Sportnachrichten 20.05.2012, 21:40 Uhr

Alptraum dahoam: Finalpleite schockt FCB

Die 4:5-Niederlage gegen Chelsea im Endspiel der Königsklasse trifft die Münchner hart. Bei Fans und Spielern herrscht Trauer.

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München. Karl-Heinz Rummenigge zögerte die undankbare Aufgabe lange hinaus, irgendwann aber musste er in den sauren Apfel beißen. Es war 2.15 Uhr am Sonntagmorgen, als Bayern Münchens Vorstandschef im noblen Münchner Postpalast widerwillig das Wort ergriff — und das 4:5 nach Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea endgültig zur bittersten Niederlage in der Geschichte von Bayern München erklärte. „Ich habe fast den Eindruck, dass das heute noch schlimmer war, noch brutaler, noch überflüssiger als die Niederlage von 1999 gegen Manchester United. Es tut unglaublich weh“, sagte der 56-Jährige. Statt Jubelstimmung herrschte bei den „Vize-Bayern“ betrübte Stille, nachdem das „Finale dahoam“ zum „Drama dahoam“ geworden war.

Der Traum war zum Greifen nah

Der Vorstandschef sprach Bastian Schweinsteiger und Arjen Robben schon zum Einstieg in seine siebenminütige Analyse aus der Seele. „Heute ist einer dieser Abende, wo man sagt, man wäre besser daheimgeblieben und hätte das nicht erlebt“, sagte der 56-Jährige, der genauso ratlos wirkte wie der Rest der bayrischen Garde. Die Chance, im eigenen Stadion Champions-League-Geschichte zu schreiben, hat der deutsche Rekordmeister leichtsinnig verspielt, auch weil Robben und Schweinsteiger jeweils einen Elfmeter vergaben. „Das ist keine Niederlage, die man an einem Abend abstreift. Das ist eine Niederlage, die einen verfolgen wird, weil es eine historische Chance war“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger zerknirscht.

Drama für Hoeneß

Nicht nur Schweinsteiger und Robben, sondern auch Präsident Uli Hoeneß konnten Filet vom Oberländer Rind und Lachs-Carpaccio mit Limonen-Creme-fraiche kein bisschen entschädigen. „Das war ein Drama. Ich habe noch keine Orientierung. Ich muss das ein, zwei Tage sacken lassen“, sagte der 60-Jährige. Als Torschütze Didier Drogba um 23.26 Uhr auch noch den entscheidende Elfmeter zu Chelseas erstem Champions-League-Titel verwandelt hatte, war Hoeneß‘ Lebenstraum zerplatzt. Seine Mannschaft, sein Stadion — aber nicht sein Pokal.

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