun ohne Punkt nach Hause.

Nicht wie ein Punktelieferant

Marvin Knoll macht gegen Bielefeld nur einen Fehler, der hat aber Folgen. Foto: Nickl

In der Tat konnten die Regensburger auf ihren ersten Auftritt in der 2. Liga nach fünf Jahren Pause zu Recht an sich sehr stolz sein. In Bielefeld zeigten sie, dass sie keinesfalls als netter Aufsteiger, der brav die Punkte abliefert, herumreisen wollen. Zwar hatte die Arminia öfter und länger den Ball, effektiver gingen aber die Regensburger zu Werke. Der Jahn hatte nur ein halbes Dutzend Torchancen, die hatten es aber alle in sich.

Alleine Mittelstürmer Marco Grüttner hatte drei dicke Möglichkeiten. Insbesondere als er kurz vor der Pause völlig frei aufs Bielefelder Tor zulaufen konnte, hätte etwas für sein Team rausspringen müssen. „Ja, das hätte uns schon gut getan“, trauerte auch der Coach später dieser Großchance hinterher. Schließlich hätte seine Mannschaft dadurch ein zweites Mal in Führung gehen können, so stand es zur Pause 1:1.

Den ersten Treffer der Regensburger hatte Jann George erzielt. Als ihn Grüttner in der 23. Minute mit einem tollen Pass auf den Weg schickte, rannte George auf und davon und vollendete eiskalt zum 1:0 für den Jahn. An den Moment kurz vor seinem Torschuss konnte er sich nach der Partie noch sehr gut erinnern. Angst, daneben zu schießen, habe er keine gehabt, erzählte der 24-Jährige: „Ich habe nur gedacht: Hoffentlich ist es kein Abseits.“

Gerechter Pausenstand

Den ersten Gegentreffer kassierten die Regensburger dann eine Viertelstunde später, als Benedikt Saller dem Bielefelder Keanu Staude zu viel Platz ließ und dieser den Ball präzise ins Toreck schlenzte.

Das Ergebnis zur Pause war gerecht. Die Bielefelder wollten ihren Fans zum Saisonstart natürlich einen Sieg präsentieren und hatten dementsprechend motiviert losgelegt. Die Regensburger fanden jedoch auch sehr schnell in die Partie. Von Lampenfieber war beim Liganeuling nichts zu spüren. Beierlorzer erzählte zwar später, dass er sich gleich von Beginn an etwas mehr Entschlossenheit von seinen Spielern gewünscht hätte, insbesondere die Abwehr, in der inklusive des zentralen Mittelfelds ausschließlich Aufstiegshelden aufliefen, stand jedoch die ganze Zeit sehr gut. In Bedrängnis kam der Jahn eigentlich nur dann, wenn ihm Leichtsinnsfehler unterliefen. Aus diesen zwei, drei Möglichkeiten machten die Bielefelder aber sehr wenig.

Hier finden Sie einen ausführlichen Spielbericht mit Einzelkritik der Jahn-Spieler

Auch Sargis Adamyan und Joshua Mees, die beiden einzigen zwei Neuzugänge, die der Coach von Beginn an auf den Platz geschickt hatte, zeigten eine gute Vorstellung. Vor allem Adamyan gefiel immer wieder mit tollen Tricks und guten Ideen. Mees, den der Jahn erst vergangene Woche von der TSG Hoffenheim ausgeliehen hatte, brauchte gewisse Zeit, um richtig auf Touren zu kommen. Dann deutete er allerdings ein paarmal an, wie schnell und technisch stark er ist.

„Wir haben hier wirklich alles in die Waagschale geschmissen“, lobte Beierlorzer nach der Partie insbesondere den Einsatz seiner Spieler. Ihm habe sehr gut gefallen, wie sich die Mannschaft gegen die Angriffe der Bielefelder, die in der zweiten Halbzeit mehr Druck machten, stemmte.

Zum Schluss einen Mann mehr

Als die 90 Minuten bereits nahezu komplett abgelaufen waren, schien das Unentschieden fix eingetütet. Die Bielefelder mussten die letzten fünf Minuten sogar mit einem Mann weniger auskommen, da Nils Teixeira nach einem harten Einsteigen gegen Alexander Nandzik zu Recht die Rote Karte erhielt. Nach dem Platzverweis habe er das Gefühl gehabt, dass die Arminia eigentlich nur noch den Punkt nach Hause bringen wollte, erzählte Beierlorzer. Dann gab es aber doch noch das „bittere Ende“, wie es der Coach später bezeichnete.

Den verlorenen Punkten lange hinterherweinen will in Regensburg aber niemand. Am kommenden Sonntag steht schließlich bereits das mit großer Spannung erwartete bayerische Derby gegen den 1. FC Nürnberg an. Die Pleite gegen Bielefeld soll bis dahin komplett verarbeitet sein, hofft Knoll: „Denn es zeigt sich ja immer nach Niederlagen, ob man wirklich ein Team ist oder nicht.“ Knoll glaubt, dass der Jahn eines ist.

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