FC Schwarzenfeld ist Außenseiter
Dem Aufsteiger droht gegen den TSV Bogen die sechste Niederlage im sechsten Saisonspiel. Und dennoch kommt keine Unruhe im Verein auf.
Keinesfalls kampflos will der FC Schwarzenfeld gegen den TSV Bogen die Punkte abgeben. Foto: sri
Schwarzenfeld. Nach der fünften Niederlage im fünften Spiel sollte man meinen, dass langsam Unruhe aufkommt beim 1. FC Schwarzenfeld. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es war keine Schönrederei, wie Trainer Karl-Heinz Wagner die Mittwochpartie beim Freier TuS Regensburg nach der 1:3 Niederlage eingeordnet hat. „Über 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft. Ich hätte meiner Truppe so sehr gewünscht, dass sie sich endlich für ihre harte Arbeit belohnt. Trotz der Niederlage haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Es fehlt nur noch das längst verdiente Erfolgserlebnis.“
Dabei hatte es gegen den Freier TuS fast schon wie üblich begonnen. Eckball, Tor. Ballverlust im Mittelfeld, Regensburg schaltet schnell um, feine Bogenlampe über „Libero“ Christian Böl hinweg, 0:2. Ein erneutes Debakel war zu befürchten. Aber der FC erholte sich diesmal schnell. Wagner hatte sein Team zu einer offensiveren Gangart ermuntert. Schwarzenfeld hat sich eine Fülle von sehr guten Chancen erspielt. Dass am Ende nur das Elfmetertor von Bernd Heinisch heraussprang, war oft Pech oder das Verdienst des starken Regensburger Torwarts.
Trotz dieses hoffnungsvollen Auftritts stecken die Verantwortlichen in einem Dilemma. Bis zur Rückkehr der verletzten Spieler müssten sie die Mannschaft eigentlich punktuell verstärken. Es gab auch während der Woche das eine oder andere Gespräch mit möglichen Verstärkungen. Aber die wollen Geld sehen. Und das wird sich der FC sehr genau überlegen müssen. Ein Großteil der Spieler ist seit den C-Junioren dabei. Es ist nach wie vor ein verschworener Haufen, der Willens und in der Lage ist, sich weiter zu entwickeln. Vielleicht nicht schnell genug, um einem Abstieg zu vermeiden, aber es ist eine Mannschaft mit Perspektive.
Wagner ist es gewohnt, Erfolg zu haben. Dass er das Himmelfahrtskommando beim FC angetreten hat, ist allein schon bemerkenswert. Wer den smarten und stets beherrscht auftretenden Trainer nach dem Spiel in Regensburg beobachten konnte, der sah einen anderen Wagner. In dem Mann brodelte es. Er ist angekommen in Schwarzenfeld und er bewegt etwas in der Mannschaft, unabhängig davon, ob sich das im Moment in Punkten ausdrückt oder nicht. Gegen den Willen der Mannschaft wird man sich daher in Schwarzenfeld nicht mit bezahlten Spielern verstärken können. Dies würde dem bisherigen Kader nicht gerecht. Abwehrspieler Tom Bayerl brachte das folgendermaßen auf den Punkt: „Wir sind zusammen aufgestiegen, notfalls steigen wir auch zusammen ab, aber wir werden gemeinsam alles versuchen, um das zu verhindern.“ Der FC scheint gut beraten, in aller Ruhe nach Spielern zu suchen, die in Schwarzenfeld die sportliche Herausforderung suchen und charakterlich ins Team passen. Die sind dort auch willkommen wie die Beispiele Christian Böl oder Bernd Heinisch zeigen.

