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Montag, 18. Dezember 2017 3

Fussball

Jahn: Hein kämpft sich wieder ran

Das Knie bereitete monatelang Probleme. Nun geht es aber aufwärts. Im neuen Jahr will der Verteidiger wieder voll angreifen.
Von Jürgen Scharf, MZ

Endlich wieder auf dem Rasen: Oliver Hein Foto: Scharf

Regensburg.In den vergangenen Jahren stieg der SSV Jahn mal auf, mal ab, es wurden Trainer und Spieler gefeuert und geholt, nur einer, der blieb immer: Oliver Hein. Seit 2007 kickt der Niederbayer für den Regensburger Traditionsverein. Er ist beim Jahn die Konstante im schnelllebigen Fußballgeschäft. Umso bitterer war es da, dass Hein nun bereits seit acht Monaten wegen einer Knieverletzung bei den Spielen zuschauen muss. Mittlerweile ist der Verteidiger zumindest auf den Trainingsplatz zurückgekehrt und schuftet dort für sein Comeback. „Das Ziel ist es, in der Rückrunde wieder dabei zu sein“, sagt er selbst.

Er gestikuliert, er scherzt, er lacht – und vor allem: er läuft. Seit etwas über einem Monat geht Hein wieder gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen auf den Trainingsplatz. Zu Beginn verband ihn mit den anderen Jungs aber eigentlich nur der Weg von der Kabine zum Platz. Hein absolvierte da stets allein und ganz vorsichtig ein erstes, leicht dosiertes Lauftraining. Probieren und dann schauen, wie das Knie reagiert – so läuft es beim 27-Jährigen seit Monaten.

Äußerst schmerzhafte Verletzung

Die Misere begann im vergangenen Februar. Da sprang Hein bei einem Zusammenprall mit einem Mitspieler während einer Trainingseinheit die Kniescheibe heraus. Eine äußerst schmerzhafte Verletzung. Als der erste Schock verdaut war, blickte Hein aber schnell positiv nach vorne und plante, bald wieder zurückzukehren. „Ich habe die Schwere der Verletzung selbst auch ein bisschen unterschätzt“, erinnert er sich.

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So gab es keine schnelle Rückkehr, vielmehr begann für Hein ein schier ewig dauerndes Hin und Her mit Fortschritten und Rückschlägen. Der Knorpel unter der Kniescheibe entzündete sich und bereitete immer wieder Schmerzen. „Es wäre auch eine Operation denkbar gewesen, aber nicht mit der Garantie einer Besserung“, erzählt Hein. Letztlich wurde auf den Eingriff verzichtet. Stattdessen wurden unterschiedliche Behandlungsmethoden ausprobiert. Und nun scheint das Knie endlich zu halten. Ganz vorsichtig steigert Hein derzeit die Intensität im Training. Es gehe darum, immer wieder „neue Reize“ zu setzen und zu beobachten, wie belastbar das Knie wieder ist. Diese neuen Reize können etwa Spurteinheiten mit schnellem Abstoppen und Richtungswechseln sein. Zuletzt sei das Knie auch nach diesen Übungen nicht mehr angeschwollen, sagt Hein. Dabei strahlt er übers ganze Gesicht – ein Zeichen seiner Erleichterung, dass es jetzt vorwärts geht.

„Freut mich für ihn ganz enorm“

Trainer Achim Beierlorzer reagiert auf Fragen zu Hein übrigens mit einem ähnlich strahlenden Lächeln. Dass „der Oli“ jetzt wieder auf dem Trainingsplatz arbeiten könne, „das freut mich für ihn nach dieser langen Leidenszeit einfach persönlich ganz enorm“, sagt der Coach. Und er selbst freue sich natürlich darauf, demnächst mit Hein in Sachen Fußball arbeiten zu können. Er habe schon viel von dessen Klasse gehört, erzählt Beierlorzer, der erst seit diesem Sommer beim Jahn ist und Hein deswegen bislang noch nicht in Aktion auf dem Platz erlebt hat. Die Frage, auf welcher Position er mit dem variabel einsetzbaren Defensiv-Allrounder plant, habe er deswegen auch für sich selbst noch gar nicht beantwortet. Schließlich müsse er Hein als Fußballer selbst erst noch kennenlernen: „Als Person habe ich ihn aber bereits kennengelernt und das war sehr angenehm.“

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Vielleicht hat ihm Hein ja auch ein paar Geschichten aus den vergangenen Jahren beim Jahn erzählt. Eine sehr schöne hätte gut zu der Partie am kommenden Sonntag gepasst. Dann spielt der Jahn gegen den FC St. Pauli. Und gegen die Hamburger traten die Regensburger auch vor fünf Jahren, in ihrer damals vorläufig letzten Zweitligasaison an. Damals gab es in der Hinrunde einen umjubelten 3:0-Heimsieg. Überragender Spieler im Mittelfeld des Jahn war Oli Hein. „Ja, das war ein Riesen-Spiel, die Atmosphäre im Stadion war unglaublich, da hat alles gepasst“, erinnert er sich. Leider begann danach ein sportlicher Sinkflug des Jahn, der mit dem Abstieg endete.

Nun sind die Regensburger zurück in der 2. Liga – und Hein sieht einen gravierenden Unterschied zu damals: „Wir hatten dieses Mal vor der Saison nicht so viele Veränderungen, sei es bei der Mannschaft wie auch beim Team außenrum.“ Und diese Konstanz sei ein Trumpf, der sich auszahlen werde, glaubt Hein.

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