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Montag, 11. Dezember 2017 7

Fussball

Rosarote Zeiten für den SSV Jahn

Die Regensburger sind auf der Überholspur. Die eigene Klubgeschichte zeigt aber, dass es wieder schnell runter gehen kann.
Von Jürgen Scharf

Viele Spieler des Jahn waren schon in der Regionalliga mit dabei. Diese Vertrautheit scheint ein großer Trumpf in dieser Saison zu sein. Foto: Nickl

Regensburg.VfL Bochum, 1. FC Kaiserslautern oder Eintracht Braunschweig – alles große Fußball-Klubs. Und alle stehen sie derzeit in der Tabelle der 2. Liga hinter dem SSV Jahn Regensburg. Der MSV Duisburg nun übrigens auch. Schließlich wurde dieser vom Aufsteiger aus der Oberpfalz am vergangenen Samstag mit einer 0:4-Packung auf die Heimreise geschickt. Die Jahn-Welt sieht somit rosarot aus: 19 Punkte nach 15 Spielen, neunter Tabellenplatz. Dass sich das Blatt manchmal aber auch schnell wieder wendet, können die Regensburger in der eigenen Klubgeschichte nachlesen. In der Saison 2003/2004 sah es ähnlich gut aus – am Ende stand aber der Abstieg.

Günter Brandl war damals mittendrin. Beim mit großen Erwartungen in die Saison gestarteten Jahn lief es 2003 in den ersten Monaten in der 2. Liga noch zäh. Die Aufstiegseuphorie war im November verflogen. Nach dem 12. Spieltag wurde Trainer Ingo Peter entlassen, Brandl übernahm das Amt. „Das Wichtigste war damals, die Stärke bei den Heimspielen wieder aufzubauen. Das ist uns gelungen“, erinnert er sich. In der Tat: Sofort gab es einen 3:0-Heimsieg gegen Ahlen. Auch das nächste Auswärtsspiel in Karlsruhe wurde gewonnen. Nach 15 Spieltagen stand der Jahn dann genauso wie in der aktuellen Saison mit 19 Punkten glänzend da. Das sei natürlich eine gute Zwischenbilanz gewesen, erinnert sich Brandl. Dass es bis zum Klassenerhalt noch ein weiter Weg ist, sei ihm aber auch da klar gewesen: „In der 2. Liga gibt es auch immer große Vereine, die hinten reinrutschen. Alleine daran sieht man, wie schwer es ist.“

An einem Strang ziehen

Für den Jahn war es am Ende zu schwer. Zwar dauerte der Höhenflug unter Brandl zunächst weiter an. Es wurde sogar der 1. FC Nürnberg daheim geschlagen. Sieben Spieltage vor Schluss schienen die Regensburger fast gerettet, brachen dann aber völlig ein. „Es geht nur, wenn bis zum Ende der Saison alle an einem Strang ziehen“, sagt Brandl. Das sei 2004 nicht der Fall gewesen.

Dass sich die Geschichte von damals so ähnlich wiederholt, glaubt Brandl aber eher nicht. Bei der aktuellen Mannschaft des SSV, „habe ich das Gefühl, dass es anders ist. Man merkt, dass eine Einheit da ist. Und das ist die Grundbasis für jeden Erfolg“.

Ex-Jahn-Trainer Günter Brandl Foto: Brüssel

Genauso sieht es Michael Hofmann. Der war beim nächsten kurzen Zweitligaauftritt des Jahn in der Saison 2012/2013 dabei. „Es wirkt alles viel strukturierter und professioneller als vor fünf Jahren“, lobt er. „Der Aufstieg war natürlich ein wichtiger Schritt“, meint er. „Und das macht Spaß, wenn man beobachtet, wie sich die Mannschaft derzeit präsentiert. Die spielen einen tollen Fußball. Das zeigt, dass sich das Team super entwickelt hat“.

Hofmann hat den Eindruck, dass es beim Jahn derzeit „einfach insgesamt stimmt – und das ist natürlich ein Riesen-Vorteil“. Er hat schließlich erlebt, wie es ist, wenn es insbesondere in der Mannschaft nicht stimmt. 2012 seien die Spieler der Aufstiegsmannschaft von den neu dazugekommenen nicht anerkannt worden: „Es gab mehrere Gruppen, das war ein großes Problem.“

Der Glaube hat gefehlt

Ein weiteres Problem sei gewesen, dass damals – insbesondere im Umfeld – „ja nicht wirklich alle dran geglaubt haben, dass wir es überhaupt schaffen können, drin zu bleiben“. Nach dem 15. Spieltag hatte der Jahn damals nur zehn Punkte und stand auf einem Abstiegsplatz. Den sollte er bis zum Saisonende nicht mehr verlassen können.

„Die spielen einen tollen Fußball. Das zeigt, dass sich das Team super entwickelt hat!“

Ex-Jahn-Keeper Michael Hofmann über die aktuelle Mannschaft

Bei der aktuellen Mannschaft des Jahn scheint die Überzeugung, den Klassenerhalt schaffen zu können, dagegen voll da zu sein. Einer, der auch 2012 schon dabei war, ist Oliver Hein. Der erinnert sich, dass es vor fünf Jahren vor der Saison viele Veränderungen, insbesondere in der Mannschaft gab. Das sei dieses Mal anders – und das sei ein großer Vorteil.

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