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Hochschule
Montag, 5. Dezember 2016 1

Bildung

Austausch zwischen Schule und Uni

Beim ersten Thementag des Schulnetzwerks „dialogUS“ an der Universität Regensburg stand die Kompetenzorientierung im Mittelpunkt.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Angelika Schäfer (l.) vom St.-Michaels-Gymnasium in Metten nahm die Teilnehmer ihres Workshops mit in den Orient – auf „eine lebendige Reise durch die Geographie“. Foto: Knobloch
  • Dr. Ulrike Lichtinger ist beim Regensburger Universitätszentrum für Lehrerbildung (RUL) für das Schulnetzwerk „dialogUS“ zuständig. Foto: Knobloch
  • Am Beispiel Waveboard zeigte Jürgen Kittsteiner (l.) den Lehrkräften, wie man stärker auf die individuellen Voraussetzungen der Schüler eingehen kann. „Je weniger Vorerfahrung ich habe, desto mehr Unterstützung brauche ich.“ Foto: Knobloch

Regensburg. Welche grundlegenden Kompetenzen soll ein Schüler am Ende einer bestimmten Jahrgangsstufe haben und wie können diese Kompetenzen im Unterricht vermittelt werden? Mit diesen Fragen befassten sich rund 280 Teilnehmer beim ersten Thementag „Kompetenzorientierung in Unterricht und Leistungsmessung“ am Mittwoch an der Universität Regensburg. Die Veranstaltung war zugleich das erste große Jahrestreffen des Schulnetzwerks „dialogUS“: Am 2. Oktober 2012 hatte die Universität mit insgesamt 23 Partnerschulen aus Niederbayern und der Oberpfalz Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen.

Positive Bilanz nach einem Jahr

In dem Netzwerk wollen Universität und Schulen in den Bereichen Lehrerbildung und Bildungsforschung stärker zusammenarbeiten. Nach einem Jahr zieht Dr. Ulrike Lichtinger, die am Regensburger Universitätszentrum für Lehrerbildung (RUL) für das Schulnetzwerk zuständig ist, eine positive Bilanz: „Es hat ein intensiver und fruchtbarer Austausch stattgefunden.“ In einem Jahresbericht werden zahlreiche Projekte vorgestellt: Für Lehrer gab es Fortbildungsangebote, Schüler konnten in den naturwissenschaftlichen Lernlaboren der Universität experimentieren, Lehramtsstudierende an den Partnerschulen neue Unterrichtskonzepte ausprobieren. „Wir haben auch die Theo-Betz-Grundschule in Neumarkt besucht und uns vor Ort über die Umsetzung des Ganztagesmodells informiert“, sagt Lichtinger.

Künftig will sie die Regensburger Lehramtsstudierenden noch stärker in das Netzwerk integrieren. Wenn diese bei Projekten mit den Partnerschulen Erfahrungen sammelten, sei das auch eine gute Möglichkeit, dem Praxisschock nach dem Studium vorzubeugen. Zum Thementag hatten sich 20 Lehramtsstudierende angemeldet – darunter auch Markus-Stephan Forster und Veronika Probst. Beide interessierten sich vor allem für den Vortrag zum neuen LehrplanPLUS für Bayern.

Dr. Eva Lang vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München stellte Entwürfe für den neuen Lehrplan vor, der im Schuljahr 2014/15 zunächst in den beiden ersten Jahrgangsstufen der Grundschule und dann schrittweise in den anderen Jahrgängen sowie der Sekundarstufe eingeführt werden soll. Neu ist, dass künftig sogenannte Kompetenzerwartungen formuliert werden – diese besagen, was ein Schüler etwa in Deutsch oder Mathe am Ende einer bestimmten Jahrgangsstufe gelernt haben soll. „Schüler bekunden ihr Nichtverstehen, indem sie höflich Wiederholung erbitten, unbekannte Begriffe und Wendungen erfragen und die Rückmeldungen zur Erweiterung ihres Wortschatzes nutzen“ – so könnte eine Kompetenzerwartung im Lernbereich Sprechen und Zuhören lauten.

Workshops mit Tipps aus der Praxis

Wie diese Kompetenzen bei der Leistungsmessung berücksichtigt werden sollen, wurde nach dem Vortrag von den Lehrkräften diskutiert. Gerade für junge Lehrer könnte der neue Lehrplan eine besondere Herausforderung sein, sagte der Passauer Schulamtsdirektor Hubert Kainz. „Er liegt noch nicht im Detail vor, aber der neue Lehrplan scheint sehr anspruchsvoll zu sein und berufliche Erfahrung vorauszusetzen.“ Im Lehrplaninformationssystem werde es Aufgabenbeispiele zu den Kompetenzerwartungen geben, kündigte Dr. Eva Lang an.

In Workshops konnten sich die Teilnehmer dann praktisch mit dem Thema Kompetenzorientierung auseinandersetzen – Beispiele gab es unter anderem aus dem Englisch-, Religions- oder Musikunterricht. Mit Evaluationsbögen wurde schließlich die Meinung der Teilnehmer zur Veranstaltung abgefragt. Angesichts der hohen Anmeldezahlen rechnet Lichtinger aber damit, dass der Thementag künftig einen festen Platz im Jahresprogramm des RUL bekommt.

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