Sportliche Führung wirft hin
Trainer Adi Götz und Abteilungsleiter Günther Bauer erklären trotz Aufstieg ihren Rücktritt; Grund ist auch die Reaktion der Vereinsspitze..
Erfolgstrainer Adi Götz kurz nach dem Aufstieg des FC Schwarzenfeld in die Landesliga. Foto: Archiv
Schwarzenfeld. Kaum sind die Feierlichkeiten nach dem Aufstieg in die Landesliga vergangen, steht der FC Schwarzenfeld vor einer neuen Herausforderung. Wie Trainer Adi Götz am Donnerstagabend mitteilte, wird er sein Engagement beim 1. FC Schwarzenfeld nicht weiterführen. Im Vorfeld hatte bereits Abteilungsleiter Günther Bauer seinen Rücktritt erklärt.
Der Erfolgstrainer nennt zwei Gründe, die ihn zu dieser Entscheidung bewogen haben: Zum einen spricht Götz von einem „absoluten Desinteresse und einer fehlenden Unterstützung der Vereinsführung an den Fußballern des 1. FC Schwarzenfeld“. Wo man nach dem größten Erfolg der vergangenen 50 Jahre mit etwas Euphorie gerechnet hatte, sei gerade das Gegenteil eingetreten, sagte Götz enttäuscht. „Mir beziehungsweise der Mannschaft hat man weder gratuliert noch hat man irgendwelche Gespräche für die neue Saison mit mir oder uns geführt.“
Als zweiten Grund führt Götz die kurzfristige Entscheidung seines Co-Trainers Wolfgang Stier an, sich dem FC Schlicht anzuschließen. „Es ist schade, aber als Einzelkämpfer ist man auf verlorenem Posten.“ Stier war auch für die 2. Mannschaft verantwortlich, die den Aufstieg in die Kreisklasse geschafft hat. Weiter teilte Adi Götz der MZ mit, dass es nun auch wichtig für die Mannschaft sei, dass durch den Rücktritt der Verein endlich gefordert ist. „Mein festgelegter Drei-Jahres-Plan ist abgeschlossen und mit dem Aufstieg in die Landesliga mehr als erfüllt.“
Der neue Kapitän Christian Most hat inzwischen die Leitung des Trainings übernommen. Dass die Mannschaft auseinanderfällt, glaubt Götz nicht: „Das ist ein verschworener Haufen, der heiß ist auf die Landesliga.“
Bereits am Mittwochabend hatte Fußballabteilungsleiter Günther Bauer seinen Rücktritt erklärt. Auch er sprach von einer „fehlenden Wertschätzung durch den Hauptverein und durch die Marktgemeinde“. Fußball werde nicht wahrgenommen, während solch ein Erfolg tagelang gefeiert wird, so Bauer, der bereits im Vorjahr seinen Rückzug angekündigt hatte. Eigentlich habe er den Übergang auf einer normalen Jahreshauptversammlung regeln wollen, doch habe er jetzt „aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen die Reißleine ziehen müssen“, sagt er jetzt im MZ-Gespräch.
Es sei nun an der Gesamtvorstandschaft, eine Lösung für die Zukunft der Abteilungsabteilung zu finden. „Vielleicht nimmt man dabei ja auch die Kritiker der letzten Jahre in die Verantwortung“, so Günther Bauer.
Der Versuch der MZ, eine Stellungnahme des Vereinsvorsitzenden Rolf Görner zu den Rücktritten und zur Zukunft der Fußballabteilung zu erhalten, war bioslang nicht von Erfolg gekrönt.

