Jahn-Trainer Markus Weinzierl (Foto: Nickl)
Von Heinz Reichenwallner, MZ
Regensburg/Augsburg.
Die Vorfreude beim SSV Jahn und seinen Fans auf das letzte Saisonspiel am Samstag (13.30 Uhr) gegen den FC Carl Zeiss Jena hat einen empfindlichen Dämpfer erlitten. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt ist plötzlich Unruhe eingekehrt. Denn ausgerechnet vor dieser entscheidenden Partie zur Teilnahme an der Relegation zur Zweiten Bundesliga wird in verschiedenen Medien kolportiert, dass Trainer Markus Weinziel den Regensburger Fußball-Drittligisten im Sommer verlassen und Nachfolger von Coach Jos Luhukay beim Bundesligisten FC Augsburg werden soll.
Diese Nachricht hat hohe Wellen in Regensburg geschlagen und ist zur Unzeit vor dem wichtigen Spiel erfolgt. Dabei ist noch nicht sicher, dass Luhukay, dessen Vertrag bis Sommer 2013 gilt, den FCA verlässt. Allerdings ist es möglich, dass es genauso kommt, wie momentan spekuliert wird. „Wir sind sehr überrascht“, sagte dazu Jahn-Sportchef Franz Gerber. „Das können wir vor dem ungemein wichtigen Spiel gar nicht brauchen.“ Fußballlehrer Weinzierl hielt sich derweil bedeckt und antwortete auf MZ-Nachfrage, was an der Angelegenheit dran sei: „Ich will dazu im Moment gar nichts sagen“, so der 37-Jährige. „Wir haben am Samstag ein wichtiges Spiel, und auf das konzentriere ich mich einhundertprozentig wie auch auf die hoffentlich darauffolgenden zwei Relegationspartien.“
Weinzierl hat eine Ausstiegsklausel
Weinzierls Vertrag war erst am 4. Januar bis Juni 2014 verlängert worden, jedoch hat sein Kontrakt eine Ausstiegsklausel, falls ein Erstligist bei dem Trainer anklopfen sollte. Der gebürtige Niederbayer ist seit dem 24. November 2008 verantwortlicher Cheftrainer beim Jahn und fast schon zehn Jahre im Verein – zuerst als Spieler, später als Co-Trainer. Was letztlich nun läuft zwischen dem Coach der Regensburger und dem FCA ist zur Stunde noch nicht geklärt.
Jahn-Trainer Markus Weinzierl (Foto: Eibner)
Aber als gesichert gilt, dass Augsburgs Noch-Manager Andreas Rettig vor wenigen Tagen erklärt hat, dass an „strukturellen Änderungen“ und eine Neueinteilung der Aufgabengebiete gedacht sei. Die Entscheidung über das Schicksal von Trainer Luhukay soll bei dem Bundesligisten jedenfalls an diesem Wochenende fallen. „Wir werden nicht die Spieler am Sonntag in den Urlaub schicken mit Unsicherheiten über den Trainer“, erklärte Rettig am Freitag. Luhukay, der zuletzt Differenzen mit der Vereinsführung gehabt haben soll, sagte lediglich. „Wir sind noch in Verhandlungen.“ Es werde „sehr zeitnah“ eine Entscheidung getroffen, verkündete Augsburgs Klubsprecher Dominik Schmitz in der Pressekonferenz vor dem Saisonfinale gegen den Hamburger SV.
Auch Arie van Lent ein Kandidat
In Regensburg hat Weinzierl gegenüber Sportchef Franz Gerber bestätigt, dass es eine Anfrage vom FCA gebe. Aber mehr sei bislang nicht gewesen, habe der Jahn-Coach behauptet. Fakt ist, dass er aufgrund seiner Arbeit und des Erfolgs mit der Jahn-Mannschaft für höherklassige Vereine durchaus interessant geworden ist. So hatten ihn die Medien vor kurzem erst in den Kreis der möglichen Nachfolger von Mike Büskens bei Bundesligaaufsteiger SpVgg Greuther Fürth aufgenommen - ebenso Arie van Lent. Über den Trainer der Offenbacher Kickers und den FC Augsburg gibt es gleichfalls Spekulationen. „Ja, ich habe davon gehört“, sagte der holländische Ex-Profi der Offenbacher Presse unter der Woche. „Aber mit mir persönlich hat noch niemand gesprochen.“
Weinzierls angeblicher Wechsel nach Augsburg wird indes schon sehr heiß in der Gerüchteküche gekocht, und die Spekulationen um seinen Abgang zum FCA scheinen sich zu verdichten. Die Meldung habe ziemlich hohen Wahrheitsgehalt, äußern denn auch Insider aus beiden Vereinen. Aus der Jahn-Mannschaft will sich niemand konkret äußern. Wie man jedoch hört, strahle die Nachricht um die Zukunft seines Trainers sicher auf das Team ab, das sich darüber natürlich auch seine Gedanken macht.
Philp-Wechsel bis heute nicht verkündet
Die Verantwortlichen beim Jahn hoffen nun, dass sich der Trubel nicht negativ vor dem entscheidenden Spiel gegen Jena auf die Jahn-Mannschaft auswirken wird. Dass der FC Augsburg aus personellen Angelegenheiten gerne mal ein Geheimnis macht, zeigt auch der Wechsel von Ronny Philp. Der Jahn-Verteidiger wurde von den Schwaben oft beobachtet und hat von ihnen aufgrund seiner starken Leistungen vor Monaten schon einen Vertrag erhalten, der für die Bundesliga gilt. Offiziell bestätigt hat dies der FCA bis heute aber nicht. Angeblich soll der Verein den Spieler darüber zum Schweigen verpflichtet haben.
Angeblich soll Luhukay über Philps Verpflichtung auch nicht informiert worden sein. Der Trainer betrachtet dies wohl ebenso als Affront des künftigen FCA-Managers Manfred Paula wie die Tatsache, dass dieser mit ihm bis jetzt noch kein Gespräch über die Planungen für die neue Saison geführt hat. Alles Indizien dafür, dass sich die Wege der Augsburger und ihres Trainers wohl trennen werden und dort ein anderer Trainer „ante portas“ steht. Womöglich Markus Weinzierl.