SSV Jahn und das Trainerrätsel
Wer wird Zweitliga-Trainer in Regensburg? Viele Gerüchte, aber nur wenige Namen und kaum belastbaren Fakten. Franz Gerber hält sich bedeckt.
Jahn-Sportchef Franz Gerber hält sich in Sachen Trainersuche bedeckt. Foto: Jahn
REGENSBURG . Es ist, wie es ist: Auch gut drei Wochen nachdem offiziell bekannt wurde, dass Jahn-Trainer Markus Weinzierl zum FC Augsburg wechselt, will (kann) der Regensburger Fußball-Zweitligist noch keinen Nachfolger präsentieren. Am Wochenende nun hat Franz Gerber erzählt, dass die Kandidatenliste abgearbeitet sei und die Sondierung in die entscheidende Phase gehe. Ein Trio sei in der engsten Auswahl, so der für die Fahndung nach einem neuen Coach alleinig zuständige Sportchef. Wenn man dann nach Namen fragt, lässt er indes die Jalousien weitgehend herunter und sagt nur: „Der eine oder andere der Kandidaten ist noch in Urlaub, deshalb wird es mit den Gesprächen noch dauern.“ Unter Druck setzen lassen will sich Gerber nicht. „Wir haben Zeit“, meint er, „am 20. Juni ist Trainingsauftakt, bis dahin ist der neue Mann spätestens gefunden.“ Unvermindert begleiten jedoch weiter Spekulationen die Trainersuche. Wahre Spürnasen sind im Einsatz, die Gerüchteküche brodelt. Vor acht Tagen wurde Klaus Augenthaler zum Thema, nachdem der Ex-Weltmeister und -Bundesligacoach und der Jahn-Sportchef im trauten Gespräch in einer Pizzeria im niederbayerischen Langquaid gesichtet wurden. Dass es dabei um Verhandlungen über die vakante Trainerstelle in Regensburg gegangen sei, ist von den beiden Gesprächspartnern zwar umgehend geleugnet worden. Aber so ist das einfach mit Gerüchten: Je heftiger man dementiert, umso hellhöriger werden die Leute. Seit Ende vergangener Woche hält sich hartnäckig das Gerede von Verhandlungen, die Gerber mit einem Coach aus der 3. Liga geführt habe. Diese sollen in einem Cafe in der Prüfeninger Straße stattgefunden haben. Ein rot-weißer Gefolgsmann, zeitgleich anwesend mit beiden im Lokal, versicherte auf Ehrenwort, dass es sich um den entsprechenden Trainer gehandelt habe. Die Personalie hielt aber der Überprüfung nicht statt. Ein befreundeter Journalistenkollege klärte uns auf, dass der Coach, der angeblich in Regensburg mit Gerber gesehen worden war, sich schon seit mehreren Tagen im Urlaub in der Türkei befinde. Da uns der Verhandlungspartner von Gerber als „markanter Glatzkopf“ beschrieben worden war, riefen wir uns die Trainer, Merkmal – wenig bis gar keine Haare, ins Gedächtnis, die noch in Frage kommen könnten. Als da fiel uns sogleich der Coach eines Zweitligisten ein, der mit seinem Team aber schon die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet hat. Ein anderer, früher beschäftigt bei zwei schwäbischen Klubs in der Regionalliga, betreut seit einem Jahr ziemlich erfolgreich einen französischen Zweitligisten und ist dort außerdem noch ein Jahr unter Vertrag. Somit blieb bei unseren Überlegungen nur noch ein Trainer-Kahlkopf übrig. Ein Schweizer, der, es ist noch gar nicht so lange her, zuerst einen Zweit und dann einen Drittligisten in Deutschland betreute. Aber auch dessen Namen konnte (wollte) Gerber nicht bestätigen. „Ich weiß wirklich nicht“, so der Sportchef, „wer diese Gerüchte in die Welt setzt.“ Bestätigt wurde aber von ihm, dass es Kontakt zu Dima Nazarov gegeben habe. Der 22-jährige Angreifer vom Regionalligateam von Eintracht Frankfurt muss jedoch von der Jahn-Liste gestrichen werden, da er sich inzwischen für den Drittligisten Preußen Münster entschieden hat.

