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Hochschule
Montag, 25. September 2017 19° 5

Kolumne

Argumente für (oder gegen) Regensburg

Unser Autor fragt sich, aus welchen Gründen sich Erstsemester für die Uni Regensburg entscheiden. Er hat da so einige Ideen.

Semesterstart an der Universität Regensburg: die Kugel auf dem Forum ist das Wahrzeichen der Uni. Archiv-Foto: Knobloch

Regensburg.Hallo, liebe Erstis

Wieso habt ihr euch für diese Uni hier in Regensburg, der Stadt mit dem ehemals immerwährenden Reichstag entschieden? Weil die Stadt so schön ist? Weil es hier viele Kneipen gibt? Weil die Uni so grandios ist?

Willkommen an der Universität Regensburg. Der wohl einzigen Uni, in die es rein regnet, weil die Versager aus den 60ern wohl noch nichts von dem Konzept eines Daches geahnt haben oder von Langlebigkeit gehört haben. Hier ist alles cool. Du musst nur aufpassen, dass du nicht von einem Stück Stein, das von der Uni abbröckelt, erschlagen wirst.

Unser Wahrzeichen ist ’ne Kugel. Die in Heidelberg haben bloß einen Karzer, eine schnöde Hegelbüste und ein langweiliges Denkmal des Chemikers Robert Wilhelm Bunsen. In Leipzig haben nur Friedrich Nietzsche und Johann Wolfgang von Goethe studiert, bei uns immerhin diese eine da von „Deutschland sucht den Superstar“, ein Fernsehjurist, und Edmund Stoiber, äh, hat hier promoviert, äh, in Jura. Wahnsinn! An der Uni Jena hat lediglich Friedrich Schiller, nachdem die Uni auch benannt ist, doziert, bei uns lehrt immerhin Stephan Bierling, ein ganz großer Liberaler! Dieser Schiller war nur ein Kleingeist gegen diesen großen Mann mit der Glatze. Schon mal Schillers Nase gesehen? Also! Und Bierlings Prognosen über Amerika erst. Ich kann es nur wiederholen: Wahnsinn! Wieso hat unsere Uni eigentlich keinen Namenspatron? Braucht sie auch nicht, da sie so super ist. Ansonsten würde ich Franz-Josef Strauß-Universität vorschlagen. Die CSU hat nämlich demokratische Größe bewiesen, als sie in den 70ern die Verfasste Studierendenschaft abschaffte. Danke hierfür.

Willkommen in Regensburg, der Stadt mit angeblich der größten Kneipendichte pro Einwohner, in denen man noch nicht einmal rauchen darf. Hier kontrolliert das Ordnungsamt noch wirklich. Die „Saupreißn“ haben uns gemütlichen Bayern diesen Ordnungssinn ja erst aufgedrückt! Dafür sind Prag und Österreich so nah. Fair-Feiern, die „Regensburger Stadtzeitung“ und die Albertstraße, hier kann man es aushalten. Einfach zurücklehnen, bis man angenörgelt oder gepöbelt wird. Setzt dich einfach an die Donaupromenade und genieße ein kühles Bier. Entweder kommen die vormals Grünen, heute sind sie ja blau, und erzählen dir von der Grünflächenverordnung oder die Anwohner beschweren sich, da sie dort das Haus in Hafennähe gekauft haben, deswegen gehört ihnen faktisch gesehen auch der ganze Hafen! Ist so! Also weg hier!

Jetzt habt ihr euch schon eingeschrieben, ihr braven, süßen, naiven Erstis. Zu spät. Aber ist nicht so schlimm. Man sieht sich...

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