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Frische Blickwinkel auf das Marketing

Beim Masterstudiengang „Werbung interkulturell“ studieren die Teilnehmer ein Jahr in Eichstätt und ein Jahr in Turku. Am Ende winkt ein Double Degree.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Studierende des Masters „InterculturAd“ erarbeiten in einem Projektseminar Kommunikationskonzepte für gemeinnützige Organisationen. Foto: Knobloch
  • Prof. Dr. Elke Ronneberger-Sibold leitet den Studiengang „InterculturAd“ an der KU Eichstätt. Foto: Knobloch

Eichstätt. Für die Erstsemester des Masterstudiengangs „InterculturAd – Werbung interkulturell“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) beginnt jetzt die heiße Phase: In den nächsten beiden Wochen präsentieren sie den Projektpartnern die Ergebnisse ihrer Arbeit. Für den Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), den Keller der kleinen Künste in München, eine Fotoagentur und das Sozialprojekt Cantina International in Ingolstadt haben die 16 Studentinnen in den vergangenen Wochen Kommunikationskonzepte entwickelt. Nun sind sie gespannt, wie die Projektpartner ihre Ideen annehmen werden.

Zwei Semester Schwedisch-Kurs

Das Praxisseminar „Werbung und Interkulturalität in Theorie und Praxis“ ist ein fester Bestandteil des 2009 gestarteten Studiengangs. Unter der Leitung von Dr. Stefanie Potsch-Ringeisen haben Studierende in den vergangenen Jahren bereits mit verschiedenen gemeinnützige Organisationen zusammengearbeitet. Es gehe aber nicht darum, Pressetexte zu schreiben oder eine Website zu programmieren, betont Potsch-Ringeisen. „Die Studierenden erstellen Konzepte, die die Umsetzung vom werblichen Maßnahmen vorbereiten.“ In einem Theorie-Teil zu Semesterbeginn werden zunächst einmal die Grundlagen vermittelt. Worin unterscheiden sich Dienstleistungs-, Kultur- oder Verbandsmarketing? Wie ist der Stand der Forschung zur interkulturellen Kommunikation?

„Es geht auch darum, einen gemeinsamen Wissensstand zu schaffen“, sagt Potsch-Ringeisen. Denn die Studierenden haben ihren ersten Abschluss in ganz unterschiedlichen Fächern gemacht – im aktuellen Jahrgang von BWL über Sprachwissenschaft bis hin zu European oder American Studies. Damit hört die Vielfalt aber noch lange nicht auf: Der viersemestrige Master ist interdisziplinär angelegt, berührt also verschiedene Fachgebiete. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Werbesprache, visuelle Kommunikation, interkulturelles Marketing, aber auch das Thema Medien und Ethik. In den ersten beiden Semestern lernen die Studierenden zudem Schwedisch – denn das zweite Studienjahr verbringen sie an der Åbo Akademi, einer schwedischsprachigen Universität im finnischen Turku.

„Es gab schon lange einen regen Erasmus-Austausch zwischen den germanistischen Instituten unserer beiden Hochschulen“, erklärt die Studiengangsleiterin Prof. Dr. Elke Ronneberger-Sibold. Für den neuen Masterstudiengang wurde die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät in Turku mit ins Boot geholt. Die Schwedischkenntnisse sollen den Studenten im Alltag helfen, die Lehrveranstaltungen finden allerdings auf Deutsch und Englisch statt. „Ich finde es toll, noch eine moderne Fremdsprache zu lernen – vor allem eine, die nicht alle können“, sagt Studentin Daniela Zeeb. Mit über 20 falle es schwerer, eine neue Sprache zu lernen als zu Schulzeiten, räumt Verena Grill ein. „Die Schwedischkenntnisse eröffnen aber berufliche Möglichkeiten im skandinavischen Raum.“

Die rund 30 Absolventen der ersten beiden Jahrgänge hätten auf dem Arbeitsmarkt schnell Fuß fassen können, berichtet Ronneberger-Sibold. „Einige produzieren selbst Werbung, andere arbeiten im gehobenen Marketing von Firmen.“ Das Studium eröffne einem viele Möglichkeiten, findet Studentin Isabelle Gottong. Ihrer Kommilitonin Niki Reimann gefällt der hohe Praxisanteil im Master. „Gerade nach meinem sehr theoretischen Bachelor nehme ich hier etwas Anwendbares mit.“

Studenten drehen Werbefilme

Nach dem aktuellen Projekt geht es im Sommersemester mit einer Veranstaltung zur Medienpraxis weiter. Dabei drehen die Studierenden im universitätseigenen Fernsehstudio eigene kurze Werbefilme – manchmal auch für die Projektpartner aus dem ersten Semester. 2012 entstand so ein Imagefilm für den Hospizverein Ingolstadt, der „zu Herzen geht, ohne rührselig zu sein“, wie Ronneberger-Sibold lobt.

Im September beginnt dann das Studienjahr in Turku. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Masterarbeit bekommen die Absolventen von beiden Universitäten ein Master-Zeugnis.

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