Sportnachrichten 26.09.2012, 16:49 Uhr

DFB ermittelt gegen Jürgen Klopp

Wegen seines Ausrasters im Spiel gegen Frankfurt muss BVB-Trainer Konsequenzen fürchten. Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp Foto: dapd

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp Foto: dapd

Frankfurt/Main. Wutentbrannt stapfte Mats Hummels nach dem spektakulären 3:3 beim Rekord-Aufsteiger Eintracht Frankfurt in die Kabine. Zunächst traktierte der Abwehrchef von Borussia Dortmund mit seinen Fäusten die Wand in den Katakomben der Frankfurter Arena, dann schrie er seinen Frust über den erneuten Punktverlust des deutschen Meisters laut heraus. „Scheiß Zusammenspiel. Die haben keine Chance und machen drei Tore“, fluchte der Nationalverteidiger und verschwand ohne ein weiteres Wort in der Kabine.

Ausraster in der Nachspielzeit

Zuvor war schon Trainer Jürgen Klopp in der Nachspielzeit ausgerastet. Nachdem er den Vierten Offiziellen angebrüllt hatte, war Klopp von Schiedsrichter Florian Meyer auf die Tribüne verbannt worden. „Der Kontrollausschuss des DFB hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Mittwoch mit. „Ich habe gesagt: Das war ein Foul, das war ein Foul, das war ein Foul. Das schien zu viel gewesen zu sein“, verteidigte sich Klopp.

Die Stimmung beim Titelverteidiger ist gereizt. Nach nur fünf Saisonspielen beträgt der Rückstand des BVB auf Tabellenführer Bayern München bereits sieben Punkte. „Ganz oben ist derzeit nicht unsere Blickrichtung“, bekannte Sportdirektor Michael Zorc. „Mich interessiert nicht, wie viele Punkte zwischen uns und den Bayern liegen“, meinte Marcel Schmelzer genervt. „Mir ist egal, wo Bayern steht“, blaffte Kapitän Sebastian Kehl und fügte hinzu: „Die Enttäuschung und Verärgerung ist groß, dass wir wie in Hamburg unnötig Punkte liegen gelassen haben. Das tut weh.“ Nach Gelassenheit klang das alles nicht.

In einem gleichermaßen hochklassigen wie rassigen Spiel offenbarte der Meister erhebliche Defensivschwächen und verspielte gegen grandios dagegenhaltende Frankfurter eine komfortable 2:0-Pausenführung. „Wir haben die drittmeisten Gegentore in der Bundesliga. Das ist echt eine Scheiß-Statistik“, kommentierte Trainer Jürgen Klopp die Misere in gewohnter Offenheit.

 

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