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SSV Jahn vor dem Aus: Insolvenz angemeldet

Knapp ein Jahr nach dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga steht der SSV Jahn Regensburg vor dem endgültigen Aus. Am Dienstag musste der Süd-Regionalligist Insolvenz beim Amtsgericht Regensburg anmelden. Nach der finanziellen Pleite droht dem oberpfälzischen Traditionsclub nun auch der sportliche Niedergang: Sollte das Insolvenzverfahren noch vor Saisonende eröffnet werden, stünde der Verein frühzeitig als zweiter Absteiger neben dem SC Feucht fest.

„Wir sind geschockt und traurig über die Entwicklung“, sagte der zurückgetretene Vereinschef Richard Seidl. Nach einer turbulenten außerordentlichen Mitgliedersammlung am Montagabend trat das Präsidium des Vereins zurück. Die Mitgliederversammlung hatte der Führungsspitze die sofortige Entlastung verweigert. Der SC Feucht steht bereits jetzt als erster Absteiger fest, weil er für die neue Saison angesichts finanzieller Probleme keine Lizenz beantragt hatte.

Am Dienstagmittag hatte der SSV Jahn den schweren Gang zum zuständigen Amtsgericht angetreten, teilte ein Gerichtssprecher mit. Nun muss ein Insolvenzverwalter bestellt werden, der ein Gutachten über eine Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder über eine Einstellung mangels Masse erstellt.

Für die laufende Spielzeit weist der Etat des Vereins eine Deckungslücke zwischen 500000 und 750000 Euro auf. Zudem fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vom Süd-Regionalligisten einen Liquiditätsnachweis von 900000 Euro, bevor die Lizenz für die kommende Saison endgültig erteilt wird. Der Vorstand der Regensburger hatte sich in den vergangenen Wochen fieberhaft bemüht, die finanzielle Notlage zu lindern. So haftete das Präsidium persönlich für drei Millionen Euro Schulden. Eine Kapitalanleihe sollte mehrere Millionen Euro einbringen, der ehrgeizige Plan für die Finanzspritze wurde aber in der vergangenen Woche auf Eis gelegt.

Die Zukunft des Vereins ist laut Seidl ungewiss. „Ich gehe davon aus, dass es jetzt eine Auffanggesellschaft geben wird. Alles andere wäre reine Spekulation.“ Für die bittere Abstimmungsniederlage bei der Mitgliederversammlung, die die Krise des Clubs dramatisch verschärft hatte, macht Seidl interne Grabenkämpfe verantwortlich. „Es hat sich angedeutet, dass der ein oder andere Sponsor Gegenpositionen aufbaut.“ Um den SSV Jahn kurzfristig sanieren zu können, seien nun Stadt und Sponsoren gefordert. „Man darf die Leute nicht im Regen stehen lassen“, sagte Seidl.

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