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Karriere

Mit Kommunikation zum Erfolg

Der Master Speech Communication and Rhetoric an der Uni Regensburg ist bundesweit einmalig. Nun startet der zehnte Jahrgang.
Von Louisa Knobloch, MZ

Kommunikative Fähigkeiten sind in vielen Berufen gefragt. Die Universität Regensburg bietet seit zehn Jahren einen Weiterbildungsmaster im Bereich Sprechwissenschaft und Rhetorik an. Foto: Fotolia/lightpoet

Regensburg.Seine Leidenschaft für die Themen Stimme und Sprechen wurde Roman Rehor quasi in die Wiege gelegt – der 30-Jährige ist Sohn eines Synchronsprechers und hat selbst schon viel Erfahrung in Tonstudios und auf der Theaterbühne gesammelt. In seiner Heimatstadt Berlin ist er regelmäßig mit dem Literaturformat „Roman am Mittag“ auf einem lokalen Radiosender zu hören. In den kommenden zwei Jahren wird Rehor regelmäßig von der Hauptstadt nach Regensburg pendeln: als Teilnehmer des zehnten Jahrgangs des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Speech Communication and Rhetoric (MSCR) an der Universität Regensburg.

Wenn am Freitagabend (15. Januar) die 36 Teilnehmer begrüßt werden, feiert der Studiengang zugleich sein Jubiläum. Im Wintersemester 2006/2007 war er erstmals gestartet – als erster Weiterbildungsmaster der Universität Regensburg, wie sich Studiengangsleiterin Dr. Brigitte Teuchert erinnert.

Neben ihrer Tätigkeit als Lehrbeauftragte bot Teuchert damals auch freiberuflich Trainings im Bereich Sprechwissenschaft und Sprecherziehung an. „Viele Teilnehmer fanden das interessant und wollten sich gerne intensiver damit beschäftigen – konnten aber für ein solches Studium nicht für mehrere Jahre aus dem Beruf aussteigen“, sagt Teuchert. Die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master im Zuge der Bologna-Reform ermöglichte es, auch berufsbegleitende Studienangebote einzurichten.

Für den Master müssen Interessenten ein abgeschlossenes Erststudium und mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung mitbringen. Auch die grundsätzliche Eignung für einen Sprechberuf ist Voraussetzung. Während der vier Master-Semester befassen sich die Teilnehmer in sechs Modulen mit verschiedenen Kommunikationsmodellen und klassischer Rhetorik ebenso wie mit Atem- und Stimmphysiologie oder Personalführung und Konfliktmanagement.

Studiengruppen sind bunt gemischt

Auch interkulturelle Kommunikation steht auf dem Lehrplan. Dieses Thema interessiert Roman Rehor neben dem Bereich Sprechbildung und Physiologie des Sprechens besonders. An der Freien Universität Berlin, wo er Philosophie und Theaterwissenschaft studiert hat, betreut Rehor nun die Online-Tools des internationalen Masterprogrammes „Intellectual Encounters of the Islamicate World“. Studierende aus Israel, Palästina und weiteren Ländern beschäftigen sich hier mit mittelalterlicher Philosophiegeschichte. Dabei hat Rehor selbst erlebt, wie stark die jeweilige Herkunft die Kommunikation zwischen den Menschen beeinflusst. „Das geht beim Händedruck los und reicht bis zur Art und Weise, wie man jemandem in die Augen blickt.“

Dr. Brigitte Teuchert leitet den Masterstudiengang „Speech Communication and Rhetoric“. Foto: Knobloch

Der Regensburger Master sei eine gute Kombination aus Sprecherziehung und Rhetorik, findet Rehor. Dafür nimmt er auch den weiten Weg von Berlin auf sich. „Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, in Deutschland Sprechwissenschaften zu studieren“, sagt er. In Halle, Marburg oder Stuttgart werden zwar entsprechende Studiengänge angeboten, allerdings nur in Vollzeit. „Im Bereich Weiterbildung ist unser Angebot einmalig“, sagt Teuchert. Die Teilnehmer kommen daher aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich und der Schweiz.

Die fachlichen und beruflichen Hintergründe sind ebenfalls vielfältig: Betriebswirte sind unter den Studenten, Logopäden und Sprachtherapeuten, ebenso wie Journalisten, Sänger und Schauspieler. „Wir hatten auch schon einen Offizier der Schweizer Armee und eine Kriminalkommissarin dabei“, erzählt Teuchert. Roman Rehor fühlt sich in seiner Studiengruppe gut aufgehoben: „Der Master ist eine tolle Gelegenheit, neue Leute aus anderen Lebensbereichen kennenzulernen.“ Der Unterricht findet blockweise statt, zumeist am Wochenende oder an Brücken- und Feiertagen. Insgesamt 54 Präsenztage in Regensburg stehen auf dem Programm – die genauen Termine legen die Teilnehmer selbst am Eröffnungswochenende fest.

Beruflich und persönlich profitieren

Dadurch soll ermöglich werden, dass die Teilnehmer während des Masters weiter voll berufstätig sein können. Das war auch Suzanne Zander wichtig. Die Amerikanerin, die als Lektorin für Wirtschaftsenglisch am Zentrum für Sprache und Kommunikation (ZSK) der Universität Regensburg arbeitet, gehörte 2006/2007 zum ersten Jahrgang. „Ich wollte schon immer einen Master machen“, erzählt sie – allerdings nicht in ihrem Bachelorfach Wirtschaft. Der neue Studiengang habe inhaltlich gut zu ihrem Beruf gepasst. „Im Unterricht versuche ich meinen Studenten beizubringen, wie sie sich international erfolgreich und mit Selbstvertrauen präsentieren können“, sagt Zander. Eine Weiterbildung sei zudem nie eine schlechte Idee, ist die heute 52-Jährige überzeugt. „Sie bringt einen sowohl beruflich als auch persönlich weiter.“

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