„Steuergelder verschleudert“
Bei der Debatte zum Stadion-Umbau erhebt die FDP schwere Vorwürfe gegen die Regensburger Stadtspitze. Der OB beruft sich auf Verträge mit dem Verein.
Regensburg. Wenn über Ehrlichkeit und übers Rumeiern diskutiert und überhaupt schwere Geschütze aufgefahren werden, dann geht es im RegensburgerStadtrat ums Fußball-Stadion. Am Donnerstag wurde der Umbau der alten Arena in Prüfening diskutiert. FDP-Stadtrat Dr. Jürgen Pätz und Oberbürgermeister Hans Schaidinger lieferten sich dabei einen packenden Zweikampf. Pätz warf der Stadtspitze vor, Steuergelder zu verschleudern. Schaidinger war erbost ob dieser „strafrechtlich relevanten Vorwürfe“ und geißelte die „durchsichtigen Manöver“ der FDP.
Statt der zunächst angesetzten 418.000 Euro wird die Stadt nun knapp 500.000 Euro für den Umbau in die Hand nehmen müssen. Erst am Dienstag hatte die Verwaltung erfahren, dass es nun auch noch eine batteriebetriebene Ersatzbeleuchtung für die Fluchtwege braucht, was die Kosten in die Höhe treibt.
Linken-Stadtrat Richard Spieß sah diese Entwicklung kritisch. Er befürchte, dass immer mehr Kosten hinzu kommen werden. Er glaube nicht mehr daran, dass die angedachte Kostenübernahmeverteilung beim Umbau – ein Drittel Stadt, zwei Drittel Verein – noch zutreffe: „Wir sind da jetzt wohl eher bei halbe-halbe, wenn nicht schon bei 60 Prozent für die Stadt und 40 für den Verein.“
Für rhetorische Böller sorgte dann die Wortmeldung von Pätz. Die FDP-Fraktion hatte bereits zuvor beantragt, dass der Verein die Kosten für den gesamten Umbau übernehme, dafür aber ein Darlehen der Stadt erhalte. Pätz sagte, dass er diesbezüglich mit einem hohen Funktionär des Vereins gesprochen habe – „und der war von dieser Idee begeistert“. Nachdem SPD-Fraktionschef Norbert Hartl im Jubeltaumel des Aufstiegs bereits Leistungen der Stadt zugesichert habe, hätte man diese Überlegung aber in die Tonne treten können: „Denn es ist ja klar, wenn ich sowieso weiß, dass die Stadt zahlt, dann übernehme ich auch nichts. Dann wäre ich als Verein ja blöd.“
Pätz warf der Stadt konkret vor, über alternative Finanzierungsmöglichkeiten „überhaupt nicht nachgedacht“ zu haben. Hier sei insgesamt „ganz schlecht verhandelt und Steuergelder verschleudert“ worden: „Ich vertrete hier im Stadtrat nicht den Verein, sondern den Steuerzahler. Sie aber sollten alle ein schlechtes Gewissen haben.“





