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Jahn-Nachrichten
Montag, 11. Dezember 2017 7

Fussball

Der SSV Jahn ist nicht zu stoppen

Die Regensburger spielen gegen den MSV Duisburg groß auf. In der Tabelle machen sie einen weiten Schritt nach vorne.
Von Jürgen Scharf, MZ

Die Duisburger reklamieren nach dem 1:0 vergebens Abseits, Marco Grüttner (rechts) und Jonas Nietfeld drehen da schon jubelnd ab. Foto: Nickl

Regensburg. Eine halbe Stunde ist vergangen, seit die Partie in der Regensburger Continental-Arena abgepfiffen wurde. Die Spieler des SSV Jahn haben diese Zeit gut genutzt. Auf dem Platz haben sie kurz gejubelt. Eine Umarmung da, ein Händeschütteln dort. Dann haben sie mit durchschlagendem Erfolg ihre Emotionen runtergefahren. Marvin Knoll, Marc Lais und Marc Grüttner treten vor die Reporter und sprechen viel über die Zukunft. Die Saison sei noch sehr lang. Es sei noch gar nichts erreicht. Es könne schnell wieder in die andere Richtung gehen. Manchmal, wenn auch nur kurz, blitzt aber schon ein Lächeln auf. Das Spiel heute, ja, das sei schon gut gewesen, geben sie zu. Und damit haben sie zweifellos Recht.

Jahn-Keeper Philipp Pentke konnte sich über das erste „zu Null“-Spiel in dieser Saison freuen.Foto: Nickl

In diesem Jahrtausend spielt der SSV Jahn erst seine dritte Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach den Aufstiegen in den Jahren 2003 und 2012 ging es jeweils nach nur einer Spielzeit wieder runter. Aber auch damals gab es das eine oder andere große Spiel. Einmal wurde der 1. FC Nürnberg daheim mit 2:1 geschlagen, einmal der FC St. Pauli mit 3:0 abgefertigt. In die Reihe dieser Spiele reiht sich das von diesem Samstag gegen den MSV Duisburg nun nahtlos ein. Mit einer 4:0-Packung schickten die Regensburger den Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet auf die Heimreise. Bereits zur Halbzeit war die Partie entschieden, da der Jahn mit 3:0 führte. Mit rasend schnell vorgetragenem Konterfußball hatten sie die Duisburger Abwehr zerlegt. „Heute ist es einfach gelaufen“, analysierte Marvin Knoll.

MSV spielt zunächst keck auf

Im Fußball zählt das, was am Ende auf der Anzeigetafel im Stadion steht. Und da stehen nur die Tore, nicht die Ballbesitzverhältnisse oder die Zahl der Chancen. An diesen Umstand wurden die Duisburger auf die harte Tour erinnert. Der MSV spielte zunächst nämlich keck auf. Insbesondere Moritz Stoppelkamp wirbelte auf dem linken Flügel und leitete mehrere gute Angriffe der Duisburger ein.

Ganz anders der Jahn. Der schien zunächst gar nicht groß angreifen zu wollen – kam mit seiner ersten Chance aber gleich zum Erfolg. Nach einem abgefälschten Schuss von Sebastian Stolze stand Marco Grüttner plötzlich allein frei mit dem Ball vorm Tor und versenkte ihn überlegt zum 1:0 für den Jahn (8. Minute).

Die Duisburger hatten sich von dem Gegentor zwar schnell erholt und spielten bald wieder munter nach vorne – wurden dann aber gleich ein zweites Mal eiskalt erwischt. Jonas Nietfeld vernaschte seinen Gegenspieler und traf mit einem traumhaften Schuss in der 27. Minute zum 2:0.

Einen ausführlichen Spielbericht finden Sie hier

In den vergangenen Monaten hatten die Regensburger nach den Spielen häufig darüber gesprochen, dass die Gegner einen Tick cleverer gewesen seien. An diesem Samstag war es genau andersrum. Die Duisburger mussten verdutzt anerkennen, dass ihnen die Regensburger demonstrierten, wie man ein Spiel gnadenlos auf die eigene Seite zieht. „Bei uns war in der ersten Halbzeit eigentlich jeder Schuss ein Treffer“, sagte einer der Regensburger Torschützen, Jonas Nietfeld: „Das haben wir super gemacht und das hat uns natürlich in die Karten gespielt.“

In der Tat hatte der Jahn zur Halbzeit sogar ein sagenhaft gutes Blatt in der Hand, denn auch der dritte Torschuss saß. Bei einem wunderschön gespielten Konter bediente Grüttner fünf Minuten vor der Pause Lais und der schloss souverän ab.

Nach der Pause spielte der Jahn die Partie locker herunter. Glück hatten die Regensburger allerdings, dass die Schiedsrichter eine Aktion des eingewechselten Jann George nicht als Tätlichkeit werteten. Es wirkte wie ein absichtlicher Kopfstoß, mit dem George seinen Gegenspieler traf. Sein Trainer Achim Beierlorzer nahm ihn in Schutz. Er habe es so wahrgenommen, dass George, der zuvor am Boden lag, beim Aufstehen unabsichtlich seinen Gegenspieler getroffen habe. Er müsse sich die Fernsehaufzeichnung dazu aber erst noch anschauen.

Fans singen „Super, Super, SSV“

Ein anderer eingewechselter Spieler sorgte dann für den Schlusspunkt der Partie. Joshua Mees traf drei Minuten vor dem Abpfiff nach einem Eckball per Kopf zum 4:0. Aus der Fankurve wurde dieses für die Regensburger strahlend schöne Ergebnis mit lauten „Super, Super, SSV“-Gesängen kommentiert.

Beierlorzer sagte später, dass er „einfach nur happy ist“. Den Mahner musste er an diesem Samstag – wie sonst so oft nach Erfolgen – gar nicht geben. Das erledigten dieses Mal seine Spieler ganz von alleine. „Wir dürfen das nicht überbewerten“, trug Marvin Knoll mit ernster Miene vor. Die Liga sei unglaublich eng: „Wenn wir heute verloren hätten, wären wir wieder voll unten drin gewesen.“ Haben die Regensburger aber nicht. Ganz im Gegenteil. Sie haben sogar gewonnen und damit satte zehn Punkte aus den letzten vier Spielen geholt. In der Tabelle ist der Jahn damit sogar in die obere Hälfte gesprungen und steht nun auf einem glänzenden neunten Platz.

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