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Freitag, 15. Dezember 2017 3

Fussball

Der Jahn will wieder Stress machen

Die Regensburger haben zuletzt Selbstbewusstsein getankt – und sich Respekt erarbeitet. Beim nächsten Gegner ist man gewarnt.
Von Jürgen Scharf, MZ

Giftig sein, dem Gegenspieler keinen Zentimeter Raum schenken! Dieses Ziel werden die Regensburger (hier Sargis Adamyan, Mitte, und Joshua Mees, rechts) sicher auch im Spiel gegen den MSV Duisburg wieder haben. Foto: Eibner

Regensburg.Vor fast genau drei Jahren hieß der Gegner des SSV Jahn auch MSV Duisburg. Die Regensburger verloren mit 0:2. Es war ein weiterer Nackenschlag für die Oberpfälzer, die sich damals in der 3. Liga ohnehin im Sinkflug zum Abstieg befanden. Der Jahn hatte da mittlerweile das Image des Teams, gegen das es unbedingt zu punkten gilt – weil es nirgendwo anders leichter geht. Im Hier und Jetzt schaut das ganz anders aus. Und das, obwohl die Regensburger nun sogar eine Liga höher ran müssen und als Aufsteiger eigentlich als klarer Punktelieferant galten. Geschenke erwartet vom Jahn aber keiner mehr. Auch nicht die Duisburger, die der Jahn an diesem Samstag daheim empfängt.

„Das ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die sehr viel Druck, sehr viel Stress beim Gegner auslöst.“ MSV-Stürmer Stanislav Iljutcenko spricht mit großem Respekt vom Jahn. Dass die Regensburger zuletzt drei Partien hintereinander nicht mehr verloren, davon zwei sogar gewonnen haben, wurde natürlich auch in Duisburg registriert. „Die sind momentan gut drauf“, sagt MSV-Coach Ilia Gruev.

„Die sind momentan gut drauf.“

MSV-Coach Ilia Gruev über den SSV Jahn

Elf Mal standen sich der Jahn und Duisburg bereits in einem Pflichtspiel gegenüber. Dabei gab es sechs Siege für die Duisburger und drei Unentschieden. Die Statistik spricht also für den MSV, Gruev lässt sich davon aber nicht blenden: „Man kann sich auf Statistik nicht verlassen.“

„Wir bleiben auf dem Boden“

Wäre die Bilanz andersrum, würde Jahn-Coach Achim Beierlorzer vermutlich dasselbe sagen. Der weiß genauso, dass man sich von den Erfolgen der Vergangenheit wenig kaufen kann, wenn ein neues Spiel angepfiffen wird. Deswegen will der Regensburger Trainer auch die jüngste Erfolgsbilanz seiner Mannschaft nicht zu hoch hängen. Er spricht von einer „kleinen Serie, die uns natürlich positiv stimmt“, niemand werde jetzt aber in Euphorie verfallen: „Wir bleiben natürlich völlig auf dem Boden. Das ist das alles Entscheidende in unserer Situation.“

Und damit ja keiner seiner Spieler die Aufgabe gegen Duisburg in irgendeiner Form unterschätzen kann, lobt auch er den Gegner in höchsten Tönen: „Das ist eine Mannschaft, die genau weiß, was sie kann.“ Beierlorzer verweist insbesondere auf die Abwehrstärke des MSV: „Die haben in dieser Saison schon fünfmal zu null gespielt. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen.“

In der Tabelle steht der Jahn im unteren Mittelfeld:

Bange sein muss den Regensburgern aber nicht. Schließlich machen es die Oberpfälzer in der Abwehr selbst auch nicht so schlecht und haben mit 22 Gegentreffern bislang nur zwei mehr als die Duisburger kassiert. Selbst erzielt haben sie mit 19 genauso viele wie der MSV.

In der Tabelle stehen die „Zebras“, wie die Spieler des Traditionsvereins aus dem Ruhrgebiet liebevoll genant werden, mit drei Punkten mehr als der Jahn im oberen Mittelfeld. Für den MSV, der genauso wie der Jahn vergangene Saison noch in der 3. Liga spielte, eine glänzende Zwischenbilanz. Mit einem Sieg könnte der Jahn nun allerdings aufschließen – und Beierlorzer peilt genau das an. „Ich sehe uns mit Duisburg auf Augenhöhe. Unser Ziel ist es, zu gewinnen.“ Dafür sei es notwendig, dass die Mannschaft mit einer positiven Haltung ins Spiel gehe: „Wir müssen daran glauben, dass wir unsere Tugenden einbringen können.“ Und diese Tugenden wären insbesondere Kampf- und Teamgeist. Das Team, das mental stärker auftrete, habe die weitaus besseren Chancen, zu gewinnen, führt der Regensburger Coach aus: „Denn in dieser Liga sind es ganz, ganz enge Geschichten, die die Spiele auf die eine oder andere Seite lenken.“

Lob für Nietfelds Entwicklung

Da trifft es sich gut, dass Beierlorzer eigentlich keine Kunstgriffe bei der Aufstellung durchführen muss. Zwar sind Jann George und Joshua Mees wieder fit, es spricht aber einiges dafür, wieder das Team der vergangenen drei Spiele auflaufen zu lassen. Drei Mal wählte Beierlorzer hier die identische Formation aus – mit Sargis Adamyan und Sebastian Stolze auf den Flügeln –, drei Mal gab es Punkte. Im Sturmzentrum könnte deswegen auch weiter Jonas Nietfeld gesetzt sein. „Jonas hat sich toll entwickelt. Er hat am Anfang ein bisschen warten müssen und sich weiterentwickeln müssen, dann aber die Chance genutzt“, lobt ihn sein Trainer.

„Ich sehe uns mit Duisburg auf Augenhöhe. Unser Ziel ist es, zu gewinnen.“ Jahn-Coach Achim Beierlorzer

Eines ist beim Jahn und MSV übrigens gleich: das Saisonziel. Bei beiden zählt zunächst einmal nur der Klassenerhalt. Und beide sind da auf einem guten Weg, wenngleich Beierlorzer immer wieder darauf hinweist, wie lang dieser noch ist. „Es ist noch gar nichts passiert. Wir haben jetzt 16 Punkte, und auch mit 16 Punkten steigt man sang- und klanglos ab. Aber wir haben ja noch 20 Spiele.“

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