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Studium

Die Bachelor-Arbeit richtig anpacken

Eine frühzeitige Planung ist bei der Abschlussarbeit enorm wichtig. Diese sechs Phasen helfen Studenten dabei.
Von Nora Wanzke, dpa

Damit Studenten die Bachelorarbeit gut über die Bühne bekommen, ist die Organisation im Vorfeld wichtig. Dazu gehört, bereits ein Semester vor dem Abschluss einen ersten Zeitplan aufzustellen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

1. Phase: Organisation

Mit der Organisation sollte man sich spätestens ein Semester vor der geplanten Arbeit beschäftigen. Wann muss ich meine Arbeit anmelden, welche Prüfungen muss ich vorher bestanden haben, und wie viele Betreuer korrigieren meine Arbeit? Die Anforderungen unterscheiden sich von Fakultät zu Fakultät, festgelegt sind sie in der Prüfungsordnung.

Hat man alle wichtigen Informationen zusammen, sollte man sich einen Zeitplan mit Meilensteinen erstellen, rät Ute-Regina Roeder, Psychologiedozentin der Universität Münster. Bis zu dieser Phase hat man sich idealerweise auch mit dem wissenschaftlichen Arbeiten auseinandergesetzt. Die Literaturrecherche, das korrekte Zitieren oder Schreibtechniken sind die Basis der Bachelorarbeit. Die meisten Hochschulen bieten dazu regelmäßig Seminare an.

2. Phase: Themensuche

Steht die Organisation, muss ein Thema her. Und zwar spätestens Ende der Ferien, die vor dem Abschlusssemester liegen. „Man sollte sich kein Thema vom Professor aufschwatzen lassen“, sagt Roeder. Nur wenn einen das Thema interessiert, kommt die Motivation. Wenn man noch keine Idee hat, geht man bei der Suche am besten systematisch vor. Zu Anfang hilft die Frage: Welcher Themenbereich aus meinen Studium interessiert mich besonders? Danach schaut man, welche Professoren in diesem Bereich lehren und was sie dazu veröffentlicht haben. Oft kann eine Bachelorarbeit zum Forschungsschwerpunkt eines Professors beitragen.

Nachdem die ersten Themenvorschläge entwickelt wurden, kontaktieren Studenten den Betreuer. Hier ist Vorsicht geboten: Der erste Eindruck zählt auch bei Professoren. Eine förmliche E-Mail mit Vorstellung der eigenen Person und der Themen kommt meistens gut an. Ein absolutes No-Go ist, ohne Themenvorschläge in der Sprechstunde aufzutauchen. Am besten kann man mehrere präsentieren.

3. Phase: Recherche und Eingrenzung

Nun beginnt die schwierigste Phase. Das Thema muss konkretisiert werden. Studienberaterin Cordula Meier von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf empfiehlt ihren Studenten das Thema nach vier Fragen auszuwählen: Was will ich in meiner Bachelorarbeit untersuchen? Mit welcher theoretischen Grundlage oder mit welchen Modellen werde ich arbeiten? Mit welchen Methoden untersuche ich meinen Untersuchungsgegenstand? Welche Erkenntnis über mein Thema strebe ich an? Zu dieser Phase gehört die erste Recherche. Diese variiert zeitlich natürlich von Fachbereich zu Fachbereich. Hier ist es wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen. Welche Werke kommen für meine Arbeit infrage? Gibt es aktuelle Literatur zu meinem Thema? Um nicht zwischen den Büchern in der Bibliothek zu versinken, hilft es, den Betreuer nach seinen Empfehlungen zu fragen. Dieser nennt meistens die Grundwerke, die nicht fehlen dürfen.

Viele Studenten machen den Fehler und konzentrieren sich nur auf Bücher, obwohl aktuelle Spitzenforschung in vielen Disziplinen in Fachjournals veröffentlicht wird. Hier lohnt sich ein Blick abseits der Bibliotheksschätze, rät von Gerret von Nordheim. Er lehrt Wissenschaftliches Arbeiten an der Technischen Universität Dortmund. Gerade die Literaturrecherche sollte man systematisch angehen. Das spart Zeit. Programme wie Zotero, Citavi oder Endnote helfen bei der Literaturverwaltung.

4. Phase: Festlegung

Steht die konkrete Fragestellung und die Vorrecherche, muss die Arbeit angemeldet werden. Das macht man gemeinsam mit dem Betreuer. „Es kommt immer gut an, wenn man dem Betreuer einen genauen Zeitplan vorlegt“, rät Ute-Regina Roeder. Dieser sollte detailreicher sein, als die Meilensteinplanung aus der ersten Phase. „Dazu zäumt man das Pferd am besten von hinten auf.“ Hier beginnt man mit dem Abgabezeitpunkt, der Phase der Korrektur und Fertigstellung, die Zeit zum Schreiben der einzelnen Kapitel und der intensiven Literaturrecherche oder Datenerhebung.

5. Phase: Schreiben der Bachelorarbeit

Jetzt fängt die heiße Phase im Abschlusssemester an. „Die Vorarbeit ist das A und O“, sagt Cordula Meier. Damit das Schreiben leichter fällt, kann man sich einen potenziellen Leser vorstellen. Dieser ist nicht der Betreuer, der in dem Gebiet ein Experte ist.

Beim Schreiben beginnt man mit dem Hauptteil. Die Einleitung, in der man seine Methode und das Vorgehen vorstellt, wird erst zum Schluss geschrieben. Genauso wie das Fazit. Hier kommt es gut an, Ansätze für weitere wissenschaftliche Arbeit über seine eigne hinaus vorzustellen.

6. Phase: Fertigstellung

Nun ist das meiste geschafft. Aber auch für diese Phase sollte man einen zeitlichen Puffer einplanen. Die Arbeit sollte nun von zwei Personen gegengelesen werden. Roeder empfiehlt eine externe Person, die nur Rechtschreibfehler korrigiert, und eine Person, die sich auch mit dem Inhalt auskennt. „Das kann beispielsweise ein Kommilitone sein, der nicht zu sehr im Thema drin ist, aber darüber Bescheid weiß.“ Auch das Formatieren der Arbeit schluckt meistens mehr Zeit, als man denkt. Cordula Meier empfiehlt, erst jetzt Bilder, Grafiken und Tabellen einzufügen. „Während des Schreibens verrutscht dadurch nur immer wieder das Layout.“

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