SSV Jahn 26.08.2012, 19:35 Uhr

Der Jahn und angebliche Schwergewichte

Die Regensburger zeigen, dass sie sich in der 2. Liga vor keiner Mannschaft verstecken müssen. Die Punkte bleiben bislang trotzdem liegen.

Berlins Fabian Lustenberger (r.) und Regensburgs Francky Sembolo (2.v.l.) blicken dem Ball hinterher. Das Spiel endete 2:1. Foto: dapd

Berlins Fabian Lustenberger (r.) und Regensburgs Francky Sembolo (2.v.l.) blicken dem Ball hinterher. Das Spiel endete 2:1. Foto: dapd

Von Heinz Reichenwallner, MZ

BERLIN. Noch lange nach Spielschluss war die Enttäuschung die bestimmende Gefühlslage beim SSV Jahn. Wen wunderte es? Das 1:2 (0:2) des Regensburger Fußball-Zweitligisten beim nicht gerade übermächtigen Gastgeber Hertha BSC war wieder eine sogenannte unnötige Auswärtsniederlage. Wie schon beim 0:1 vor zwei Wochen gegen 1860 München waren sich deshalb so ziemlich alle beim Jahn bewusst, dass sie am Freitagabend im Berliner Olympiastadion eine große Chance verpasst hatten. Denn ein Punkt wäre für den Liganeuling beim Bundesligaabsteiger allemal drin gewesen. „Wir waren zu naiv“, stellte Jahn-Mittelfeldspieler Jimmy Müller hinterher mit leiser Stimme fest.

„Wie eine Schülermannschaft“

Teamkollege Jonatan Kotzke brauchte klare Worte für die vermeidbare Niederlage und die Umstände, die dazu führten: „Da haben wir uns wie eine unerfahrene Schülermannschaft angestellt. Solche individuellen Fehler dürfen nicht passieren.“

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel waren durch Sami Allagui (41.) und Sandro Wagner (43.) in den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte die Tore für die bis dahin harmlosen Berliner gefallen. „Wir hätten ein 0:0 in die Halbzeit mitnehmen müssen. Dann geht das Spiel anders aus“, sagte Kotzke. Er nahm sich von der Kritik nicht aus, nachdem er nach einer verpatzten Chance der Wegbereiter des ersten Hertha-Treffers gewesen war. „Man muss die 90 Minuten über konzentriert sein. Der kleinste Fehler wird in der 2. Liga sofort bestraft.“

Das zweite Mal also hat der Jahn jetzt gegen ein angebliches Schwergewicht der Liga verloren; gegen ein Schwergewicht, das sich nicht gerade in guter Form präsentierte, aber trotz alledem stark genug war, das Spiel zu gewinnen. „Was nutzt es, wenn wir gelobt werden. Davon können wir uns nichts kaufen. Wir brauchen die Punkte“, sagte Trainer Oscar Corrochano. In der Tat schaffte es sein Team bis zum ersten Gegentreffer die Berliner möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Passabel zu stehen und gefährlich nach vorne zu spielen – das schaffte der Jahn aber vor der Pause nicht. „Da zeigten wir zu viel Respekt und haben nach vorne extrem viele Bälle verloren“, kritisierte Corrochano.

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