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Bauen

Stobäusplatz-Projekt muss noch reifen

Regensburgs Gestaltungsbeirat will Details geklärt wissen: Wie sollen Fassaden, Plätze oder Dachaufbauten konkret aussehen?
Von Norbert Lösch, MZ

Drei Wohnhäuser und zwei Hotels bilden ein Ensemble: Die Modellansicht des Stobäusplatz-Komplexes. Vorne ist das Novotel-Hotel dargestellt, das ein Vier-Sterne-Haus werden soll.Animation: PSP Architekten

Regensburg.Sorgfalt geht vor Schnelligkeit: Nach diesem Prinzip wollen Bauherr, Architekt, die Stadt und der Gestaltungsbeirat das Bauprojekt Stobäusplatz weiterentwickeln. Bevor es eine Baugenehmigung gibt, sollen bis zur nächsten Sitzung des beratenden Gremiums im Mai weitere Details dargestellt und geklärt sein.

Einer der Bauherren, Andreas Aigner von der Münchner Technopark Grundstücksverwaltung, stellte dem Gestaltungsbeirat am Donnerstag gemeinsam mit dem Architekten Thierry Louvieaux (PSP Berlin) den Stand der Planungen vor. Nachdem alle baurechtlichen Fragen geklärt sind, habe man die vergangenen eineinhalb Jahre zur weiteren Projektentwicklung genutzt und sich unter anderem mit dem Denkmalschutz abgestimmt, so Louvieaux. Dieser Prozess sei noch nicht beendet: „Die Gestaltung der Fassade und der beiden Plätze ist noch im Fluss“, sagte der Architekt.

Entstehen soll „ein Stück Stadt“

„Wir wollen ein Stück Stadt mit drei Wohnhäusern, zwei Hotels und zwei öffentlichen Plätzen schaffen“, nannte Louvieaux noch einmal die grundsätzliche Zielsetzung. Auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück solle kein großer Block entstehen, sondern ein Ensemble aus fünf einzelnen Häusern, die miteinander verbunden sind. „Jedes Haus soll durch die unterschiedlichen Baukörper und -höhen sowie die noch festzulegende Fassadengestaltung ein eigenes Gesicht bekommen.“ So sei zum Beispiel für das Hotel der Novotel-Gruppe eine Klinkerfassade angedacht, während an anderen Häusern andere Materialien und Farben die Vielfalt innerhalb des Ensembles betonen sollen. Das Novotel wird ein Vier-Sterne-Haus, das Ibis ein Drei-Sterne-Haus – auch hier werde es also keine Gleichschaltung geben. Verbindendes Element soll ein als Sockel ausgebildetes Erdgeschoss in allen fünf Teilen des Komplexes werden.

„Farbig ja, aber nicht bunt“: So fasste Prof. Ingrid Burgstaller (München) den Standpunkt des Gestaltungsbeirats zum Thema Fassadengestaltung zusammen. Hier sei man noch nicht festgelegt, versicherte der Architekt. „Das ist das nächste Kapitel bei der Projektentwicklung.“

Elke Delugan-Meissl (Wien) wollte wissen, wie viel Spielraum es angesichts des doch stark standardisierten Erscheinungsbilds von Hotels der beiden Ketten gebe. Laut Thierry Louvieaux habe man hier viele Freiheiten, weil die übergeordnete Accor-Gruppe lediglich Franchise-Geber sei. „Wir haben für die schon gebaut, zum Beispiel das Mercure in Heilbronn. Da hat Accor nur Einfluss auf Größe und Ausstattung der Hotelzimmer sowie der weiteren Einrichtungen genommen.“

Störende Dachaufbauten?

Als noch zu wenig konkret dargestellt empfand das Sachverständigengremium die Dachaufbauten auf einigen Häusern, die Technik aufnehmen sollen. Diese Technik-Aufbauten würden maximal drei Meter hoch, wobei höchstens 2,40 Meter von außen sichtbar seien, und ganz mit einer Blechverkleidung eingehaust. Prof. Victor López Cotelo (Madrid) riet dringend davon ab, eine Lamellenverkleidung zu wählen: „Durch diese sieht man dann von unten die ganze Maschinerie.“ Elke Delugan-Meissl befürchtete durch die Aufbauten eine unruhig wirkende Dachlandschaft und plädierte für möglichst dezente Lösungen.

Anfang Mai steht das Stobäusplatz-Projekt wieder auf der Tagesordnung des Gestaltungsbeirats.

Zahlen und Fakten

  • Bebauungsplan:

    Seit 1993 gibt es für den Stobäusplatz einen Bebauungsplan, dessen Verbindlichkeit zugunsten des aktuellen Bauprojekts „aufgeweicht“ wurde.

  • Grundstück:

    Das Grundstück ist etwa 8000 Quadratmeter groß und wird so weit wie möglich ausgenutzt.

  • Fläche:

    Die Gesamtnutzfläche für Wohnen, Hotels, Läden und Gastronomie beträgt laut den Planern 22000 Quadratmeter.

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