Sportnachrichten 29.07.2012, 19:30 Uhr

Enttäuschender Start für deutsches Team

Seit 1984 hat es immer mindestens eine Medaille an den ersten beiden Wettkampftagen von Sommerspielen gegeben. In London blieb der große Erfolg bislang aus.

Paul Biedermann zog nach dem Vorlauf-Aus über 400 Meter über 200 Meter ins Halbfinale ein. Foto: dpa

Paul Biedermann zog nach dem Vorlauf-Aus über 400 Meter über 200 Meter ins Halbfinale ein. Foto: dpa

London. Chef de Mission Michael Vesper eilte am ersten Olympia-Wochenende von Sportstätte zu Sportstätte, hatte aber keinen Grund zum Jubeln. „Wir sind nicht zufrieden und enttäuscht. Es wäre schöner, wenn Erfolg dagewesen wäre, man kann es aber nicht ändern“, sagte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Sonntag. Nun hofft er auf eine schnelle Wende zum Guten. „Wir hoffen, dass nun der Knoten platzt. Viele Athleten werden nun sagen: Jetzt erst recht!“

Vor vier Jahren in Peking mussten sich die Deutschen auch gedulden, bis die erste Medaille am zweiten Tag gefeiert werden konnte. Die Wasserspringerinnen Ditte Kotzian und Heike Fischer holten 2008 in Peking Bronze. 2004 in Athen gab es nach einem erfolglosen Auftakt je einmal Silber und Bronze. Seit dem Olympia-Boykott 1980 in Moskau hat es an den ersten beiden Wettkampftagen immer mindestens eine Plakette gegeben.

Schwimmen im „Bummel-Tempo“

Für das 391 Sportler große DOSB-Team hatten sich an den ersten beiden Wettkampftagen die Medaillenerwartungen nicht erfüllt. Im Fechten, Radsport und Schießen kämpfte sich kein Athlet auf einen der ersten drei Plätze vor. Auch die Schwimmer um das Star-Duo Paul Biedermann und Britta Steffen konnten noch nicht zuschlagen. Die Freistil-Staffel der Frauen schwamm im Bummel-Tempo am Finale und einer möglichen Medaille vorbei.

„Am zweiten Tag sind sie aber auf einen grünen Zweig gekommen“, urteilte Vesper. Weltrekordler Biedermann zog nach dem Vorlauf-Aus über 400 Meter über 200 Meter ins Halbfinale ein – allerdings nur als Zehntbester. „Es lief schon deutlich besser als gestern“, befand er. Anders als die Staffel-Frauen, die am Samstag den Vorlauf verbummelt hatten, gingen die Männer über 4 x 100 Meter Freistil mit Volldampf zur Sache und kamen in deutscher Rekordzeit weiter. „Ich glaube, dass die Mannschaft den Ernst der Lage erkannt hat“, meinte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow.

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