Sportnachrichten 20.07.2012, 18:49 Uhr

Auch B-Probe von Schleck positiv

Der Luxemburger Radprofi Fränk Schleck bestreitet weiter Doping und will nun herausfinden, wie das Diuretikum in seinen Körper gelangt sei.

Der luxemburgische Radrennfahrer Fränk Schleck vom Team RadioShack Foto: dpa

Der luxemburgische Radrennfahrer Fränk Schleck vom Team RadioShack Foto: dpa

Brive-la-Gaillarde. Die B-Probe hat den Dopingbefund bei Fränk Schleck bestätigt - doch der Radprofi beteuert weiter eisern seine Unschuld. „Das Ergebnis des B-Probe war positiv“, teilte der Luxemburger am Freitag mit. „Aber für mich ändert sich nichts: Ich weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe!“ Schleck war bei einem Test am 14. Juli das Diuretikum Xipamid nachgewiesen worden, das zur Verschleierung von Dopingmitteln verwendet werden kann. Das Team RadioShack nahm ihn am vergangenen Dienstag aus der Tour de France.

Der Radsport-Weltverband UCI bestätigte am Abend das Resultat der B-Probe und forderte den Luxemburger Verband auf, gemäß den Anti-Doping-Regularien ein Verfahren gegen Schleck zu eröffnen. Damit dürfte für den 32-Jährigen auch ein Start bei den Olympischen Spielen in London ausgeschlossen sein.

Schon am Abend nach Bekanntwerden des Befundes hatte Schleck angekündigt, Klage gegen Unbekannt wegen Vergiftung einzureichen. In seiner Mitteilung, die das Luxemburger „Wort“ veröffentlichte, berichtete er: „Momentan gehen wir Minute für Minute durch, was ich an den Tagen vor der Kontrolle und am 14. Juli gemacht, gegessen und getrunken habe, wen ich getroffen habe, womit ich in Kontakt war, welche Nahrungsergänzungsmittel ich genommen habe...“

Für den Nürnberger Anti-Doping-Experten Fritz Sörgel ist eine Kontamination durch Nahrungsergänzungsmittel sehr unwahrscheinlich. „Xipamid wird von pharmazeutischen Firmen hergestellt, die strengsten Auflagen unterliegen und in der Regel überhaupt kein Nahrungsergänzungsmittel herstellen“, sagte der Pharmakologe der Nachrichtenagentur dpa. „Da kann keine Kontamination stattfinden.“

Xipamid ist ein harntreibendes und damit körperentwässerndes Mittel. Der Tag der 13. Etappe am Mittelmeerort Cap d’Agde war sehr heiß. „In der Medizin heißt es, dass dieses Medikament unter extremen Bedingungen, wie bei einer Radrundfahrt, sehr gefährlich ist; es kann sogar tödlich sein“, sagte Schleck. Daher wolle er unbedingt herausfinden, wie es in seinen Körper gelangt sei.

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