Hockenheim steht jedes Jahr bereit
Dem Nürburgring droht das Aus. Der früher selbst bedrohte Hockenheimring könnte damit ständiger Standort des deutschen Formel-1-Rennens werden.
Steht auf den Deutschland-Grand-Prix: Weltmeister Sebastian Vettel gestern bei der Streckenbegehung Foto: dapd
Hockenheim. Die Formel 1 wird unabhängig von der Entwicklung am finanziell angeschlagenen Nürburgring bis 2018 sicher Station in Deutschland machen. Der Hockenheimring, am Wochenende Austragungsort des deutschen WM-Laufs, steht für die jährliche Austragung des deutschen Formel-1-Rennens bereit – hofft aber wie die deutschen Weltmeister Sebastian Vettel und Michael Schumacher weiter auf den jährlichen Wechsel. „Wir stünden bereit, wenn alle Voraussetzungen passen“, sagte Georg Seiler, Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH: „Aber ich glaube, dass sich die Dinge am Nürburgring noch glätten werden, dass dort weiter gefahren wird und wir das alternierende Modell fortsetzen können.“ Dieses betrachtet Seiler ohnehin als ideal.
Geordnete Insolvenz
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hatte am Mittwoch erklärt, die Nürburgring GmbH müsse in die „geordnete Insolvenz“ gehen. „Der Nürburgring ist mit uns zusammen die führende Rennstrecke in Deutschland. Deshalb bedaure ich sehr, was dort passiert – ohne die Dinge bewerten zu wollen“, sagte Seiler.
Weltmeister Vettel und Rekordchampion Schumacher wünschen sich derweil weitere Formel-1-Rennen in der Eifel. „Ich hoffe, dass sich der Nürburgring schnell erholt. Es wäre sehr schade, das Rennen zu verlieren, denn es ist eines der traditionsreichsten im Kalender“, sagte Vettel gestern. Schumacher ergänzte: „Der Nürburgring hat eine große Geschichte in Deutschland. Wir hoffen, dass die Probleme bald gelöst werden.“
Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone sagte im Gespräch mit „Auto Bild motorsport“, man werde „alles tun, was kommerziell machbar ist“, um die Formel 1 in Deutschland zu behalten: „Hoffentlich in Hockenheim und am Nürburgring. Sollte ein Rennen am Nürburgring nicht möglich sein, werden wir mit Hockenheim sprechen.“ Das in der Eifel am Mittwoch vorgestellte Modell, nach dem Ecclestone als alleiniger Ausrichter des Nürburgring-Rennens auftreten könnte, ist in Seilers Augen „sicherlich eine Lösung. Es würde dem Land Rheinland-Pfalz wahrscheinlich Defizite ersparen. Aber ich kenne keine Details.“

