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Dienstag, 24. Oktober 2017 13° 4

Kritik

Ernüchterung nach dem „Tag des Bieres“

Das Bierfest mit sieben Brauereien, vom OB eröffnet, fand Wolbergs im Nachgang „unmöglich“. Das werde es so nicht mehr geben.
Von Heinz Klein, MZ

So spritzig wie beim Anzapfen war auch die Kritik des Oberbürgermeisters. Er fand den „Tag des Bieres“ schlichtweg „unmöglich“. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Bei den sieben regionalen Brauereien, die traditionsgemäß den „Tag des Bieres“ am Haidplatz mit 15 000 Halbe Gerstensaft ausgerichtet haben, herrscht Ernüchterung. Und die stiftete Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der die Veranstaltung, bei der er selbst das erste Fass angezapft hatte, im Nachhinein als „unmöglich“ disqualifizierte. „Das wird es so nicht mehr geben. Das ist ein Fest, wo es quasi zum Nulltarif Bier gibt und die Leute sich komplett wegrichten. Null inhaltlich. Null Qualität“, sagte der OB in einem Interview von „regensburg digital“.

Stirnrunzeln bei den Brauereien

Diese schäumende Kritik sorgte bei den betroffenen Brauereien für Stirnrunzeln und vorsichtig formulierte Verwunderung. „Was Herr Wolbergs sagt, entspricht nicht unserer Wahrnehmung“, ließ Spitalmeister Willibald Koller ausrichten. „Mich wundert das, Herr Wolbergs fand doch positive Worte und es schien ihm zu gefallen“, sagte Esther Schuml, Repräsentantin der Spezialbrauerei Schierlinger Pils. Und diese Verwunderung teilten auch die anderen Brauer. Festveranstalter Hans Christian Wagner bestätigte einen völlig friedlichen Verlauf des Festes ohne Ausschreitungen, Pöbeleien oder Randale. Bei der Polizei habe es seines Wissens keinerlei gemeldete Vorfälle gegeben, der dreimalige Einsatz eines Rettungswagens galt leichten Verletzung, unter anderem einem Schnitt in die Hand beim Gläserspülen. Und Beschwerden habe es nach seinem Informationsstand nur zwei gegeben, wegen wilden Pinkelns und Zurücklassung von Pizzakartons. Die Aussage des OB, dass sich „Leute komplett weggerichtet“ haben, „kann ich so nicht stehen lassen“, sagte H.C. Wagner.

Im Fokus des Bierfests stand dabei eine Aktion, bei der man für zehn Euro einen Krug erwerben konnte und diesen siebenmal mit jeweils einer Schaumhalben der verschiedenen sieben Brauereien füllen lassen konnte: ein Angebot, das von vielen Besuchern gerne angenommen wurde. Der Brauerei Bischofshof wäre am Ende fast das Bier ausgegangen, sagte Brauereidirektor Hermann Goß.

Kommentar

Die Bierbremse

Anzapfen gehört zum Job des Oberbürgermeisters und das tat Joachim Wolbergs bisher gern. Beim letzten Anzapfen zur Dultbierprobe kam allerdings kein Tropfen...

Vor allem der Satz, das Bierfest werde es „so nicht mehr geben“ lässt es in den Ohren der Braumeister klingeln. Denn nächstes Jahr soll es nicht nur einen Tag des Bieres, sondern gleich drei Biertage geben, schließlich gilt es, die Verkündung des Reinheitsgebots, die sich dann zum 500. Mal jährt, gebührend zu feiern.

Hoher Qualitätsanspruch an Feste

Das will auch Joachim Wolbergs – nur anders. „Ich bin den Brauereien dankbar für den Tag des Bieres und ich will dieses Fest auch nächstes Jahr und sogar an drei Tagen – aber vom Stil her anders“. Das Fest sei zu sehr beliebig. „Bier als Thema, Bierbänke und Musik – das ist mir zu wenig“, sagte der OB und kündigte an: „Das gilt auch für andere Feste. Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch in der Altstadt.“ Darum will Wolbergs in den nächsten Wochen auf die Brauereien zugehen und sie zu Gesprächen über ein neues, qualitativ hochwertigeres Konzept einladen. Dazu waren auch alle befragten Brauereien gerne bereit. Der OB erneuerte aber auch seine Kritik, der Tag des Bieres sei „suboptimal gelaufen“. Es habe eine Menge Betrunkener gegeben und bei ihm seien etliche Beschwerden eingegangen.

Bier bleibt auch die nächsten Wochen Thema: am Freitag zapft der OB auf der Dult das erste Faß an. Und am 13. Mai startet am Haidplatz das erste Regensburger „Craft Bier Festival“.

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