Sportnachrichten 05.07.2012, 20:21 Uhr

FIFA stimmt für Torlinien-Technik

Das Regelkomitee gibt grünes Licht für die Einführung technischer Systeme, die dem Schiedsrichter anzeigen, ob der Ball im Tor war. Die neuen Systeme kommen erstmals bei der Club-WM im Dezember in Japan zum Einsatz.

Der letzte Anstoß: DFB-Torwart Manuel Neuer ist beim Tor von Frank Lampard im WM-Achtelfinale machtlos. Der Ball landet klar hinter der Linie, das Tor wird jedoch nicht anerkannt. Diese Szene leitete bei Fifa-Boss Sepp Blatter ein Umdenken ein. Foto: dpa

Der letzte Anstoß: DFB-Torwart Manuel Neuer ist beim Tor von Frank Lampard im WM-Achtelfinale machtlos. Der Ball landet klar hinter der Linie, das Tor wird jedoch nicht anerkannt. Diese Szene leitete bei Fifa-Boss Sepp Blatter ein Umdenken ein. Foto: dpa

Zürich. Zürich. Tor oder kein Tor? Die wohl meistdiskutierte Frage im Fußball soll künftig durch technische Hilfsmittel beantwortet werden. Das Fifa-Regelkomitee Ifab gab am Donnerstagabend in Zürich grünes Licht für die Einführung technischer Systeme, die dem Schiedsrichter anzeigen, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Dabei sollen sowohl das bereits beim Tennis erprobte Hawk-Eye zur Überwachung der Torlinie (Torkamera) als auch das GoalRef-System (Chip im Ball) zum Einsatz kommen.

Kosten in Millionenhöhe

Mit der Entscheidung findet eine jahrelange und strittige Diskussion über den Technik-Einsatz im Fußball aber wohl nur ein vorläufiges Ende. Denn Verbände wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und ihre Profiligen müssen den Zeitpunkt für die Einführung der Systeme selbst bestimmen und die Kosten in erwarteter Millionenhöhe tragen. „Zu den deutschen Verbänden kann ich nichts sagen. Der Ball liegt bei ihnen“, sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke. Nach Angaben englischer Verbandsvertreter könnte die Technik noch in der kommenden Saison der Premier League eingeführt werden.

Die Entscheidung des Gremiums fiel einstimmig aus. Der Einsatz der neuen Systeme soll auf Fifa-Ebene vorerst nur für die Klub-WM im Dezember in Japan, den Confederations Cup 2013 und die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien gelten. Genehmigt wurde auch der weitere Einsatz von Torrichtern. Jeder Veranstalter soll künftig selbst entscheiden können, ob Torrichter eingesetzt werden. Die infrage kommenden technischen Systeme müssen noch vom Weltverband zertifiziert werden.

Die aus dem Tennis bekannte Hawk-Eye-Technologie stammt aus England. Bis zu sechs Kameras nehmen das Spielgeschehen auf und funken Bilder an einen zentralen Computer. Dieser berechnet aus der Bildersumme die Position des Balles und sendet bei einem Tor ein Signal auf die Armbanduhr des Schiedsrichters. Das System hat allerdings auch einen Schwachpunkt: Liegt ein Spieler auf dem Ball, können keine Bilder aufgenommen werden.

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