Sportnachrichten 10.07.2012, 19:11 Uhr

Doping-Razzia bei Cofidis

Rémy di Gregorio wurde auf frischer Tat ertappt und mit sofortiger Wirkung suspendiert. Seit 2011 wird gegen den 26-Jährigen ermittelt.

Remy Di Gregorio vom Team Cofidis Foto: AFP

Remy Di Gregorio vom Team Cofidis Foto: AFP

Saint Albain. Der erste Dopingskandal erschüttert die 99. Tour de France: Am Morgen des Ruhetags hat die französische Polizei im Mannschaftshotel des Teams Cofidis eine Razzia durchgeführt und den Kletterspezialisten Rémy di Gregorio festgenommen. Dieser soll per Telefon-Überwachung auf frischer Tag dabei erwischt worden sein, Doping-Lieferungen zu organisieren. Der 26-Jährige wurde mit sofortiger Wirkung suspendiert.

„Das ist eine sehr ernsthafte Angelegenheit gegen einen einzelnen Fahrer. Rémy di Gregorio ist in eine sehr schwere Sache hineingeraten. Die Polizei ist aber sehr respektvoll mit uns umgegangen“, sagte Cofidis-Teamchef Yvon Sanquer am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatten am frühen Morgen örtliche Polizisten und Gendarmen der Behörde gegen Umweltschäden und für öffentliche Gesundheit OCLAESP im Mercure-Hotel in Bourg-en-Bresse für die böse Überraschung gesorgt. In einer ersten Pressemitteilung erklärte das Team am Mittag: „Der Verdacht gegen den Fahrer Rémy di Gregorio lässt uns keine andere Wahl, als die strengstmöglichen Sanktionen auszusprechen. Sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten, wird di Gregory mit sofortiger Wirkung entlassen, im Einklang mit seinem Vertrag und dem Ethik-Code unseres Teams.“

Zwei weitere Männer festgenommen

Veranlasst wurde die Festnahme durch den Richter Annaick Le Goff in di Gregorios Heimatstadt Marseille, wo seit 2011 gegen den Profi ermittelt wird. Damals fuhr di Gregorio noch für das kasachische Astana-Team, das von der Tour de France 2007 ausgeschlossen wurde, nachdem Kapitän Alexander Winokurow Blutdoping nachgewiesen worden war.

Im südfranzösischen Marseille waren am Morgen zeitgleich mit dem Cofidis-Profi zwei Männer festgenommen worden, die zwecks Doping-Geschäften im Kontakt zu di Gregorio gestanden haben sollen. Di Gregorio lag bei der laufenden Frankreich-Rundfahrt auf dem 35. Gesamtplatz mit mehr als 18 Minuten Rückstand auf den Führenden Bradley Wiggins. Im Vorjahr hatte er mit einem Etappensieg bei der Fernfahrt Paris-Nizza seinen bislang größten Triumph gefeiert.

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