Deutsche Turmspringer verpassen Medaille
Ein verpatzter dreeinhalbfacher Rückwärtssalto kostet die Turmspringer Patrick Hausding und Sascha Klein eine Medaille. Sie landen nur auf Rang sieben.
Sascha Klein (r.) and Patrick Hausding erreichten beim Synchronspringen vom Turm nur den siebten Platz. Foto: dpa
London. Auch das sonst so nervenstarke Wassersprung-Duo Patrick Hausding und Sascha Klein hat die deutschen Hoffnungen auf die ersehnte erste Olympia-Medaille nicht erfüllt. Die WM-Zweiten sprangen im Synchronwettbewerb vom Turm als Siebte deutlich an Edelmetall vorbei. Ein verpatzter dreieinhalbfacher Rückwärtssalto kostete die Olympia-Zweiten von 2008 die erste deutsche Medaille der Spiele von London. Hausding/Klein kamen am Montag nach sechs Sprüngen auf 446,07 Punkte.
Der Olympiasieg ging mit 486,78 Zählern an das junge chinesische Duo Cao Yuan und Zhang Yanguan. Die 17- und 18-Jährigen sorgten für den dritten chinesischen Synchron-Olympiasieg vom Turm in Serie. Zweite wurden die Mexikaner German Sanchez und Ivan Garcia. Mit den höchsten Schwierigkeitsgraden der Konkurrenz sammelten sie 468,90 Zähler und lagen vor den Amerikanern Nicholas McCrory und David Boudia (463,47).
Großbritanniens Lokalmatadoren Thomas Daley und Peter Waterfield mussten sich vor den Augen von Premierminister David Cameron mit Platz vier zufriedengeben. Vor vier Jahren in Peking hatten Ditte Kotzian und Heike Fischer vom Drei-Meter-Brett die erste deutsche Olympia-Medaille gewonnen.
Aquatic Centre nicht voll besetzt
Bei den beiden Pflichtsprüngen gab sich keines der acht Männer-Synchronpaare eine echte Blöße. Hausding/Klein erhielten für ihren anderthalbfachen Salto etwas schwächere Noten im Vergleich zur Konkurrenz. Als Vierte gingen sie in die vier Kürsprünge. Die Briten lagen unter dem Jubel der Zuschauer im wieder nicht voll besetzen Aquatic Centre vor den Chinesen.
Dann aber rückten die Favoriten die Verhältnisse mit einem tollen dreieinhalbfachen Auerbachsalto zurecht, für den die Richter die Traumnote 10 zückten. Augenblicke später verpatzten Hausding/Klein ihren dreieinhalbfachen Rückwärtssalto. Beim Eintauchen waren beide nicht ganz gestreckt, viele Wasserspritzer die Folge. Mit Wertungen zwischen 7 und 7,5 fielen sie vom Bronze-Platz auf Rang sechs zurück. Den teils sehr hoch bewerteten Briten missglückte kurz darauf der dreieinhalbfachen Auerbachsalto.
Das deutsche Duo hatte schwer ins Olympia-Jahr gefunden und plagte sich mit diversen Verletzungen. Hausdings strapazierte Knie- und auch Schultergelenke bedurften der Schonung, auch Klein hatte Blessuren. Eine Schrecksekunde musste zudem Hausding kurz nach seinem Einzug ins olympische Dorf zu Wochenbeginn überstehen, als er eine Stufe falsch einschätzte und mit dem Fuß umknickte. Der lädierte Knöchel behinderte beim Training, aber Hausding biss auf die Zähne. (dpa)

