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Fussball

Nachwuchs: Jahn setzt auf Kooperation

Um Talente zu erkennen und zu fördern, arbeitet der Regensburger Zweitligist mit Vereinen aus der Region zusammen.
Von Jürgen Scharf, MZ

Der SSV Jahn arbeitet bei Nachwuchsförderung mit benachbarten Amateurvereinen zusammen, wie etwa dem ASV Cham. Hier ist eine Szene aus einem Spiel der U15-Teams beider Klubs zu sehen. Foto: Würthele

Regensburg.Kinder, die gut Fußball spielen, haben oft einen Traum: Wenn ich groß bin, will ich Profi werden. Um diesen Traum zu erfüllen, muss das Talent des Kindes entsprechend gefördert werden. Um dies zu ermöglichen, setzt der SSV Jahn Regensburg seit knapp drei Jahren auf Partnerschaften mit anderen Vereinen aus der Region. Der Grundgedanke ist dabei ganz einfach: breit aufgestellt sein, um Talente zu erkennen und zu fördern. „Vier Augen sehen mehr als zwei“, sagt Christian Martin, der das Nachwuchsleistungszentrum des Zweitligisten, die Jahnschmiede, leitet.

Derzeit hat der Jahn in der Jugendarbeit fünf Partnervereine: ASV Cham, JFG Befreiungshalle Kelheim, VfB Straubing, FC Ergolding und SV Schalding-Heining. Ziel des Jahn ist es, irgendwann in allen Landkreisen von Oberpfalz und Niederbayern einen Partnerverein zu haben. Das gehe aber nicht von heute auf morgen, sagt Martin, sondern brauche Zeit.

Mehrere Kriterien entscheidend

Es gibt verschiedene Wege, auf denen eine Partnerschaft zustande kommt. Manchmal fragt ein Verein beim Jahn an, manchmal ist es auch umgekehrt. Für den Regensburger Profi-Klub muss ein Kooperationspartner mehrere Kriterien erfüllen. Eine gute Nachwuchsarbeit ist unerlässlich, dazu schaue sich der Jahn Martin zufolge aber auch genau an, wie der Klub im Seniorenbereich arbeitet, wie die Vereinsführung aufgestellt ist und welche Infrastruktur besteht.

Christian Martin leite das Nachwuchsleitungszentrum des SSV Jahn. Foto: SSV Jahn

Wenn alles passt und beide Seiten wollen, wird eine Kooperationsvereinbarung getroffen. In der sind mehrere Leistungen des Amateurvereins aufgeführt, etwa, dass er Broschüren des Jahn auslegt oder Plakate aufhängt und auch auf die Nachwuchskooperation öffentlich hinweist. In der Region Präsenz zu zeigen, sei für den Jahn immens wichtig, sagt Geschäftsführer Christian Keller. Deswegen sind in den Kooperationsvereinbarungen auch Freundschaftsspiele der Profi-Mannschaft auf dem Sportgelände des Partnervereins enthalten. Im Gegenzug bietet der Jahn unter anderem den Trainern des Partnervereins Praktika und Hospitanzen an, gibt den Jugendspielern Freikarten für eine Ligapartie des Jahn, führt Tagungen mit den Coaches durch und schickt eine Jugendmannschaft des Jahn zu einem vom Partnerklub veranstalteten Turnier.

„Wenn man so, will ist Halbzeit“

  • Bei der Nachwuchsarbeit

    eines Profi-Klubs ist es immer das große Ziel, dass Talente irgendwann in die erste Mannschaft aufrücken.

  • Jahn-Geschäftsführer Christian Keller

    weist darauf hin, dass es grundsätzlich sechs bis acht Jahre dauere, bis sich die Nachwuchsarbeit im Profi-Team niederschlage.

  • Der Jahn

    habe Keller zufolge erst vor „dreieinhalb bis vier Jahren“ begonnen, seine Nachwuchsarbeit neu aufzustellen: „Wenn man so will, ist Halbzeit.“

  • Vier Profis

    aus der aktuellen Mannschaft liefen bereits in der Jugend für den Jahn auf: Oliver Hein, Bastian Lerch, Kevin Hoffmann und Johannes Stingl.

Es gehe am Ende nicht alleine um Talentsichtung, sondern auch um eine grundsätzliche Zusammenarbeit mit dem Partnerklub, sagt Martin: „Leistungssport muss Breitensport unterstützen und umgekehrt.“ Gehe es dem Kooperationspartner gut, profitierte auch der Jahn irgendwann wieder davon: „Es gibt keine Breite ohne Spitze, und keine Spitze ohne Breite.“

Scouts verfolgen die Entwicklung

Die Talentsichtung bleibt aber natürlich ein zentraler Punkt der Kooperationen. Hier werden unter anderem Sichtungstage veranstaltet, bei denen junge Fußballer aus der entsprechenden Region zusammenkommen. Darüber hinaus verfolgen die Scouts des Jahn, wie sich die Talente in ihren Vereinen machen. Wenn sich der Regensburger Profi-Klub für einen Nachwuchsfußballer interessiert, beginnen die Gespräche. Dabei gebe es aber keine Patentlösung, erklärt Martin.

Auf der Basis mehrerer Kriterien werde über die Zukunft des Kindes oder Jugendlichen beraten. Manchmal geht es gleich zum Jahn, manchmal bleibt das Talent beim Heimatverein oder es wird eine Wartezeit vereinbart. Deswegen sei es auch keineswegs so, dass der Jahn jede Saison massenhaft Talente von den Partnerklubs abzieht, sagt Martin. Die Nachwuchsfußballer, die pro Kooperationsverein pro Jahr nach Regensburg wechseln, könne man „an einer Hand abzählen, wenn es nicht noch weniger sind“.

Am Sonntag gibt es einen großen Aktionstag der Jahnschmiede. Lesen Sie hier einen Vorbericht

Helmut Müller, sportlicher Leiter der JFG Befreiungshalle Kelheim, sieht den Wechsel von Top-Talenten zum Partnerklub in Regensburg ohnehin pragmatisch: „Die würden den Klub über kurz oder lang sowieso verlassen. Und der Jahn kennt die guten Spieler sowieso, egal ob es eine Kooperation gibt oder nicht.“ Müller berichtet vielmehr von „positiven Erfahrungen“, die er bei der Partnerschaft bisher gemacht habe. Die JFG nutze die Angebote, nehme etwa Fortbildungsmöglichkeiten für die Trainer wahr, mache mit den Jugendlichen einen Ausflug zum Jahn-Spiel oder vereinbare Testspiele gegen Jahn-Teams: „Das funktioniert sehr gut.“

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