Hoeneß will Gomez reizen
Mario Gomez muss sich trotz seiner Erfolge weiter Kritik gefallen lassen. Hoeneß gibt zu, ihn mit Absicht zu ärgern. Und auch der Kaiser nörgelt.
Bayern Münchens Mario Gomez, Foto: dpa
München. Mario Gomez muss sich wie in einem falschen Film vorkommen – einmal mehr. Die Saison hat noch nicht einmal begonnen, und schon steht der Torjäger von Bayern München wieder in der Kritik. Diesmal hat Uli Hoeneß, Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters, die Diskussionen um den 27 Jahre alten Stürmer angeheizt.
Er habe das Gefühl, „dass ich ihn reizen muss. Mario ist ein Spieler, der in der Bundesliga 40 Tore in einer Saison schießen kann wie Gerd Müller“, erklärte Hoeneß der Münchner AZ seine jüngsten Attacken gegen Gomez: „Ich muss Mario manchmal ein bisschen ärgern. Er hat ein gewisses Phlegma, das muss man ihm austreiben.“ Der Nationalspieler könne von seinem Talent her „viel mehr leisten, und daher versuche ich, ihn etwas anzustacheln.“ Hoeneß hatte zuvor betont, dass Gomez „gut, aber nicht sehr gut ist. Er kann noch besser werden. Wenn er sehr gut wäre, wären wir jetzt Champions-League-Sieger. Wir dürfen die Spieler nicht immer nur in Watte packen.“
Kaier reiht sich in die Schar
Heynckes spielt Kritik herunter
Die Vorlage nahm „Kaiser“ Franz Beckenbauer gleich einmal auf und reihte sich in die Schar der Nörgler ein. „Wenn Mario variabler spielen und weniger weg vom Ball als hin zum Ball gehen würde, dann könnte er doppelt so viele Tore schießen“, sagte Beckenbauer der Bild.
Nach dem 3:2 im Test in Kaiserslautern – Gomez blieb ohne Treffer – versuchte immerhin Bayern-Trainer Jupp Heynckes, die Geschichte etwas herunterzuspielen. Damit müsse man leben, „das sollte man sich nicht so zu Herzen nehmen. Von so Kleinigkeiten lassen wir uns nicht beeindrucken“, unterstrich der 67-Jährige und fügte an: „Mario wird mit dieser Kritik sicherlich sehr gut und hochprofessionell umgehen.“
Gomez dürfte angesichts der deutlichen Worte aber einmal mehr irritiert sein, geäußert hat er sich dazu bisher noch nicht. 80 Tore hat der ehemalige Stuttgarter in 97 Pflichtspielen für den FC Bayern in den vergangenen beiden Jahren geschossen – doch die nötige Anerkennung blieb oft aus.

