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Jahn-Nachrichten
Sonntag, 19. November 2017 7

Fussball

Jahn: Guter Start in das große Abenteuer

Fünf Spiele sind in der 2. Bundesliga absolviert. Die Regensburger sind bislang voll im Soll. Wir ziehen Zwischenbilanz.
Von Jürgen Scharf und Felix Kronawitter, MZ

Torwart Philipp Pentke (vorne) und seine Teamkollegen konnten am Freitag über den wichtigen 3:1-Auswärtssieg in Heidenheim jubeln. Foto: Eibner

Torwart: Auf Pentke ist weiter absolut Verlass

Durch sein Verhalten beim Relegationsrückspiel in München wurde Philipp Pentke zu einem der großen Aufstiegshelden. Als aus der Kurve der Löwen-Fans Sitze aufs Spielfeld geworfen wurden, blieb der 32-Jährige völlig gelassen. Seitdem hat er Kult-Status in Regensburg. Den Fans wäre es kaum zu verkaufen gewesen, wenn der Verein nach dem Aufstieg eine neue Nummer eins geholt hätte – und das war auch gar nicht nötig. Pentke steht bislang auch in der 2. Liga voll seinen Mann. Nur in der ersten Partie in Bielefeld wirkte er in manchen Szenen unsicher, danach fand er sofort wieder zu seiner gewohnten Ruhe zurück und war auch am vergangenen Freitag beim Sieg in Heidenheim der „Mister Zuverlässig“ im Jahn-Tor. Dass die Regensburger mit Andre Weis zusätzlich einen namhaften Keeper verpflichtet haben, ist allerdings auch richtig und vorausschauend: Konkurrenz belebt das Geschäft und ein guter Ersatzmann für den Fall der Fälle ist wichtig.

Asger Sörensen (rechts) ist ein Trumpf in der Abwehr. Foto: Eibner

Abwehr: Gute Leute, aber noch zu viele leichte Fehler

Um den Klassenerhalt zu schaffen, wird es entscheidend sein, dass der Jahn in der Abwehr gut steht. Nach fünf Spielen scheint klar, dass er dafür grundsätzlich genügend gute Spieler hat. Der Pool, aus dem sich die Viererkette in immer wieder leicht abgewandelten Variationen speist, besteht derzeit aus Sebastian Nachreiner, Asger Sörensen, Marvin Knoll, Benedikt Gimber und Alexander Nandzik. Alle fünf haben bereits bewiesen, dass sie individuell in der 2. Liga voll mithalten können und auch in der Gruppe gut miteinander harmonieren. Das einzige, was die Abwehrspieler des Jahn noch reduzieren sollten, sind die bislang immer wieder aufgetretenen Leichtsinnsfehler, die teilweise direkt Tore zur Folge hatten.

Waren zumindest zu Beginn der Saison als Duo im zentralen Mittelfeld gesetzt: Andy Geipl (links) und Marc Lais Foto: Eibner

Zentrales Mittelfeld: Etwas dünn besetzt?

Mit Marc Lais und Andy Geipl haben zwei Spieler einen Vertrauensvorschuss bekommen. Die beiden Aufstiegshelden waren bei den Personalplanungen für das zentrale Mittelfeld gesetzt und liefen in den ersten Partien auch stets auf. Diese Chance hatten sich beide durch überragende Leistungen in der vergangenen Saison redlich verdient. Zuletzt zog Trainer Achim Beierlorzer nun jedoch Marvin Knoll für Lais aus der Abwehr ins Mittelfeld. „Er hat seine Sache gut gemacht“, lobte der Trainer nach dem Spiel in Heidenheim den variabel einsetzbaren Knoll. Pauschale Garantien, wer wo auflaufe gebe es bei ihm allerdings nicht. Jeder Spieler müsse sich Woche für Woche beweisen. Ob die Personalauswahl fürs zentrale Mittelfeld – insbesondere wenn Sperren oder Verletzungen dazukommen sollten – etwas dünn ist, wird sich im Lauf der Saison zeigen. Beierlorzer verweist bei diesem Thema allerdings stets darauf, dass nicht nur Knoll sondern auch Asger Sörensen bei Bedarf aus der Abwehr ins Mittelfeld rücken kann. Zudem gibt es mit Kevin Hoffmann ein Eigengewächs, dem die 2. Liga auf Sicht zugetraut wird. Mit Oliver Hein gäbe es sogar noch eine weitere Option. Wann der zweitligaerfahrene Niederbayer wieder topfit ist, ist derzeit aber noch nicht abzusehen.

Spielt bislang eine ganz starke Saison: Jann George Foto: Nickl

Angriff: Jann George ist der Überflieger

Die Leistung und Bilanz der Angreifer des Jahn war bislang aller Ehren wert. Neun Tore in fünf Partien sind für einen Aufsteiger mehr als in Ordnung. Jann George war dabei der Überflieger und schaffte es, sich im Handumdrehen einen Namen in der Liga zu machen. Sargis Adamyan wurde mit seinen feinen Dribblings auf Anhieb zum Publikumsliebling, muss aber noch effektiver werden. Bei Joshua Mees ist das große Talent unübersehbar, die starken Auftritte wechseln sich aber noch zu oft mit schwachen ab. Wie gewohnt ein absolutes Vorbild an Einsatz und Leidenschaft ist Mittelstürmer Marco Grüttner. Es war eine kluge Entscheidung, den Mann mit dem großen Kämpferherz zum Kapitän zu machen, auch wenn er aus seinen Chancen noch das eine oder andere Tor mehr machen könnte.

Die Unterstützung der Fans ist für den Jahn sehr wichtig. Foto: Nickl

Zuschauer: Die nächsten drei Heimspiele abwarten

Wie stark die 2. Liga die Zuschauer ins Regensburger Stadion ziehen wird, ist noch unklar. Die Formel „2. Liga + neues Stadion = ausverkauft“ wird sich auf jeden Fall nicht bewahrheiten, das hat bereits das zweite Heimspiel gegen Kiel gezeigt. Hier kamen 8600 Zuschauer. Damit war die Continental-Arena nur zu etwas mehr als der Hälfte gefüllt. Zum Heimauftakt war das Stadion zwar ausverkauft, diese Partie darf aber nicht als Gradmesser herangezogen werden, da es gegen den 1. FC Nürnberg ging. Das Derby gegen den prominenten Nachbarn aus Franken wäre immer ausverkauft – egal, in welcher Liga. An den nächsten drei Heimspielen wird sich nun eine klare Tendenz ablesen lassen, wohin die Reise geht. Dynamo Dresden, Braunschweig und Union Berlin sind durchaus namhafte Vereine. Um als fußball-begeisterte Region eingestuft werden zu können, sollten die Zuschauerzahlen hier zumindest konstant an der 10 000er-Marke kratzen oder gleich im fünfstelligen Bereich liegen.

Gegen Mitaufsteiger Holstein Kiel (r.) gab es eine Niederlage. Foto: Gatzka

Punktekonto in der 2. Liga:„Sind ganz gut unterwegs“

Wer nicht absteigen will, muss eines schaffen: irgendwie mindestens zwei Teams in der Liga hinter sich lassen, am besten sogar drei, um der Relegation aus dem Weg zu gehen. Der Jahn wird alles versuchen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Konkurrenz im Tabellenkeller wird ihrerseits alles tun, um am Ende über dem Strich zu stehen. „Wir könnten schon den einen oder anderen Punkt mehr haben“, zieht Trainer Beierlorzer nach fünf Spielen eine Zwischenbilanz. Mit den sechs Zählern, die auf dem Konto stehen, sei sein Team aber „ganz gut unterwegs“. Der Jahn hat sich damit sogar schon ein kleines Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet, muss aber natürlich wachsam sein. Auf den letzten drei Plätzen stehen derzeit mit Heidenheim, Kaiserslautern und Greuther Fürth drei eigentlich weitaus höher gehandelte Mannschaften, bei denen abzuwarten ist, ob sie nicht doch irgendwann richtig ins Rollen kommen.

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