Sportnachrichten 27.06.2012, 23:42 Uhr

Spanien steht im Finale

Del Bosques Elf bezwingt Portugal im Elfmeterschießen mit 4:2. Damit steht der Titelverteidiger im dritten Finale in Serie bei einem großen Turnier und trifft auf den Sieger des Klassikers zwischen Deutschland und Italien.

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Spaniens Jordi Alba jubelt nach dem Schlusspfiff. Das Spiel endete 2:4 nach Elfmeterschiessen. Foto: dapd

Spaniens Jordi Alba jubelt nach dem Schlusspfiff. Das Spiel endete 2:4 nach Elfmeterschiessen. Foto: dapd

Donezk. Spanien darf weiter vom Titel-Hattrick und dem EM-Wunschfinale gegen Deutschland träumen. In einem Elfmeter-Krimi bezwang der Welt- und Europameister am Mittwochabend beim Halbfinale in Donezk die leidenschaftlichen Portugiesen mit 4:2, nachdem die 120 zähen Minuten zuvor torlos geblieben waren. Damit steht der Titelverteidiger in seinem dritten Finale in Serie bei einem großen Turnier. Um ihre Fußball-Vorherrschaft am Sonntag in Kiew gegen Deutschland oder Italien zu behaupten, müssen sich die Spanier aber deutlich steigern.

Ronaldo vergab mehrfach aus guter Position

Nur die Abschlussschwäche von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo, der vor 48.000 Zuschauern mehrfach aus guter Position scheiterte, bewahrte die uninspirierten Spanier vor dem vorzeitigen Aus. Im Elfmeterschießen zeigten dann Joao Moutinho und Bruno Alves Nerven und verschossen. Cesc Fabregas machte für Spanien alles klar. Völlig überraschend hatte sich Spaniens Trainer Vicente del Bosque nach der Dauerdebatte um die Offensivformation diesmal für den gelernten Stürmer Alvaro Negredo entschieden. Der 26-Jährige vom FC Sevilla war zuvor bei der EM nur eine Minute zum Einsatz gekommen, erhielt aber den Vorzug vor Fernando Torres und Cesc Fábregas. Viel bewirkte Negredo nicht, schon nach 53 Minuten musste er seinen Platz wieder für Fábregas räumen. Die gefürchteten Ballpassagen der Spanier blieben lange wirkungslos und wurden von den Zuschauern sogar mit Pfiffen und Buhrufen begleitet.

Die Portugiesen setzten ihre Hoffnung wie gewohnt in Ronaldo und kämpften sich mit viel Leidenschaft in die Partie. In der Spitze ersetzte diesmal der frühere Bremer Hugo Almeida den verletzten Hélder Postiga, ansonsten vertraute Coach Paulo Bento dem bei der EM erprobten Team. Nach zögerlichem Beginn störten die Portugiesen die Kreise der Spanier früher und beeindruckten den Favoriten damit.

Nur bei einem Schuss von Ronaldo-Bewacher Álvaro Arbeloa in der 9. Minute und einem Schlenzer von Andrés Iniesta (29.) wurden die Spanier in Hälfte eins gefährlich. Beide Versuche strichen jedoch über das Tor. Auf der Gegenseite zog Ronaldo im Fallen von der Strafraumgrenze ab, der Flachschuss zischte knapp neben dem rechten Pfosten vorbei (31.). Längst hatte sich der Weltfußballer von 2008 seinem Schatten Arbeloa entzogen und wich zunehmend in die Mitte aus.

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