Sportnachrichten 22.07.2012, 18:38 Uhr

Wiggins gewinnt die Tour de France 2012

Bradley Wiggins geht als erster britischer Gesamtsieger in die Geschichte der Tour de France ein. Zu den Gewinnern der 99. Tour gehört auch ein Deutscher.

Für Bradley Wiggins wurde am Sonntag ein Kindheitstraum Wirklichkeit. Foto: dpa

Für Bradley Wiggins wurde am Sonntag ein Kindheitstraum Wirklichkeit. Foto: dpa

Paris. Sein Vorgänger Cadel Evans klopfte ihm kräftig auf die Schulter, am Straßenrand wedelte bereits zuhauf der Union Jack und zum historischen Triumph gab es traditionell einen Schluck Champagner. Bradley Wiggins genoss auf seiner gelb lackierten Rennmaschine die Tour d’Honneur in vollen Zügen. Der 32-Jährige ist nach 3497 Kilometern als erster britischer Gesamtsieger in die Geschichtsbücher der Tour de France gefahren. „Rule Britannia!“ hieß es bei der 99. Frankreich-Rundfahrt. Passenderweise gewann sein Landsmann und Sky-Teamkollege Mark Cavendish auch den Prestigesprint auf dem Pariser Prachtboulevard und machte den Traum seines deutschen Rivalen Andre Greipel vom vierten Etappensieg zunichte.

Greipel musste sich beim „Sprint royale“ auf der 20. und letzten Etappe über 120 Kilometer von Rambouillet nach Paris mit dem achten Platz begnügen. Dagegen triumphierte Weltmeister Cavendish zum vierten Mal in Folge auf den Champs Elysees und verbuchte den insgesamt 23. Etappensieg seiner Karriere. Die Plätze zwei und drei belegten der Slowake Peter Sagan und der Australier Matthew Goss.

Froome komplettiert britischen Erfolg

Das ganz große Blitzlichtgewitter richtete sich in Paris aber auf Wiggins, der die Nachfolge des Australiers Evans antrat und mit dem zweitplatzierten Teamkollegen Christopher Froome gar für einen britischen Doppelsieg sorgte. „Verdammt noch mal, ich habe die Tour gewonnen!“, sagte Wiggins, als sein Triumph nach dem zweiten Sieg im Einzelzeitfahren am Samstag feststand: „Ich habe als kleiner Junge vor dem Fernseher gesessen, die Tour geschaut und davon geträumt, sie selbst einmal zu gewinnen. Aber was hat ein Junge aus London schon für Chancen? Andere liebten Fußball und träumten davon, einmal den FA Cup zu gewinnen. Ich hatte immer nur den Traum, einen Tag an der Spitze der Dauphine oder der Tour zu stehen.“

Dieser Traum wurde am Sonntag Wirklichkeit. „König von Frankreich“, titelte das englische Blatt „Sunday Times“ und bei „Mail on Sunday“ war zu lesen: „Le Gentleman“. Und der bekam vor der letzten Etappe noch prominenten Besuch im Teambus. Der frühere 100-Meter-Weltrekordler Maurice Greene gratulierte Wiggins bereits vorab zum Toursieg. „Es braucht eine Weile, bis ich diesen Erfolg richtig verstanden habe“, sagte Wiggins. Es ist der Höhepunkt seiner Karriere, die einst im Bahnradsport begann und ihn dort zu vier Olympiasiegen bei den Sommerspielen 2004 und 2008 führte. Danach speckte er acht Kilogramm ab und entwickelte sich zu einem passablen Rundfahrer, der nie ein Blatt vor den Mund nahm. Mit Dopingsündern rechnete er ab, das bekam auch der französische Volksheld Richard Virenque zu spüren.

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